Wenn ich das Jahr 2023 mit drei Worten beschreiben müsste, wäre das: Intensiv, erkenntnissreich und wundervoll. Das dritte Adjektiv meine ich hier wortwörtlich: Das Jahr war voller kleiner und großer Wunder. Von einigen Wundern möchte ich euch in diesem Jahresrückblick erzählen. Von Höhen und von Tiefen. Von Erfolgen und Misserfolgen. Von Abschieden und Neuanfängen.
Ich bin dankbar für jede Erfahrung, auch für die Schmerzhaften. Ich bin dankbar dafür, dass ich nun Emotionen nicht mehr wegdrücke, sondern ihnen Raum gebe. Ich unterschiede nicht mehr zwischen „schönen und schlechten“ Emotionen. Alle Emotionen dieses Jahr waren willkommen, einige neu, unerwartet und sehr alt und andere kenne ich schon sehr gut. Es sind viele unerwartete Dinge passiert und Pläne geplatzt. Gleichzeitig ist einer meiner größten Träume in Erfüllung gegangen.
Zusammengefasst gibt es ein größeres Thema, was mich privat aber auch beruflich begleitet hat: Vertrauen. Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten. Vertrauen in neue Menschen, die in mein Leben geflattert kamen. Vertrauen in mein beruflichen Lebensweg. Vertrauen in meinen Körper, meine Bedürfnisse und meine innere Stimme.
Ich habe überlegt, wie ich die Themen dieses Jahr strukturieren möchte und habe mich entschieden erst mal chronologisch anzufangen und es unterwegs etwas aufzufächern und in Themen und weniger in Chronologie zu packen. Bevor wir aber jetzt zu den Themen kommen, möchte ich in aller kürze meine Ziele aus meinem letzten Jahresrückblick (falls du den noch nicht gelesen hast) auflisten mit kurzem Vermerk, ob ich es umgesetzt habe oder nicht.
Mein Rückblick auf meine Ziele für 2023
- 200 h Yoga Ausbildung machen, für mich und für euch – Check!
- Meinen Berufsalltag zu 100% selbst bestimmen – Naja…dazu später mehr
- Kurse und Workshops kreieren, die euch unterstützen voll in eure Kraft und euer Licht zu kommen – Yes, aber da ist noch Luft nach oben…
- Eine Altflöte und eine Zweitflöte zum Unterrichten in die Flötenfamilie aufnehmen – Leider noch keine Erweiterung der Familie, das kommt auf die Liste 2024
- Podcastfolgen und Blogartikel koppeln: Jeden Montag gibt es dann eine neue Folge und einen neuen Blogartikel dazu. Mehr Stoff, mehr Kreativität, mehr Spaß! – Ja, geht so. Es kamen ganz wundervolle Podcastfolgen und Artikel online, nur nicht so viele, wie ich mir vorgenommen habe.
- Starterkit Onlinekurs rausbringen, für Musikstudierende und jede*n der oder die sich mit ihrem Selbstmanagement beschäftigen möchte – Check!
- Einige wundervollen Menschen, die ich über Social Media kennenlernen durfte, auch mal live zu treffen – Check!
- Mein zweites Buch fertig stellen – Da kam was dazwischen…
- Meine CD Flötenklangwelten veröffentlichen – Fertig ist sie, Veröffentlichung kommt 2024
- Erfüllende Konzertprojekte planen und spielen – Für dieses Jahr leider nicht die höchste Priorität…das ändere ich für 2024
1 Millionen Views oder wie man heute so schön sagt: Viral gegangen.
Wir starten am 09.01.23. Frisch und mit vielen Zielen und Projektideen, war ich unterwegs zu Pearl Flutet Europe (Marke für Querflöten) in der Nähe von Venlo. Dort habe ich Videomaterial gedreht für Social Media, bei dem Dreh hatte ich viele Learnings für mich, sowohl was Equipment angeht, als auch für die Vorbereitung. Relativ am Ende dachte ich mir, noch ein paar „ungeplante“ Kurzvideos mit der Kontrabassflöte von Pearl zu drehen. Ich beatboxte etwas auf dieser riesen Flöte herum, drehte lustige Videos und hatte einfach Spaß. Eins dieser Videos lud ich ziemlich direkt hoch, als ich im Zug zurück saß. Wie immer ging es auf meinem Instagram und TikTok Kanal online und dann schlief ich eine Runde im Zug.
Als ich zu Hause ankam, machte ich mir erst mal was zu Essen, setzt mich vor Netflix und öffnete während dem Essen die Apps nacheinander. Auf Instagram waren zu dem Zeitpunkt die „übliche Anzahl“ von Likes und Kommentaren. Ich öffnete TikTok und mir blieb kurz die Spaghetti im Hals stecken. Mein Video hatte bereits nach wenigen Stunden über 200.000 Views.
Ich hatte noch nicht lange Videos auf TikTok hochgeladen, sehr unregelmäßig und wollte das im Jahr 2023 ändern. Ich öffnete meine Benachrichtigungsseite und es waren bereits über 1.500 Benachrichtigungen. Likes, Kommentare, das Video wurde hundertfach abgespeichert und geteilt. Ich traute meinen Augen nicht, gleichzeitig wurde mir etwas schlecht. Ich hatte ja noch nie ein Video, mit so einer großen Reichweite und ich hätte niemals gedacht, dass so ein Video, so plötzlich „viral“ gehen würde!
Ich dachte damit hätte es sich, aber als ich am nächsten Tag aufgestanden bin und bei meinem ersten Kaffee die App erneut öffnete, hätte ich mein Kaffee fast quer über den Tisch gespuckt. Ich war bereits bei über 500.000 Views, meine Benachrichtigungen explodierten, ich kam mit dem Antworten auf die Kommentare überhaupt nicht hinterher. Das Video wurde vor allem auch in Amerika ausgespült, bei all den Brass Bands an High Schools und somit hatte ich Unmengen junger Blasmusiker*innen, die sich entweder über das Instrument lustig machten (sowohl lustige Witze, als auch respektlose Kommentare), es schlicht zum ersten Mal sahen und von meiner kleinen Beatbox Session komplett überrascht waren.
Mit die lustigsten Kommentare, denen ich absolut zustimmen muss, waren, dass ich aussähe wie ein Biber, der an einem Stück Ast nagt. Da ich so klein bin im Vergleich zur Kontrabassflöte und in diesem Winkel gefilmt habe, sieht das halt tatsächlich so aus. Viele in den Kommentaren waren sich einig: Es klingt irgendwie wie bei der Blue Man Group und man braucht offensichtlich extrem viel Luft, um auf dem Instrument zu spielen. Beidem kann ich nichts entgegnen.
Ist so ein virales Video nachhaltig?
Der aktuelle Stand. 1,3 Millionen Views, 141.600 Likes, 1536 Kommentare und 8008 Menschen haben das Video abgespeichert.

