Wisst ihr was heute für ein Tag ist? Managemusik wird heute 5 Jahre alt!!
Krass! Ich weiß noch genau, wie ich mich damals gefühlt habe, als ich spät Abends meinen ersten Artikel und die „Über Mich“ Seite schrieb und dann auf veröffentlichen gedrückt habe. Am 12.09.2019 bin ich online gegangen mit meinem Herzensprojekt, nachdem ich das erste Modul eines Onlinekurses (I AM) von Laura Malina Seiler absolviert hatte, an dessen Ende ich mir die Frage stellte: Worauf um alles in der Welt warte ich eigentlich noch?
Es gab hunderte Gedanken in meinem Kopf, die mich daran hindern wollten sichtbar zu werden. Die mir erzählten, dass das niemanden interessiert und niemand lesen würde, was ich zu sagen hatte. Das es für mich nicht sicher ist, mit diesen Themen rauszugehen und mich „verwundbar“ zu machen, das Menschen über mich lästern und sich darüber lustig machen würden. Es waren sogar einige meiner Freunde, die sich vor meinen Augen zu diesem Zeitpunkt darüber lustig machten. Gedanken, die mir erzählten, ich würde ja gar nicht wissen, wie man so einen Blog startet oder einen Podcast und, dass ich mich nicht so wichtig nehmen sollte.
Hand hoch, wer solche Gedanken schon hatte oder aktuell hat…
Ich hatte ein solche Angst vor Verurteilung, vor Ablehnung und vorm Scheitern. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich darüber schreiben oder sprechen können. In diesem einen Moment hatte ich den Mut, die Kraft und für kurze Zeit auch das Vertrauen, dass alles gut werden würde und das es nicht bei zwei Menschen (meinen Eltern) bleiben würde, die diesen Blog lesen und der Menschen helfen würde. Nach kurzer Zeit, machte ich mit einem Freund ein paar Fotos und er half mir auch den Blog aufzubauen, denn natürlich ist das alles nicht einfach, aber eben auch keine Raketenwissenschaft. Ich bin sehr dankbar, für alle Menschen, die mir auf dem Weg geholfen haben und mich nicht belächelt haben.
Nun sitze ich hier, fünf Jahre später und schaue zurück, mir laufen die Tränen nur so runter. Aus Freude und Dankbarkeit, aber auch von dem Schmerz und der Wut in die ich mich immer wieder reinbegeben habe, um diese Artikel hier zu verfassen. Von ganz persönlichen Erfahrungen, über Planungshacks zu Realtalk in der Musikbranche war alles dabei. Es gab Phasen, da schaffte ich monatelang keinen einzigen Artikel zu schreiben. Es gab Phasen, da floss es nur so aus mir heraus und eines hat sich bis heute seitdem nicht verändert: Ich liebe das Schreiben, es erfüllt mich zutiefst und es fühlt sich für mich nicht wie arbeiten an.
Ich möchte euch heute auf die Reise mitnehmen, auf verschiedene Stationen von Managemusik, vor allem für alle, die nun neu dazukommen und wissen wollen, wie und warum das alles entstanden ist. Ich teile mit euch meine Visionen, wo es hingehen soll und was sich hier verändern, aber auch was gleich bleiben wird. Let’s do this!
Über verpeilte Studierende und genervte Lehrpersonen
Ich erzähle diese Geschichte immer so unglaublich gerne, wenn mich Menschen fragen, wie Managemusik geboren ist. Eigentlich sogar viel früher, als ich diesen Namen empfangen und den Blog und Podcast gestartet habe. 2018 hatte ich einen sehr vollen Kalender und war perfekt durchorganisiert. Anders wäre das auch nicht gegangen mit zwei Studiengängen und eben auch zwei Hauptfächern parallel (Querflöte künstlerisch und Klavier Instrumentalpädagogik). Ich studierte in Wuppertal am Standort der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Ich arbeitete in der Bibliothek als studentische Hilfskraft, hatte bereits zwei Musikschulnachmittage als Honorarkraft, ich war in der Studentischen Vertretung und auch in sämtlichen Gremien, ich arbeitete im Betreuungsbüro und war sowas wie das „Orakel der Hochschule“.
Den Namen habe ich mir nicht selbst gegeben. Ich wusste alles, jeder fragte mich wenn es Fragen gab, zu Themen, über die ich z.T. heute und in den letzten Jahren schrieb und sprach, aber auch solch tolle Fragen, die diese Personen auch einfach selbst hätten nachschauen können. Ich war Mädchen für alles, was u.a. auch später ein Grund für meinen Zusammenbruch war, dazu komme ich aber später.
Ich spielte sehr viele Kammermusikprojekte, Orchesterprojekte und natürlich muggte (Auftritte/Konzerte außerhalb der Hochschule) ich mich bereits durch die Weltgeschichte. Ich war immer pünktlich, plante immer für alle mit und war unglaublich genervt von der Schludrigkeit und Verpeiltheit meiner Studienkolleg*innen. Ich sehe das heute etwas anders und weiß natürlich das ganz viel davon einfach blanke Überforderung war, ein Grund warum es diesen Blog heute gibt. Aber zu diesem Zeitpunkt war ich sehr genervt. Eine Frage, die ich zu dieser Zeit so oft hörte:
„Saskia, wie schaffst du das immer alles unter einen Hut zu bringen?“
Ich ging zu meinem damaligen Standortdirektor und beschwerte mich, bat um ein Zeitmanagement Seminar für die Studierenden. Planung und Selbstorganisation waren in unserem Studium nie ein Thema, wurden aber vorausgesetzt. Mein Standortdirektor hörte sich das alles sehr aufmerksam an, nickte und sagte dann zu mir: „Liebe Frau Worf, ich verstehe absolut was sie meinen, mir geht es als Dozent ja genauso. Mich ärgert das auch. Wieso machen Sie nicht dieses Seminar?“
Ich stutzte und musste kurz überlegen, ob ich mich vielleicht verhört hatte. Ich fragte nach, warum ich denn ein Seminar geben sollte und er antworte: „Weil ich keine Studentin kenne, die so gut organisiert und verlässlich ist wie Sie und Sie das sicher auch weitergeben können.“ Ich willigte ein, so ein Blockseminar für die Studierenden zu konzipieren und zu halten. Wenige Monate später war es soweit, im Wintersemester 2018/19 hielt ich mein erstes Selbstmanagement Seminar für Studierende, es folgten viele weitere, die ich noch während meiner Studienzeit an der Hochschule hielt und warum? Weil ein Professor an mich geglaubt hat und etwas in mir gesehen hat, was ich noch nicht gesehen hatte. Sollte er das hier lesen: Ich bin unendlich dankbar für Alles und dieser Moment war die Geburtsstunde von Managemusik, denn von diesem Gespräch an, wuchs der Wunsch in mir, damit rauszugehen. Einen Blog zu starten oder sogar einen Podcast.

Den Blog veröffentlichte ich dann im September 2019 und bloggte in den ersten Monaten was das Zeug hielt. Es machte mich so glücklich! Ich hatte natürlich einiges an Gegenwind im persönlichen Umfeld, belächelnde Blicke, Getuschel in der Hochschule, Menschen, die sich darüber lustig machten. Das und viele andere Erfahrungen im Herbst 2019 sorgten bei mir für einen mentalen Zusammenbruch, über den ich in dieser Podcastfolge auch ausführlich spreche:
Podcast Fieber und persönliche Ängste
Ich bin ehrlich mit euch: Ich liebe Podcasts. Seit 2015 bin ich ein absolutes Podcast Fangirl. Zu einer Zeit, in der noch nicht viele deutsche Podcasts zu Themen da waren, die mich interessierten, heute wird man ja quasi erschlagen! Ich träumte jahrelang davon einen eigenen Podcast zu haben, meine Erfahrungen zu teilen und Menschen zu inspirieren und zu motivieren. Ich habe mir das nur sehr lange nicht eingestanden, geschweige denn bin ich ins Handeln gekommen.