Es gingen auch noch zwei weitere relativ steil in kurzer Zeit und man könnte meinen, die Videos performen nicht mehr. Dem ist aber nicht so, alleine in den letzten drei Monaten hatte ich 30.000 Video Aufrufe, von denen ein Großteil auf diese Kontrabassflötenvideos zurückgehen. Ich dachte anfangs TikTok wäre nicht so mein Ding, hatte Vorurteile, die ich von anderen Menschen übernahm und hörte die Stimme in meinem Kopf: „Du musst dich da zum Affen machen, damit du Reichweite bekommst!“
Dem ist aber nicht so. Ich habe mittlerweile einige Kund*innen für meine Webinare über TikTok akquiriert und ich weiß, was grundsätzlich mit dieser App möglich ist. Mir fehlte bisher schlicht die Zeit und Kapazität, mich damit noch mehr zu befassen. In der Schule, in der ich dieses Jahr (unten dazu mehr) als Vertretungslehrerin arbeitete, wurde ich natürlich direkt durchleuchtet und von verschiedenen Schüler*innen auf dem Schulhof angesprochen: „Sagen Sie, sind Sie die TikTok-Lehrerin?“ – Wir wissen ja, sowas spricht sich schnell rum. „Ihr Videos sind mega cool!“ –„Machen Sie weiter damit, das ist voll gut, was Sie da sagen.“ und viele weitere „Live-Kommentare“ bekam ich von Schüler*innen, die ich durchgehend unterrichtete, aber auch von Schüler*innen, die ich nur mal in Vertretung hatte.
Alles in allem, war das ein krasses Erlebnis für mich, so eine Reichweite mit einem selten gespielten Instrument zu bekommen. Natürlich weiß ich heute, dass sowohl der Look vom Instrument, als auch das was ich darauf tue, eher ungewöhnlich für viele ist und daher auch die hohen Klickzahlen kamen. Zum Thema Instagram schreibe ich im Verlauf des Rückblicks auch noch mal, denn Instagram hat mich dieses Jahre ganz schön viele Nerven gekostet…
31.01.23
Nun komme ich zu dem emotionalsten Teil meines Jahresrückblicks und zur Erklärung des Titels.
Am 31.01.23 ist meine liebe Omi zu meinem Opi auf die Wolke. Tatsächlich ist auch wie beim Tod meines Opis damals am 03.06.14 eine Tür zugegangen und am selben Tag in eine neue Tür auf. Am Todestag meines Opas habe ich meinen dann zukünftigen Professor Dirk Peppel in Rheinsberg bei einem Meisterkurs von Carin Levine kennen gelernt und mein Lebensweg bekam dadurch eine neue Wendung. Als ich das ein paar Wochen später meiner Oma erzählte, sagte sie mir den Satz, den ich schon so oft von ihr oder Opa gehört hatte, wenn etwas in meinem Leben geschah, was mich verletzte oder traurig machte, aber auch wenn vermeintliche „Zufälle“ passierten:
„Es muss alles im Leben so sein, wie es ist.“
Gisela (1936-2023) und Franz Worf (1935-2014)

Dieser Satz hallt in meinen Erinnerungen an so vielen Stellen nach und rückblickend hatten sie damit auch immer Recht. Klar, wenn einem ein Mensch, der über 60 Jahre älter ist, sowas sagt, könnte das natürlich auch mit deren Lebenserfahrung zu tun haben. Ich kann es aber heute auch bestätigen, denn selbst wenn ich mit meinen 29 Jahren auf mein Leben zurückschaue, dann hat alles einen Sinn. Die schmerzhaften Erinnerungen, wie auch die glücklichen, die schweren und die leichten Zeiten. Nichts passiert durch Zufall, denn in meinem Leben sind so viele Situationen entstanden, wo ich zurückschaue und denke: „Das kann unmöglich ein Zufall gewesen sein!“
Meine Oma war ein unglaublich starker Mensch, vor allem aber einfach die stärkste Frau, die ich kannte. Sie war Mutter von fünf Kindern und berufstätig in einer Zeit, in der das nicht normal und selbstverständlich war. (Side Fact: Erst 1977 durfte eine Frau ohne Zustimmung ihres Ehemanns arbeiten gehen. – An der Stelle sag ich mal: Danke Opa!) Mein Vater, der Jüngste von den fünf Kindern ist 1963 zur Welt gekommen! Wo wir gerade bei Zahlen sind: Am Ende ihres Lebens, hatte meine Oma fünf Kinder, acht Enkel und elf Urenkel. 2021 haben wir ihren 85. mit fast allen Familienangehörigen gefeiert, das war ne ganz schön fette Party.
Ich möchte heute neben diesem sehr prägnanten Satz noch zwei weitere Sätze teilen, die ich mit meiner Oma verbinde, welche ich oft gehört habe und ich mir erst jetzt so richtig klar mache, was sie mir da eigentlich mitgegeben hat!
„Lasse dir von niemandem sagen, du könntest irgendetwas nicht schaffen!“
Ich vermute so langsam ergibt sich ein Muster, denn von meinem Vater habe ich auch ganz klar den Satz: „Ich kann das noch nicht!“ gelernt. Es gab in meiner Kindheit und Jugend nichts, was ich nicht hätte schaffen können. Es gab kein: „Das ist zu schwer für dich“ – „Dafür bist du noch nicht bereit“ – „Das sind aber sehr große Ziele, die du dir da steckst!“ Wenn ich ein Ziel hatte, gerade in meiner Jungstudienzeit und musikalischer Natur, sagte meine Oma immer zu mir: „Natürlich schaffst du das, daran besteht ja gar kein Zweifel. Wir Worfs können alles schaffen. Wenn wir 100% geben, ist das für andere 200%.“
Einige Sätze vermischen sich im Kopf mit denen meines Vaters, aber ich gehe davon aus, das hat System. Meine Träume waren nicht zu groß. Als ich beschloss noch an einer Musikhochschule zu studieren, das sah zeitweise sehr aussichtslos aus, hat mich mein Mut, meine Leidenschaft und mein Durchhaltevermögen genau dorthin gebracht, denn ein „Ich schaffe das nicht!“ existierte in meiner Welt nicht.
„Genieße dein Leben in vollen Zügen, denn es ist kurz und kann jederzeit vorbei sein.“
Diesen Satz habe ich schon lange bevor Opa gestorben ist von ihr gehört. Genuss ist etwas, was sich die Generation meiner Oma und Opa natürlich nicht selbstverständlich leisten konnten. Beide sind vor dem Krieg in Mainz geboren. Meine Oma hat mir oft die Geschichte erzählt, dass als über Mainz Bomben abgeworfen wurden und sie noch sehr klein war, sie nur Minuten bevor quasi neben ihr eine Bombe eingeschlagen ist, mit meiner Urgroßmutter in den Bunker verschwunden ist. Wenn ich mir überlege, dass es weder meinen Vater noch mich, noch meine Tanten und Onkel und Cousinen alle nicht gäbe, wenn meine Urgroßmutter nur etwas langsamer mit meiner Oma gewesen wäre, da wird mir etwas übel. Und es gibt ein Foto von meinem Opa, wie er mit 16 Jahren durch die Trümmer von Mainz läuft (Wettkampf), welches mir jedes mal Gänsehaut bereitet, wenn ich es sehe. Über diese Zeit konnte ich gut mit ihnen sprechen, gerade als es mich in meiner Schulzeit zum Abi hin sehr interessiert hat.
Ich bin voller Dankbarkeit, dass ich so viele schöne Erinnerungen mit meiner Omi sammeln durfte, sie so lange an meiner Seite war und sie oft einen Rat für mich hatte, wenn ich den gebraucht habe. Ganz besonders in meiner Jugend, als das Thema Jungs hoch im Kurs war, konnte ich ganz offen mit ihr über meine Gefühle sprechen. Meistens sagte sie dann sowas wie: „Wenn dich ein Junge so behandelt, hat er dich nicht verdient. Du findest irgendwann einen Menschen, der dich so liebt, wie Opa mich oder ich ihn.“
Bei ihr gab es kein „Was sich liebt, das neckt sich“, sondern wenn ein Mensch dich respektlos behandelt, ist er respektlos und soll den Mist mit jemand anderem abziehen. Wer sich meine Oma gegenüber respektlos verhalten hat, hatte keinen schönen Tag! Der Person hat sie die Hölle heiß gemacht! Sie war mit einer solchen Klarheit unterwegs, wenn ihr etwas nicht passte und das war für mich als junges Mädchen und junge Frau ein so starkes Vorbild. Wenn sogar meine Omi, die 1935 geboren ist, sich von Männern nichts gefallen lässt, die sich herablassend oder respektlos verhalten, warum sollte ich das dann tun, die 1994 geboren wurde?
Danke Omi für alles!
Hier möchte ich noch ein Video mit euch teilen, was aus meinem Adventskalender kam. Ich habe schon immer Gefühle in Musik verarbeitet, improvisierend oder eben auch komponierend.
Mecki – so hat mein Opa meine Oma immer genannt, das war ihr Kosename.
Meine Omi ist in der Woche zu Opi auf die Wolke, als ich meine Yogaausbildung begonnen habe. Eine Tür schließt sich, eine öffnet sich. Wie schon so oft in meinem Leben.
Herzensmenschen
Ich habe in diesem Jahr einen Herzensmenschen in meinen Inner Circle aufgenommen, von dem ich wusste, dass ich ihn treffen würde, aber nicht wann und wo. Eine Seelenschwester, die in mein Leben trat und ich nach zwei Sekunden wusste, dass wir uns nicht zum ersten Mal sehen und auch nicht zum Letzten Mal. Am 31.03.23 (ja, das Datum ist kein Scherz, genau zwei Monate, nachdem ich meine Omi in den Himmel verabschiedet habe) abends ging ich zu meinem dritten Ausbildungswochenende ins Yogastudio in Wuppertal. Ich wusste bereits, dass wir in unserer Ausbildungsgruppe Zuwachs bekamen, sich eine junge Physiotherapeutin zu uns gesellen würde.
Wir sahen uns, wir sprachen kurz miteinander, es war pure Magie. Ich hatte das Gefühl jemanden zu treffen, den ich so lange vermisst hatte, auf den ich gewartet hatte. Ich hatte kurz vorher jemanden aus meinem Inner Circle entlassen, was sehr schmerzhaft war – da war jetzt Platz, Platz für Inci. Als wir in der Vorstellungsrunde waren, fragte eine aus meiner Ausbildungsgruppe, ob ich Inci mitgebracht hätte. Die anderen gingen davon aus, dass wir uns schon lange kennen, was zumindest für dieses Leben nicht stimmte, also verneinte ich. Wir lachten und rückblickend ist es ein absoluter Running Gag.

Auf unserem Intensiv Wochenende in der Ausbildung waren wir auf einem Zimmer und die Parallelen in unserer Vergangenheit waren fast unheimlich. Die Gespräche waren sehr deep und ich habe mich noch nie einem menschen so schnell so authentisch zeigen können, wie bei ihr.
Eine Seelenschwester zu treffen und zu merken, dass ich nichts erklären muss, mich nicht verstellen muss, nichts sein muss, was ich nicht bin, meine Bedürfnisse nicht zurückschrauben muss um geliebt zu werden, ist mehr als wertvoll und für mich kaum in Worte zu fassen.
Ich kenne keine Frau, die für mich so ein gutes Vorbild in Sachen Abgrenzung und Klarheit ist wie sie. Wir haben gemeinsam unsere Yogalehrerinnen Ausbildung gemacht, was für uns beide heilend und sehr emotional war und vor kurzem hat Inci ihr eigenes Yogastudio „Asana Atelier“ eröffnet. Sagen wir mal so, da könnte noch die in oder andere berufliche Kooperation entstehen und ein Podcastinterview wird es mit ihr auch geben 2024. Es wird magisch, es wird direkt, es wird ehrlich und es wird voller Liebe sein.
Ich bin Yogalehrerin
Eins meiner großen Ziele 2023 war meine Ausbildung zur Yogalehrerin. Ich habe in meinem letzten Jahresrückblick bereits über meine Beweggründe geschrieben und das ich schon viele Jahre Yoga praktiziert habe, bevor ich nun diese Ausbildung gemacht habe. Ich kann aber definitiv sagen, dass neben dem Input, dem Wissen und den Erfahrungen, bei mir persönlich dadurch noch so einiges angestoßen wurde.
Die Ausbildung habe ich bei meiner wundervollen Lehrerin Silvana von Silva Yoga (Ausbildung bei Innerflowyoga – es gibt Deutschland weit die Möglichkeit, falls ihr Lust auf eine 200h Ausbildung habt, 2024 gehts in die nächste Runde) in Wuppertal gemacht. Ich kann meine Dankbarkeit, sowohl für Silvana, als auch für die Gruppe, in der ich lernen durfte, als auch für die Entscheidung, die ich damals getroffen habe, fast nicht in Worte fassen.
Mir haben viele Menschen mit denen ich über die Ausbildung gesprochen habe gesagt, dass sie total überrascht sind, was man so alles in einer Yogaausbildung lernt, welche Themen das inkludiert und wie viel Selbststudium eigentlich darin enthalten ist. Genau darüber möchte ich in diesem Absatz schreiben, über die Zeit, in der ich alleine mit mir auf der Matte war und auch über die Erfahrung meiner Lehrprobe und die ersten Male, die ich Yoga unterrichtet habe.
Hat sich meine Yogapraxis verändert?
Absolut! Ich durfte in den neun Monaten sehr viele verschiedene Yogastile probieren und kennen lernen. Ich habe also sehr viel experimentiert, Yogavideos gemacht, Yogastunden in verschiedenen Studios besucht und immer mehr rausgefunden, was mir persönlich gut tut, aber auch, was ich gerne unterrichten möchte. Meine Intuition konnte ich in dieser Zeit besonders gut schulen, denn bei all der Liebe zum ausprobieren und der Offenheit Neues kennenzulernen, hat mir mein Körper und meine innere Stimme sehr klar mitgeteilt, was mir gut tut und was eben nicht. Wir hatten unterschiedliche Aufgaben für unsere Praxis innerhalb der Ausbildung und es gab einige, mit denen ich sofort räsonierte, die ich heute in meiner täglichen Praxis integriert habe und Aufgaben, wo ich sofort gespürt habe, das passt nicht zu mir! Das wurde aber auch genau so kommuniziert und der Raum wurde uns gelassen. Wir durften in der Ausbildung unseren Yogastil finden.
Neu in meiner Praxis ist z.B. dass ich Yoga wirklich überall und jederzeit praktizieren kann und es eben nicht nur auf der Matte geht. Ob es nun meine Morgenroutine ist oder ich in einer zehnminütigen Pause mich eine kurze Runde bewege und danach atme oder ich bestimmte Übungen sogar abends noch im Bett mache, wenn gar nichts anderes möglich war. Ich habe sehr viele neue Atemtechniken kennen gelernt, was mir nicht nur als Yogalehrerin „Futter“ gegeben hat, sondern auch als Flötistin und als Flötenlehrerin.
Ich habe dazu auch zwei Podcastfolgen, die ich hier verlinke:
Warum ich Yoga mache… und Meine Reise zur Yogalehrerin
Mein größtes Highlight und der Ausbildung
Ein sehr großes Highlight war meine Lehrprobe innerhalb der Ausbildung. Im August durfte ich meine erste richtige Yogastunde halten und hatte das perfekte Thema, mir gleichzeitig aber auch eine echte Herausforderung als Flow gebastelt. Ich habe für meine lieben Yoginis aus der Yogaausbildung einen New Moon-Flow gezaubert, inklusive Mondgruß. Wer Yoga praktiziert, kennt den Sonnengruß. Der Mondgruß ist sozusagen die Schwester vom Sonnengruß und wird aber viel seltener praktiziert – leider. Ich habe ihn lieben gelernt, am Anfang hatten wir unsere Differenzen auf der Matte. Der Mondgruß wird seitlich zur Matte praktiziert (wie auf dem Bild sichtbar) und mir ist ca. zehn Minuten vor der Lehrprobe aufgefallen, dass ich, wenn ich für die Yoginis als Spiegel mitmachen möchte, ich alles spiegelverkehrt mache zu dem was ich ansage. Das war Synapsenfasching, aber durch meine Koordinationsfähigkeit vom Schlagzeug und Klavier spielen offenbar möglich für mich.