Ich hatte Stimmen in meinem Kopf, die meisten davon stammen aus meiner Schulzeit, in der ich gemobbt wurde und viele Jahre, in denen ich immer wieder gehört habe: „Saskia, niemanden interessiert was du sagst.“ Ich bin in meiner Schule (Mädchengymnasium) einem Umfeld gewesen, in der meine Fähigkeiten und meine Stärken nur von sehr wenigen Menschen (sowohl Lehrkräften als auch Mitschülerinnen) gesehen und gefördert wurden. Meine Fähigkeiten und mein Potenzial, welches ich bis heute nach und nach entfaltete wurde dort eher gedeckelt und ich wurde in verschiedene Schubladen gesteckt. Damit bin ich heute intellektuell und emotional komplett durch, aber das hat mich 2019 zu Beginn meiner Therapie natürlich stark begleitet. An die Stellen zu schauen, wo es besonders wehtut und viele Themen tummelten sich rund um meine Sichtbarkeit.
Als ich damit allmählich auf einen grünen Zweig kam, beschloss ich während meiner Therapie ein Experiment zu starten. Meinen Podcast zum Blog zu veröffentlichen und damit rauszugehen. Mich zu zeigen, meine Interessen zu zeigen, meine Fähigkeiten auszubauen und mich auf meine Stärke – das Sprechen vor Menschen – zu stützen und einfach mal drauf los zu posten und zu schauen was passiert. Aus diesem Experiment ist heute ein Podcast geworden, der über 180 Folgen zählt, über 35.000 Aufrufe hat und vor kurzem in den Podcastcharts in der Kategorie „Musik Interview“ gelandet ist.

Ich habe von Folge zu Folge meine Ängste abgebaut und die Gedanken, die mich klein hielten über Bord geworfen. Nach einigen Monaten sprach ich sogar über all diese Gedanken, denn von dem reinen Planungsnerdtalk veränderten sich meine Themen und es kam der Bereich mentale Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Systemkritik hinzu. Ich habe tolle Menschen interviewen dürfen und von allen immer gespiegelt bekommen, wie wohl sie sich im Gespräch gefühlt haben. Das hört man den Gesprächen auch an. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich das machen kann und freue mich jedes Mal über eine neue Folge, die ich aufnehme und mit euch teilen darf.
Starterkit für Musikstudierende
Ich hatte bereits 2018 eine Vision von einem Workbook für Studierende. Ein Workbook, bestehend aus Impulsen für Planung und Selbstorganisation, Verbindung von Studium und Privatleben und in Kombination mit Persönlichkeitsentwicklung. All die Themen, über die eben im Studium oder davor nicht gesprochen wird, es aber vorausgesetzt wird, dass das alle können.
Ich selbst habe früher nie verstanden, was so schwer daran ist sich gut zu organisieren. Ich wurde eines besseren belehrt und durfte lernen, dass nicht alle Menschen so eine Begeisterung und Tools dafür haben wie ich. Ich durfte auch den Begriff der ‚Neurodiversität‘ kennenlernen, da ich mich bereits seit meinem Studium viel mit Neurobiologie beschäftige und mich das Gehirn als solches sowieso mega fasziniert, durfte ich feststellen, dass andere Menschen ihre Umwelt anders wahrnehmen, anders denken und Reize verarbeiten und sich das auch beim Thema Selbstmanagement zeigt.
So unterschiedlich, wie wir Menschen sind, so unterschiedlich können wir uns auch organisieren und ich wollte etwas schaffen, in dem Studierende ihren eigenen Weg finden, sich ausprobieren und gleichzeitig Impulse mitbekommen. Ich erarbeitete also das, was heute als Starterkit für Musikstudierende schon vielen jungen Menschen geholfen hat. 2021 veröffentlichte ich sowohl das E-Book, als auch das Hörbuch und bestellte 200 Exemplare als Ringbücher vor, um diese selbst zu vertreiben. Bereits in dieser Zeit, hatte ich vor meinem inneren Auge auch einen Onlinekurs gesehen, zu genau diesen Themen. Ich wusste 2021 nur noch nicht, wie das geht – 2023 allerdings schon.