Im Nachhinein haben mir sowohl meine Yogalehrerin Silvana und auch eine weitere wundervolle Yogalehrerin Janina, die zu Besuch war, die Rückmeldung gegeben, dass ich das nicht hätte machen müssen, es irre schwer ist und sie das absolut bemerkenswert fanden, dass ich das durchgezogen habe.
Ich bekomme jetzt noch Tränen in die Augen von dem Feedback danach, von meinen Yogalehrerinnen und meinen Mitauszubildenden. Es war so liebevoll und so wohlwollend und es wurde eben nicht auf die kleinen „Fehler“ geachtet, die ich natürlich gemacht habe, sondern mir all das gespiegelt, was sie gefühlt haben und wie es ihnen erging. Bei dieser Lehrprobe ging es nicht um Leistung, es ging auch nicht um eine Bewertung. Am Ende ging es darum eine Yogastunde zu konzipieren und sich auszuprobieren, Yogastunden werde ich in meinem Leben noch genug halten. Ich konnte sehr gut den Raum halten, war sehr präsent und mein Ziel mit dem Flow, meine Yoginis mit ihrer weiblichen Kraft zu verbinden ist mir mehr als gelungen. Es war magisch und einfach eins meiner Top fünf Erlebnisse in diesem Jahr. Danke für alle, die dabei waren und diesen wundervollen Moment mit mir geteilt haben.
Wer gerne mit mir Yoga praktizieren möchte, egal wo er oder sie lebt, darf sich das Datum 09.02.24 schon mal in den Kalender notieren. An dem Tag starte ich meinen Online Safe Space mit genau diesem New Moon Flow zu Neumond und werde mir ein sehr wichtiges Herzensthema in mein Online Angebot mit aufnehmen. Infos dazu folgen…
Die gute Fee geht zur Schule
Anfang Januar saß ich nach einer Meditation auf meinem Bett und realisierte, dass ich um entspannt die Yogaausbildung finanzieren zu können noch ein größeres Engagement gebrauchen könnte oder dachte darüber nach, wie ich mehr Online Angebote gestalten könne, um einen höheren Umsatz zu erzielen, um das Geld für die Yogaausbildung reinzubekommen.
Ich manifestierte mir eine Möglichkeit, wie ich das Geld für die Yogaausbildung mit Leichtigkeit verdienen würde. Einen Tag später, rief meine liebe Kollegin aus der Realschule an, in der ich Querflöten in der Bläserklasse ausbildete, um zu fragen, ob ich irgendwen kennen würde, die oder der Vertretungslehrkraft für Musik machen könne. Ihr Kollege sei krank, aktuell für mindestens drei Monate. Ich arbeite nun seit 2020 an der Schule innerhalb einer Kooperation der Musikschule und kannte die Kids. Ich antwortete sofort: „Ja, ich kann das machen.“
Eine Stunde später hatte ich bereits meine Unterlagen an den Rektor der Schule gesendet und mit ihm telefoniert, er war hellauf begeistert. Ich habe zwar kein Lehramtstudium, aber eben zwei pädagogische Abschlüsse, sehr viel Erfahrung mit Schüler*innen auch in Gruppen und war gerne bereit, dieses Abenteuer „Schule“ für ein paar Wochen anzutreten. Geplant waren bei meinem ersten Vertretungsvertrag sieben Wochen. Geworden sind daraus elf Monate.
Quasi das gesamte Jahr 2023 hatte ich zuerst eine halbe, dann später eine viertel Stelle an der Schule als Vertretungslehrkraft für Musik. Da dieses Kapitel in dem Jahr für mich sehr groß war, wird auch der Abschnitt über das Thema in meinem Jahresrückblick mehr Raum einnehmen, denn viele Erkenntnisse über mich als Mensch, über das Schulsystem, über mich als Pädagogin, über mich als „gute Fee“ und über Kinder und Jugendliche hatte ich in der Schule. Dort habe ich in diesem Jahr auch sehr viel Zeit verbracht, ich die Schule so sehr gehasst hat!
In der Regel studieren junge Menschen Lehramt, die eher gut durch das Schulsystem durchkamen, keine größeren Probleme hatten mit dem System und anderen Lehrkräften. Menschen, die sich gut anpassen konnten und gerne Regeln befolgen. Für mich trifft nichts davon zu. Für mich war Schule ein Ort, an dem ich nicht sein wollte, an dem ich mich nicht verstanden gefühlt habe, an dem ich gelernt habe, dass ich zu dumm für bestimmte Dinge bin und auch schlicht zu faul. Ich hatte genau drei Dinge, die mich durch die Schulzeit getragen haben: Meine engsten Freundinnen, Musikprojekte und die Theater-AG. Ich habe mich zu Anfang oft gefragt, warum ich das mache und mich in diese Situationen reinbringe, in denen es mir früher nicht gut ging. Das Ziel war klar: Ich wollte die Lehrerin sein, die ich mir damals gewünscht habe – und genau die war und bin ich.
Schule ist nicht für Kinder und Jugendliche gemacht
Menschen wie ich gehen normalerweise nicht an einen Ort zurück, an dem sie in ihrer Jugend die Hölle durchlebt haben. Kreative, leidenschaftliche und begeisterte Menschen trifft man in dem System Schule nicht oft an. Nicht etwa, weil die Kolleg*innen, die ich dort kennenlernen durfte nicht kreativ wären oder das nicht gerne anders haben wollten. Kreativität wird am Eingang abgegeben, bei Schüler*innen, aber auch bei Lehrkräften. Dafür ist bei all den Vorgaben, Lehrplänen, Verwaltung, Kommunikation, Erziehungsmassnahmen und Alltagswahnsinn nämlich kaum Platz. Das Problem sind weder die Kinder, noch die Lehrkräfte.
Das Problem ist ein System, dass nicht für Kinder und Jugendliche gemacht ist, sondern für angehende Erwachsene, die auf den Arbeitsmarkt geschwemmt werden. Es geht nicht ums Lernen, Entdecken, Erfahrungen machen und um Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Es geht um Leistung, um Noten, um Bewertung. Es geht darum junge Menschen dazu zu bekommen sich hinzusetzen, den Mund zu halten, der Autoritätsperson zuzuhören und das zu machen, was ihnen gesagt wird. Am Ende regen sich dann aber Arbeitgeber*innen darüber auf, dass die jungen Menschen gar nicht eigenständig, kreativ und lösungsorientiert handeln und denken können oder Hochschulprofessor*innen regen sich auf, dass die jungen Menschen sich ja gar nicht selbst organisieren können. Ja, wo um Himmels Willen hätten sie das denn bitte lernen sollen? (Blogartikel: Selbstständig)
An dieser Stelle möchte ich Bob Blume empfehlen, der wirklich eine extrem gute Aufklärungsarbeit macht, was im System schief läuft, darüber könnte ich mehrere Bücher schreiben. Er hat schon eins geschrieben.
In dieser Podcastfolge, habe ich auch über einige Erfahrungen aus der Schule gesprochen.
Kinder brauchen keine Erziehung, Kinder brauchen Vorbilder, die ihre Werte konsistent leben
Mir ist aber natürlich einiges aufgefallen, worüber ich hier trotzdem schreiben möchte. Zum Beispiel über Werte, die in der Schule fehlen, Werte, die natürlich auch offensichtlich in der Gesellschaft fehlen: Respekt, Toleranz, Akzeptanz, Konsistenz und Konsequenz (Hier geht es zu einer Folge darüber) Es wird von Jugendlichen und Kindern Respekt eingefordert, aber viele erwachsene Vorbilder (Lehrkräfte und Eltern) schaffen es nicht ihre Kinder und Jugendlichen respektvoll zu behandeln! Das wiederum ist absolut intolerant, inkonsistent und inkonsequent.
Diese Werte hängen eng aneinander, wenn man sich damit auseinander setzt. Das Problem ist, Kinder spüren und merken das, die sind nämlich absolut nicht „doof“. Ich mache keinen Unterschied im Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, se*ueller Orientierung oder Identität. Ich weiß, ich bin damit auf weiter Flur noch oft alleine. Ich selbst habe genug Diskriminierungserfahrung, um zu wissen, wie sich das anfühlt und das eben nicht nur sofort Meilen gegen den Wind rieche, sondern auch einfach andere Menschen nicht diskriminiere.
Das sage ich nicht nur aus Beobachtung, sondern weil diese Kinder und Jugendlichen mit mir offen darüber sprechen. Ich habe ihnen den Raum dafür gegeben, mir das zu erzählen, wie es ihnen geht, wie sie sich fühlen, das fragt nämlich in der Regel in dem ganzen Trubel keiner. „Die haben zu funktionieren, wie wir alle“ – „Dafür haben wir jetzt keine Zeit.“ – „Die sollen sich nicht so anstellen, uns hat das auch nicht geschadet“ – Ja, vielleicht hat es doch geschadet. (Podcastfolge dazu gibts hier.)
Die Methoden, die schon vor fünfzig Jahren nicht geholfen haben, haben sich jetzt einfach verlagert. Jetzt darf man keine Kinde mehr schlagen, jetzt schlägt man sie einfach mit Worten, subtil, sodass es nicht sofort greifbar ist. Grenzenlose Grenzüberschreitung an jeder Ecke, aus Hilflosigkeit, aus Zeitmangel, aus Überforderung und aus eigenen unterdrücken Gefühlen. Ich durfte das oft am eigenen Leib erleben. Ich hatte insgesamt zwei saftige Panikattacken in der Schule, während meines Schuldienstes. Auslöser waren Situationen, die von Außen betrachtet einfach täglich passieren. Bei mir allerdings voll ins Schwarze und voll in meine Traumatisierung reingehauen haben. Wie soll ich als Lehrkraft die gerade an alte Verletzungen erinnert wird, bei mir bleiben und mit gewaltfreier Kommunikation kommunizieren?
Ich war in Therapie, ich habe an diesen Traumata und Themen gearbeitet. Ich kenne meine Tools und Techniken mit Panik- oder Angstattacken umzugehen. Vielleicht wissen das viele nicht, die hier mitlesen: Wenn man in Deutschland verbeamtetet werden möchte, darf man keine Therapie in der Akte stehen haben. Das ist , wenn ich das mal so sagen darf, maximal bescheuert und fahrlässig, denn in meinen Augen sollte niemand vor Kinder gelassen werden, der oder die keine Therapie gemacht hat und die eignen Themen aufgearbeitet hat!
Ich habe in der Zeit in der ich da war einige Kinder betreut bei Panik- und Angstattacken und musste leider feststellen, dass die Thematik psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen noch immer nicht richtig ernst genommen wird. Gerade nach der Coronazeit hat sich das vervielfacht, welch‘ Überraschung. Ich war genau die richtige Person, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für einige dieser jungen Menschen.