Ich bin jedes Mal überglücklich, wenn mir eine Studentin oder ein Student schreiben, wie ihnen das Workbook geholfen hat, ihren Alltag zu bewältigen und weniger überfordert, dafür mit mehr Überblick und Klarheit ihr Studium zu absolvieren. Das war die Idee. Nun hatte ich mit diesem Projekt etwas geschaffen, mit dem ich mir Gedanken machen musste, wo das hingehen soll mit Managemusik. Denn es war für mich schon lange nicht mehr nur ein Blog und ein Podcast. Ich wollte, dass sich das Ganze selbst finanziert und ich nicht querfinanzieren muss.
Ich bin jetzt Unternehmerin
Ich gründete 2021 ein Unternehmen und meldete Managemusik als Gewerbe an. Das war sehr aufregend, denn bis dahin war ich zwar schon Freiberuflerin und machte meine Steuer schon seit Jahren selbst, aber Managemusik auf die nächste Stufe zu heben, ich kann euch sagen, mir ging der Hintern ordentlich auf Grundeis. Ich wusste so viele Dinge nicht und war zu Anfang total überfordert.
Rückblickend total lustig, weil ich in den ersten zwei Jahren ja sogar Verlust gemacht habe und ich mir über Gewerbesteuer erst mal keine Gedanken machen brauchte. Meine Buchhaltung wurde dadurch etwas komplexer, aber das machte ich nach wenigen Monaten auch routiniert. Ich hatte im Jahr 2021 Ideen ohne Ende, wozu Managemusik alles werden kann und wie es für mich ein weiteres Standbein wird, welches mich auch finanziell unterstützt.
Ich wollte aus Managemusik eine Marke machen. Ich hatte so viel über Marketing gelernt und mir bereits überlegt wie meine Positionierung genau aussieht. Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, was für mich Erfolg bedeutet und wie ich es für mich definiere, wenn Managemusik als Unternehmen erfolgreich ist.

Workshops, Seminare und Mentoring
Ich startete also 2022 mit meinem Online Business. Ich hatte bereits auch Erfahrung damit gemacht Seminare online durchzuführen und wusste, nach Corona wäre es wesentlich leichter, Online Seminare und Workshops anzubieten. Ich baute mir eine Produktpalette auf, gab Online Masterclasses zu unterschiedlichen Themen wurde von verschiedenen Hochschulen eingeladen und gab auch für Verbände bereits Selbstmanagement Workshops.
Ich merkte in dieser Zeit schnell, wie sehr ich das liebe und wie viel Freude mir das bereitet und wie verdammt noch mal gut ich das mache. Seminare gab ich auch als Lehrbeauftragte (seit 2020) an der Akademie für Musik in Berlin zu den Themen Berufsfeldkunde, Selbstmarketing, Bewerbungscoaching und Projektplanung.
Immer öfter bekam ich Anfragen von Teilnehmenden, ob ich sie nicht 1:1 zu bestimmten Themen beraten und unterstützen könnte. Ehe ich mich versah, hatte ich plötzlich Menschen, die mit mir im 1:1 an ihrem Mindest, Bühnenvorbereitung, Lampenfieber und ihrer Karriere arbeiteten. Die Anfragen kamen über den Podcast, über den Blog, aber auch über Workshops die ich hielt und ich wurde irgendwie ohne es geplant zu haben, zur Mentorin und Coachin von Musiker*innen und Musikstudierenden.
Ich entwarf 2022 einen weiteren Onlinekurs, der allerdings etwas mehr in die Tiefe geht. Get your shit done ist ein Selbstlern- und Selbsterfahrungskurs, zum Thema mentale Bühnenvorbereitung. Dieser Kurs beruht auf vielen meiner 1:1 Gespräche und natürlich auf meiner eigene Erfahrung.
Dozentin an der RSH Düsseldorf
Ende 2023 las ich eine Ausschreibung für eine Stelle an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Beim Lesen kam mir der Gedanke: „Da steht mein Name drauf!“. Es handelte sich um eine 50%-Stelle als Lehrkraft für besondere Aufgaben im Music Career Center. Alles was dort stand, traf auch mich zu. Ich hatte mir 2019 in meinem 5-Jahresplan notiert, dass ich vor meinem 30. Geburtstag einen Vertrag für eine feste Stelle an einer Musikhochschule unterschreiben würde. Ich wusste 2019 noch nicht, für was ich angestellt werden wollen würde, aber ich wusste ich wollte an die Hochschule. Ich wollte an einer Hochschule arbeiten, um es anders zu machen, um etwas zu verändern.