Für viele Kinder war ich die „gute Fee“ oder das „rosa glitzernde Einhorn“. Diese Titel habe ich mir nicht selbst gegeben, sondern kamen häufiger von den Schüler*innen. Ich würde sie ernst nehmen, ihnen zuhören und ihre Probleme, Sorgen und Nöte verstehen. Ich bin von Natur aus ein hoch emphatischer Mensch, aber besonders großes Verständnis habe ich für junge Menschen. Mein Wissen über Adoleszenz (Gehirnentwicklung von Jugendlichen) und Pubertät, welches ich mir im Studium angeeignet habe, hilft da natürlich besonders.
Medienkompetenz und Se*ualität
Ich habe lange überlegt, ob ich das hier in den Jahresrückblick mit reinnehmen möchte, denn es wird sicher dazu auch noch der ein oder andere Artikel im Jahr 2024 kommen. Da mich das Thema aber dieses Jahr sehr viel beschäftigt hat, möchte ich das nicht auslassen.
Es gibt ein Fach, was ganz ganz dringend in der Schule flächendeckend und früh eingeführt werden müsste: Medienkompetenz. Dazu wäre es natürlich extrem von Vorteil, wenn Menschen auch dafür ausgebildet werden und sich mit mehr als nur den „offensichtlichen Gefahren“ auskennen. Ich habe in meinen Vertretungsstunden und meinem Musikunterricht zum Teil mehr über Social Media und dessen Nutzung gesprochen, oft als Aufhänger Bands und Musiker*innen genutzt, um den Kids ein bewussten Umgang damit nahe zu bringen. Da die meisten mich nach kürzester Zeit auf TikTok und Instagram gefunden hatten, wusste ich ja auch wer zuhört, war mir dessen bewusst, dass meine zum Teil elf oder zwölfjährigen Schüler*innen meinen Content sehen und hören. Einige hören sogar meinen Podcast.
Das hat mich natürlich erst mal kurz gehemmt, bis ich dann dachte, wenn sie schon irgendwelchen Menschen folgen, dann doch bitte lieber mir, die weiß was sie tut, sich ihrer Vorbildrolle bewusst ist und ihnen sogar damit noch was beibringen kann. Erschreckt hat mich allerdings, dass die Kids schon so unglaublich viel gesehen hatten, worüber sie offenbar mit keinem Erwachsenen sprechen konnten. So kam es also, dass ich nicht nur ein mal mit Schüler*innen ab der 5.Klasse(!) über das Thema po*nografische Inhalte, Se*ualität – besonders Homo- und Bise*ualität und Se*ismus gesprochen habe. Nicht etwa, weil ich das von mir aus so auf den Tisch gebracht hätte, sondern weil Fragen kamen und ich spürte, die Kinder müssen(!) darüber sprechen und auch aufgeklärt werden, außerhalb von: „Wie sehen Geschlechtsteile aus und was kann man damit machen?“ – Ganz ehrlich: Das wissen sie bereits, sie wissen sogar Dinge, wo wahrscheinlich die meisten Eltern rot werden würden! Ist übrigens natürlich Teil des Problems, die Unterdrückung von Se*ualität und das nicht darüber sprechen, sorgt nicht gerade dafür, dass es anständig und neutral und als etwas völlig Normales aufgeklärt wird!
Eine Situation möchte ich nicht vorenthalten, denn ich habe erst gelacht und danach war mir etwas schlecht, als ich das reflektiert habe. Ich hatte eine 5.Klasse in Musik, mit denen ich über Urheberrecht und GEMA gesprochen habe. Wir haben eine Mindmap gemacht, wo überall Musik öffentlich läuft und konsumiert wird. Dort stand bereits alles mögliche, nur mir fehlte noch der Punkt Club/Disko. Mir war klar, von selbst kommen die Kids nicht drauf, also fragt ich: „Wenn ich abends am Wochenende mit Freunden feiern und tanzen gehen möchte, wo gehe ich da hin?“ – Eine Schülerin meldet sich, ich nehme sie dran und bei ihrer Antwort sind mir einmal die Gesichtszüge entglitten: „In einen Stripclub?“.
Wow. Ich stand da und war kurz sprachlos, in der Klasse ging bereits Aufruhr los, die Jungs pfiffen, manche Mädchen schauten verdutzt. Ich fing dann erst mal an zu lachen und begann offen darüber zu sprechen. Natürlich kam die Frage, was das ist. Ich erklärte was genau der Unterschied ist zwischen einem regulären Club und eine Stripclub. Ich frage auch nach, woher sie wüsste was das ist. Ihre Antwort: Von GTA (ein Videospiel). Ein Junge kommentierte dann noch die Kirsche auf der Torte: „Also bei GTA, darf man die Frauen auch anfassen im Stripclub“, da ich erklärte, dass dort getanzt wird und sonst nichts und das auch nicht nur Frauen machen, sondern eben auch Männer, da natürlich auch gleich se*istische Kommentare fielen. Von Elfjährigen!
Das ist nur eine Geschichte von dutzenden, die ich hier berichten könnte, zeigt aber sehr gut, dass es nichts bringt den Kids zu verbieten auf die Seiten zu gehen, auf die sie nicht gehen sollen, weil sie ab achtzehn sind. Wenn Elfjährige bereits GTA zocken und Jungs auf Snapchat Anfragen von Se*arbeiterinnen bekommen oder Mädchen sich viel zu früh selbst se*ualisieren, weil sie das überall sehen, dann bringt einem der „Jugendschutz“ auch nichts. Unsere Gesellschaft kommt nach wie vor nicht damit klar, wie früh junge Menschen heute auf Social Media unterwegs sind und das Gesehene noch gar nicht richtig einordnen können. Sie sehen es aber nun mal!
Das zusätzlich zu dem was sie sehen, nicht offen über Mastrubation gesprochen wird, egal welches Geschlecht, das nicht offen über die hormonelle und eben auch se*uelle Entwicklung in der Pubertät gesprochen wird, das nicht offen über Se* im Allgemeinen gesprochen wird, macht diese ganze Problematik nicht leichter! Ich habe mit neun Jahren zum ersten mal mastrubiert. Ich wusste nicht was ich da tue, zu diesem Zeitpunkt, wurde aber sehr früh von meinen Eltern aufgeklärt und es wurde über alles offen gesprochen – Danke dafür an der Stelle!
Wenn Menschen wirklich noch glauben, dass junge Menschen in der Pubertät erst so mit fünfzehn oder sechszehn ihre Se*ualität mit einem anderen Menschen entdecken, dann Willkommen in der Realität! Sie mastrubieren mit elf Jahren mit ihrem Handy bei Snapchat, bei TikTok und eben auch auf Seiten, bei denen ich eigentlich nicht überrascht sein muss, dass sie die schon kennen! Wenn ich die Lehrerin und die Erwachsene war, die für diese Kids eine Vertrauensperson war, mit der sie offen sprechen konnten, dann habe ich alles richtig gemacht.
Ich habe mehr als einmal besonders zu den Jungs gesagt, sie mögen bitte das was sie da sehen nicht als die Realität sehen und das es wesentlich mehr gibt, als das, was sie da sehen. Ich als Frau die se*uelle Gewalt erlebt hat, u.a. weil junge Männer schon zu lange po*nografische Inhalte konsumiert haben und denken: „So geht das!“ kann nur sagen: Klärt eure Kinder auf. Sprecht darüber. Sprecht über Respekt und Grenzen.
Für mich waren diese Unterrichtsstunden ein einziger fetter Trigger und ich habe das trotzdem gemacht, weil mir das wichtig ist für alle kommenden junge Frauen, die mit diesen Jungs in se*uellen Kontakt treten werden. Wenn ich das kann, mit fetter Traumatisierung, dann springt über eure Scham und das Tabu „Über sowas spricht man nicht!“ – Schatten. Vom nicht darüber sprechen ist es noch nie besser geworden!
Alles in Allem war der Schuldienst für mich sehr lehrreich, ich hatte in der letzten Wochen einige Schülerinnen im Arm die geweint haben, dass ich nicht mehr offiziell als Vertretungslehrerin arbeite ab dem neuen Jahr. Dank meiner wundervollen Kollegin kann ich aber über den Förderverein weiterhin meiner Bläserklassenkids und Youngbandkids mit betreuen und noch etwas länger dort gute Fee spielen.
2% Jahresumsatz mit künstlerischer Tätigkeit
Die Realität als Musikerin und freischaffende Flötistin ist, sagen wir mal, aktuell bescheiden. Mit dem Geld, was ich dieses Jahr mit Musik machen und meiner Flöte verdient habe, konnte ich ziemlich genau eine Kaltmiete in diesem Jahr zahlen. 180€ davon bin ich sogar noch vier Monate hinterhergelaufen, mehr dazu findest du in meinem Artikel Der frühe Vogel kann mich mal. Ich habe im Mai um 06.00 Uhr morgens eine Vogelwanderung musikalisch umrahmt, das Projekt als solches fand ich so cool, dass es für mich völlig okay war, dass ich so wenig Geld dafür bekam. Da ich aber dem Geld so lange nachlaufen musste, mich das wirklich sehr geärgert hat, durfte ich mir beim Schreiben dieses Jahresrückblicks wieder daran erinnern, wie schön das eigentlich war, bei Sonnenaufgang Telemann und Vasks im Grünen zu spielen.