Ich schickte im Januar meine Bewerbung ab und war irgendwo zwischen „Die müssen mich nehmen!“ und „Ich bin zu jung, mir fehlt noch dies und das und wollen die überhaupt jemanden wie mich?“. Ich wurde eingeladen und durfte im März bei meinem ersten Einstellungsverfahren an einer Musikhochschule vorsprechen und meine Expertise zeigen. Ich fertigte ein Konzept an, ich bereitete mich extrem gut vor und ich war am Tag selbst ganz klar in mir: „Wenn die mich nicht nehmen, sind sie selbst schuld.“
Ich blieb mir treu, ich verstellt mich nicht, ich war so authentisch und ehrlich, wie ich immer bin. Natürlich mit der Gefahr hin, dass denen das zu krass ist, zu ehrlich, zu direkt. Ich wusste aber nach dem Vorstellungsgespräch, wenn sie mich nehmen, dann nehmen sie wirklich mich und nicht eine gestellte und gedeckelte Version von mir.
Alle Themen, die ich hier seit Jahren besprochen habe, sind dafür Voraussetzung gewesen, dass ich mich überhaupt bewerben konnte. Meine Erfahrung als Selbstständige, meine Erfahrung als Dozentin und mit Seminaren, sowie meine Expertise im Marketing Bereich und in der 1:1 Beratung mit Studierenden, waren Gründe, warum ich mich überhaupt bewerben konnte. Faktisch habe ich mich auf einen Job beworben, der nur sehr wenig mit meinen Studienfächern zu tun hatte. Er hatte sehr viel mit meinem Business zu tun und meiner Erfahrung als freischaffende Musikerin. Alle Themen, die ich heute unterrichte und weitergebe in der Musikhochschule, habe ich selbst nicht an meiner Hochschule gelernt.
Ich wurde in dem Vorstellungsgespräch von einer Kollegin gefragt, wo ich mich und das Music Career Center, wenn man mich einstellen würde, in fünf Jahren sehen würde. Meine Antwort war kurz, aber ehrlich:
Ich möchte in fünf Jahren die Dozentin mit all diesen Themen sein, die ich vor fünf Jahren gebraucht hätte!
Ich habe mir das zu alles selbst angeeignet, mir Expertise im Außen gesucht, Mentor*innen gefragt und Kurse besucht. Ich habe unzählige Bücher und Blogeinträge gelesen, Podcastfolgen zu den Themen gehört und Videos geschaut.
Jahrelang im Studium hörte ich, ich solle mehr üben und mich nicht so viel um meine Tätigkeiten neben dem Studium konzentrieren, ich sollte mich auf eine Sache festlegen und mir über meine Prioritäten klar werden. Ich weiß heute, warum ich das nicht so gemacht habe. Warum ich all meine Fähigkeiten ausgebaut habe und ich heute nicht nur Flötistin und Pädagogin bin. Ich bin mir heute darüber bewusst, dass ich eine Scanner Persönlichkeit bin und nicht nur in einer Sache gut und mich auch für mehrere Themenbereiche interessiere.
Ich bin sehr dankbar, dass ich nicht auf Anweisungen im Außen gehört habe, sondern meinen Weg gegangen bin, denn ohne Managemusik, ohne meine Tätigkeiten neben dem Studium und ohne einige Menschen, die an mich geglaubt haben, hätte ich nicht mit 29 Jahren einen Vertrag unterschrieben für eine Dozentinnenstelle an einer Musikhochschule.
Ich habe jahrelang bemängelt und kritisiert, dass die Musikhochschulen ihren Hintern nicht hochbekommen bei Themen rund um Professionalisierung, Karriereplanung, Selbstorganisation, Selbstständigkeit und Marketing. Ich habe es öffentlich kritisiert. Ich weiß, dass einige Hochschulen nicht mögen, was ich hier tue und es nervt, dass ich den Finger immer wieder in die Wunde lege und auf Missstände hinweise. Ich weiß es aber zu schätzen, dass mich eben so eine Musikhochschule eingestellt hat, um etwas zu verändern. Eine Hochschule, die verstanden hat, dass es auch anders geht, dass dafür aber auch andere Menschen mit anderen Visionen benötigt werden.