Neben dieser Mugge habe ich noch eine weitere gespielt und habe so dieses Jahr gerade mal 2% meines Jahresumsatzes mit Flöte spielen verdient, eine Tätigkeit, der ich in meinem Studium 90% meiner Zeit gewidmet habe. Das zu realisieren ist hart. Ich muss ehrlich sagen, es gibt Tage, an denen fühle ich irgendwas zwischen Wut, Traurigkeit, Hilflosigkeit und Frustration. Das Vertrauen aufrecht zu erhalten, dass es auch wieder besser wird und ich vor allem viel bei dem Thema selbst in die Hand nehmen kann und Verantwortung übernehmen darf, ist nicht leicht.
Ich hatte in diesem Jahr nicht so viel Zeit und Kapazität für eigene Projekte, die ich selbst organisiert hätte. Kaum Zeit für Booking, Networking und Events, dafür aber Anfragen, die absolut nicht im Verhältnis standen. Da stehe ich mit einer Querflöte für 13.000€ und fahre zu einer Mugge, bei der ich wenn es gut läuft 100€ netto verdiene. Jede*r BWLer*in fasst sich da an den Kopf und sagt: „Das kann ja vorne und hinten nicht reichen. Wie soll man denn davon leben?“ – Gar nicht.
Fakt ist, darüber habe ich ja bereits in meinem Buch „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ geschrieben, vom reinen „Spielen“ können (zumindest im klassischen Bereich) Berufsorchestermitglieder leben. Wenn man dann da eine Stelle bekommt bzw. das überhaupt will. Für mich war es schon lange klar, dass ich nicht vom Spielen leben kann und möchte, dieser Abschnitt soll vor allem eine Problematik ins Bewusstsein rufen, die mich sehr beschäftigt hat dieses Jahr und gleichzeitig nur wenigen Menschen wirklich klar ist.
Ich wurde in meiner Studienzeit zur einer extrem guten und professionellen Flötistin ausgebildet, im Prinzip mit dem Ziel „ins Orchester“ zu gehen. Das ist das, was im Studium vorherrscht. Denn „Bachelor of Music Flöte“ heißt übersetzt eigentlich „Bachelor of Orchesterspiel“. Das war nie wirklich mein Ziel, das durfte ich 2020 dann noch mal klar für mich definieren. Eine sehr gute Freundin und Flötenkollegin hat mal zu mir gesagt: „Saskia, ist dir aufgefallen, dass auf deinem Visionboard nie ein Bild von dir im Orchester hing?“
Das hat gesessen. Mir bewusst zu machen, dass ich einem Ziel hinterher geübt und hinterhergelaufen bin, welches nicht meins ist. Auf der anderen Seite bin ich dadurch so gut geworden und ich kann heute Menschen begleiten und coachen, die in diesem Game drin sind oder rein wollen. Ein sehr wichtige Erkenntnis hat mich dieses Jahr erneut und damals aber auch schon erreicht:
Nur weil ich etwas gut kann oder in etwas richtig gut bin, muss ich es nicht beruflich machen!
Ich kann viele Dinge gut, darunter eben auch Querflöte spielen. Im Orchester, Kammermusik, Solistisch als Solistin vor einem Orchester. Ich kann das alles, die Frage ist was ich will und nicht nur was ich gut kann! Ich kann sehr gut führen und mich gute anpassen, extrem gut vom Blatt spielen und habe Nervenstränge aus Stahl. Ich bin mehr als geeignet für Berufsorchester – Aber ich will es nicht. Ich will nicht 100% in einem Orchester sitzen, ich würde dort innerlich verkümmern. Ich helfe gerne aus, spiele auch ohne Probleme ohne Probe irgendwo. In der Studienzeit bei meinem Professor habe ich gelernt jederzeit abzuliefern, egal mit wie viel Vorbereitung. Dafür bin ich dankbar und darf aber auch Menschen im Außen daran erinnern, was für eine harte Arbeit das war, dorthin kommen. Auf dieses Niveau und auf diese Fähigkeit alles zu spielen, was mir vor die Nase gelegt wird.
Wenn ich dann mit dieser hochwertigen und gleichzeitig sau harten Ausbildung Anfragen bekomme, ob ich für 200€ drei Stunden Probe + Anspielprobe und Konzert auf der 1. Flöte machen kann in einem Projektorchester, da muss ich einfach sagen: Scheiße Nein! Ich habe doch nicht so hart an meinen Fähigkeiten gearbeitet, betreibe quasi Feinmotorischen Hochleistungssport, um dann für einen Stundensatz zu arbeiten der z.T. nicht mal den Mindestlohn übersteigt! Mit den drei Stunden Probe und vier Stunden Anspielprobe und Konzert ist es ja nicht getan. Ich habe Kommunikation und Verwaltung im Vor- und Nachhinein, Vorbereitungszeit, Fahrtzeit etc.

Wer sich tiefer damit beschäftigen möchte: Hier gehts es zu der Seite von Verdi Fachgruppe Musik über Basishonorare.
Das es ein systematisches Problem ist und ich unter anderem deshalb beim PRO MUSIK Verband im Vorstand bin, um an solchen Themen mitzuarbeiten, ist mir klar. Aber ich möchte in diesem Jahresrückblick auch eben diese Gedanken loswerden, die mich wirklich viel beschäftigt haben. Ich habe einige Momente gehabt, in denen ich mich gefragt habe, wofür ich mich so angestrengt habe und so extrem viel geübt habe, um jetzt Anfragen zu bekommen, bei denen ich drauf zahlen muss.
Ich habe wieder Vertrauen gefunden. Ich habe eine Vision. Ich möchte durch mein Online Business und meine Tätigkeiten außerhalb des Spielens und Unterrichtens ein solches Einkommen generieren, dass ich in der Lage bin selbst zu veranstalten, meinen Mitmusizierenden angemessene und gute Gagen zu zahlen – ohne Förderung und staatliche Hilfen – meine eigenen Ideen umzusetzen, eigene Programme zu kreieren und eben etwas zu sein, was ich mir erst jetzt so richtig erlaube es auszusprechen: Ich bin Unternehmerin.
Ich möchte an den Punkt kommen, dass wenn ich angefragt werde und das Projekt geil ist, aber wenig Mittel zu Verfügung stehen zu sagen: „Was brauchst du? Ich spiele gerne und investiere ins Projekt, damit alle gut bezahlt werden!“ Da will ich hin und ich werde dorthin kommen! Ich habe kein Online Business gestartet, um mir demnächst ne fette Karre vor die Tür zu stellen und mich mit Konsumgütern zu überhäufen. Ich will die Branche verändern. Ich will zeigen, wie es eben auch gehen kann, wenn die richtigen Menschen viel Geld zur Verfügung haben und was für wundervolle Projekte dadurch möglich werden!
Ich kann aufzählen, was ich alles tue und kann und das ist verdammt viel. Aber ich kann auch einfach das Kind beim Namen nennen: Ich bin Künstlerin und Unternehmerin und gebe mein Wissen an Menschen weiter.

Ich werde keine Muggen mit schlecht bezahlen Honoraren mehr annehmen. Weil ich das nicht will und weil ich das nicht muss. Das war mein diesjähriges Motto. Ich habe mein eigenes Motto noch mal klar hinterfragen müssen, denn ich hatte es ja bestellt. Daher habe ich dieses Jahr auch so wenig gespielt. Weil ich nicht musste und die Projekte, die ich gerne gemacht hätte kommen eben dann 2024.
On the road
Ich war in diesem Jahr sehr viel unterwegs und wunderschönen Orten in Deutschland und Österreich. Einige kannte ich schon, andere waren neu für mich. Um euch etwas mitzunehmen, wo ich überall war folgt ein kleines Reisekarusell.

Im Januar nur eine Woche bevor ich meine Yogaausbildung begonnen habe, war ich bei der wundervollen Katharina Giegling auf einem Yogaretreat in einem ganz bezaubernden Ort in der Nähe von Hannover. Ganz wundervolle Menschen habe ich dort kennen gelernt und endlich mal live erlebt. Es war ein so schöner Start in meine Yoga Intensive Zeit und eine perfekte Auszeit vor einer sehr herausfordernden Zeit!
Wien durfte dieses Jahr auch nicht fehlen! Zu Besuch bei meinen wundervollen Flötenschwestern Mária Kósa und Veronika Vitazkova dieses Jahr nur kurz und nur ein mal, aber meine zweite Heimat in Österreich besuche ich natürlich immer liebend gerne!


Mit meinen Liebsten war ich dieses Jahr in Österreich in Steyr im Kurzurlaub rund um Ostern. Ein wirklich bezauberndes Städtchen. Wir haben dort den Geburtstag meiner besten Freundin gefeiert, waren sehr lecker Essen und viel in der Natur.


Mit meiner lieben Kollegin und der Youngband waren wir im April in Hamburg und bei König der Löwen zu Besuch. Eins der Musicals, welches ich tatsächlich noch nicht gesehen habe. Die Stadt war mega, die unser Schüler*innen wollten natürlich nicht viel schlafen, also haben wir auch nicht viel geschlafen. Mein erstes Mal als Betreuerin bei einer Kursfahrt und ich fand es echt richtig gut!
Ich war dieses Jahr auch mehrfach in Berlin, ein mal für ein Coaching bei der wundervollen Kirsten Peters. Ich möchte gar nicht so viel über die Inhalte sprechen, da sie zum Teil sehr persönlich sind, aber ich kann sagen: Es war so gut und magisch und ein riesen Boost für mich und meine Entwicklung! Dicke fette Empfehlung! Daneben hatten wir auch so wundervolle Gespräche, die mir sehr gut getan haben. Wir haben ein bisschen Content für euch produziert und an einem ganz besonderen Projekt geplant, worüber ich bald sprechen kann!
Eine weitere Station in Berlin war, eine weitere Seelenschwester zu treffen und endlich live in Farbe zu sprechen. Die wundervolle Maria Busqué und ich haben uns schon 2022 digital kennen gelernt und dieses Jahr endlich getroffen. Einmal war sie in Wuppertal beruflich zu Besuch und bei meinem beruflichen Besuch in Berlin haben wir uns getroffen, gegessen und einen Deep Talk vom Feinsten gehabt.
Ich bin unglaublich dankbar für diese Verbindung mit einer Frau, die genau da ist, wo ich hin will. Das ist so wichtig, dass wir uns mit Menschen umgeben, die uns weiterbringen, die richtigen Fragen stellen und zuhören. Ich durfte auch im Rahmen ihres Unterrichtsflow Seminars meine Masterclass: Motivation in Gruppen halten. Genaugenommen war das ihre Idee 🙂 Danke meine Liebe und auf viele weitere Gespräche und Projekte!