Ich bekam Anfang April dann diesen Anruf, der mein Leben verändert hat. Der mein Berufsleben auf den Kopf gestellt hat und ich bekam das, was ich mir vor fünf Jahren manifestiert hatte. Ich habe von meinem Rektor folgenden Satz gehört, der mich zusammenbrechen ließ, als der Druck abfiel: „Liebe Frau Worf, wir wollen sie gerne einstellen, wir waren begeistert von Ihnen und ich würde mich freuen, wenn sie zusagen.“
Ich sitze nun hier tränenüberströmt und bin dankbar. Dankbar für meine Fähigkeiten, dankbar, für meinen Mut und meine Risikobereitschaft, dankbar, keine Angst vor Autoritäten zu haben, dankbar, mich so zu zeigen wie ich bin und genau das auch weitergeben zu können.
Ich bin dankbar nun Studierende dabei zu begleiten, ihren Weg zu gehen und ihre eigenen Fußstapfen zu hinterlassen und nicht in die von ihrer Hauptfachlehrkraft treten zu wollen. Ich bin dankbar für alle Menschen, die mich bis hierher begleitet haben und mich unterstützt haben, die an meine Vision glauben, die Musikbranche und die Ausbildung in Musikhochschulen grundlegend verändern zu können. Die mit mir daran glauben, dass mentale Gesundheit kein „Nice-to-have“ ist und Machtmissbrauch und Diskriminerung in der Musikbranche und an Musikhochschulen keinen Platz mehr haben darf.
Ich bin aber vor allem dankbar, dass ich immer an mich geglaubt habe, auch wenn es schwer war und nicht immer alles so lief, wie ich mir das gewünscht habe. Wenn Menschen aus meinem Leben gegangen sind, die mit meiner Veränderung nicht mitgehen konnten. Wenn Gegenwind kam und mir Menschen gesagt haben, ich sei verrückt und solle meine Energie lieber in andere Dinge stecken.
Dieser Blog war der Anfang von meinem Weg. Ich werde ihn weiterhin bespielen und nun meine Themen aus meiner Stelle mit hier einfliessen lassen. Ich freue mich auf viele weitere Jahre mit diesem Blog, mit meinem Podcast und möchte sowohl junge Menschen unterstützen, die Musik studieren wollen, bereits dabei sind oder Menschen aus der Musikbranche mit den Themen und meiner Expertise unterstützen. Es wird auch in Zukunft mehr solcher Videos auf meinem YouTube Kanal geben:
Ich werde auch weiterhin über die Themen sprechen, über die wir sprechen müssen, auch wenn viele mit der Einstellung rangehen: „Wird sich ja eh nichts verändern.“ Ich werde weiterhin auf Missstände in unserer Branche hinweisen und mich aktuellen Themen widmen.
Ich habe nicht für alles direkt Lösungen im Gepäck, aber ich bin ein Mensch, der gerne Dinge anspricht, sie ins Bewusstsein holt und sichtbar macht. Ich habe keine Angst mehr vor Verurteilung oder vor Abwertung. Dieser Blog und mein Podcast waren meine wichtigsten Begleiter auf meiner persönlichen Reise und meiner persönlichen Entwicklung.
Unterschätzt nicht, was in fünf Jahren alles möglich ist. Wenn ich so zurück schaue, kann ich vieles davon nicht fassen und darf mir aber selbst auf die Schulter klopfen, denn das habe ich alles selbst gemacht. Ich bin Managemusik. Ich bin die Person hinter allem und freue mich auf die kommenden Jahre und wo es noch hingeht.
Danke für euer Vertrauen. Danke, dass ihr immer noch dabei sei. Danke, dass ihr hier lest und den Blog und Podcast teilt. Ohne euch, würde es Managemusik nicht geben. Danke!






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