Ich war zum 7. Mal bei der wundervollen Carin Levine auf dem Meisterkurs in Rheinsberg. Es tat so unglaublich gut eine ganze Woche nur meiner Flöte zu widmen und ganz viel Zeit in der Natur und mit Musik zu verbringen.
Ich durfte im November mein Live Workshop „Selbstmanagement im Musikstudium“ an einer Musikhochschule in Rostock halten. Es war eine echt schöne Gruppe und trotz der Höllen Fahrt mit der Deutschen Bahn, bin ich so glücklich, dass der Stura der Hochschule auf meine E-Mail geantwortet hat. Denn ich habe dieses Jahr endlich neue Flyer gedruckt und diese samt Angebot meines Workshops an sämtliche Musikhochschulen gesendet.

Onlineseminare
So lange hatte ich eine Vision von einem Onlinekurs für Musikstudierende mit all den Inhalten aus meinem Starterkit. Während ich das Starterkit geschrieben habe, hatte ich bereits die Videos vor Augen, allerdings 2021 nicht die Möglichkeiten und das Wissen, wie ich einen Onlinekurs aufbaue und veröffentliche.
Das ist jetzt anders und ursprünglich war der Onlinekurs schon 2022 geplant. Das Leben kam dazwischen und dieses Jahr war mir das so wichtig, den Kurs fertig aufzunehmen und zur Verfügung zu stellen. Ich weiß, wie viele Studierenden zu Beginn ihres Studium struggeln und zwar eben nicht nur mit den Hochschulthemen, sondern mit ihrer Selbstorganisation. Dieser Onlinekurs ist ein Upgrade zum Starterkit E-Book oder Ringbuch und ein liebevoll gemeinter Arschtritt, voller Inspiration und Motivation.

Zu Beginn des Jahres habe ich mich bei Blasmusik.digital als Dozentin beworben und wir waren direkt auf einer Wellenlänge und planten das erste Online Seminar. Aus dem einen Online Seminar wurden insgesamt zehn dieses Jahr und ich bin unglaublich dankbar für die Möglichkeit und all die schönen Abende, an denen ich mein Wissen weitergeben und Menschen inspirieren und motivieren durfte. Für 2024 sind auch schon wieder Seminare geplant, darauf freue ich mich riesig!
Was sonst noch so los war
Ich habe seit langem mal wieder eine Fastnachtssitzung gespielt, gemeinsam mit meinem Papa in Guntersblum. Meine Mama war natürlich auch am Start. Ich komme aus einer Waschechten Meenzer Fassenachter Familie und vermisse das sehr!




Ich war Trauzeugin bei meiner wundervollen besten Freundin auf der Hochzeit. Durfte mich musikalisch komplett austoben und wir hatten alle einen wunderschönen Tag! Die Bilder sind von Annegret Hirschmann.

So lange stand das auf meiner To-Do-Liste. Das kroch so von Monat zu Monat, bis ich endlich die Kapazität und kreative Kraft hatte, meine neuen Flyer zu designen und drucken zu lassen.
Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und es haben bereits viele Musikhochschulen, durch meine helfenden Elfen, Freunde und ehemaligen Studienkolleg*inne, diese wundervollen Flyer ausgelegt.
Ich habe dieses Jahr wieder Masterclasses für Musiker*innen gehalten, die sind alle als Aufzeichnung zu erwerben.
Für Flötist*innen habe ich natürlich auch wieder Webinare gehalten, weniger als geplant, aber da kommen 2024 die, die ich dieses Jahr nicht mehr durchführen konnte. Es gibt neben meinem Basis Bundle nun auch ein neues Bundle: Das Flötenklang Bundle. Dort sind auch zwei neue Webinare enthalten Klang mal anders und Singen und Spielen mal anders (die sind natürlich auch beide einzeln zu erwerben.)
Mein 2023 in Zahlen
4.987 Aufrufe auf dem Blog und insgesamt 2.353 Besucher*innen, 14 veröffentlichte Beiträge
10.345 Downloads auf meinem Podcast und neu kamen insgesamt 42 Folgen dazu.
111 Bestellungen auf meinem Online Shop.
10 Seminare für Blasmusik.digital 4 Masterclasses und 5 Webinare für Flöte.
Es geht nicht darum, was ich tue, sondern wie
Ich habe sehr lange überlegt, wie mein Motto für 2024 aussehen könnte und was ich für Ziele bereits hier veröffentliche. Da ich aber in den nächsten Tagen die Rauhnächte zelebriere, möchte ich hier noch gar keine Ziele aufschreiben. Ich werde damit im neuen Jahr mit einem neuen Blogartikel starten. Ich brauche jetzt nach den letzten Wochen erst mal eine Auszeit und Zeit für mich, Zeit für Reflexion und Zeit für Yoga, Meditation und meine Spiritualität.
Aber eine Erkenntnis, die möchte ich noch teilen. Vor kurzem überkam mich in einer Meditation die klare Aussage: „Es geht nicht darum, was ich tue, sondern wie ich es tue!“ Das hat mir wieder vor Augen geführt wie wichtig es ist, auf seine eigene Energie, die eigenen Gedanken, die eigenen Gefühle und Handlungen zu achten! Vor allem aber dafür Verantwortung zu übernehmen. Das habe ich in den letzten Wochen leider auch wieder aus den Augen verloren, mich immer wieder zu zentrieren und mich mit mir selbst auseinander zu setzen. Ich war eigentlich zu großen Teilen damit beschäftigt den Shit von anderen, den sie bei mir (bewusst wie unbewusst) abladen, durch mein System zu schleusen und gehen zu lassen, mich abzugrenzen und zu schützen.
Ich möchte mich abschließend als Fazit dieses Jahres bedanken, bei allen wundervollen und auch bei allen schmerzhaften Erfahrungen. Alles hat mich weitergebracht, mich wieder ins vertrauen gebracht, dass nun mal „alles im Leben so sein muss, wie es ist“. Akzeptanz für Erfahrungen, die ich nun mal nicht beeinflussen kann. Geduld, auch wenn ich gerne schon viel weiter wäre, als ich gerade bin. Mich immer wieder daran zu erinnern, dass meine Bedürfnisse nicht egal sind und ich mich selbst darum kümmern darf, kein Mensch kommt, um mich zu retten und ich das auch von niemandem verlangen will!
Ich vertraue darauf, dass alles, was mir passiert ist, für mich passiert.
Ich vertraue darauf, dass ich voller Wunder, Magie und Fähigkeiten bin.
Ich vertraue darauf, dass ich immer geliebt bin, egal was ich tue oder nicht.
Ich vertraue darauf, dass ich die richtigen Menschen mit dem erreiche, was ich sagen oder aussenden möchte.
Ich vertraue darauf, dass wenn sich eine Tür schließt, sich eine andere öffnet.
Ich vertraue darauf, dass Menschen nie für immer gehen, sondern sie immer einen Platz in meinem Herzen und meiner inneren Welt haben.
Ich vertraue darauf, dass 2024 ein genauso wundervolles Jahr wird, ich noch mehr auf mich und meinen Seelenweg höre und Menschen um mich herum verzaubere mit meiner Energie, meiner Musik und meinem Feenstaub.




















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