Wenn ich dieses Jahr in drei Wörtern beschreiben müsste würde ich sagen:

Veränderung. Traumerfüllung. Bewusstsein.

Es ist so viel passiert, dass ich natürlich nicht alles hier in diesem Artikel unter bekomme, aber es ist nicht nur viel passiert, sondern die Dinge, die passiert sind haben meinen Alltag extrem verändert. Es hat sich in den Alltag verändert, den ich mir in den letzten Jahren immer wieder manifestiert habe. Viele Ziele, die ich mir Anfang 2024 gesteckt hatte, habe ich erreicht, manche anders als erwartet, aber so ist es ja immer.

Mein Motto für 2024 war: „Es geht nicht darum was ich tue, sondern wie“ und das habe ich mir in verschiedenen Lebensbereichen immer wieder bewusst gemacht. Es geht nicht unbedingt ums „Was“, sondern mit welcher Energie, mit welcher Intention ich etwas tue. Dasselbe ist mir dieses Jahr oft beim Thema Kommunikation aufgefallen, auch nicht zum ersten Mal: Es geht oft nicht um das Was, also um den Inhalt, sondern darum wie es formuliert ist und mit welcher Schwingung und Emotion es bei uns ankommt und was es dann wiederum in uns auslöst. Dieses Jahr habe ich einige Träume in Erfüllung gehen lassen, die ich zum Teil schon über zehn Jahre hatte und weil es so viel zu erzählen gibt, will ich gar nicht lange fackeln, sondern direkt rein starten.

Hier geht es zu meinem letzten Jahresrückblick 2023, falls du den noch nicht gelesen hast.

Ich habe zur Erleichterung ein Inhaltsverzeichnis, mit dem du auch direkt in die jeweiligen Kapitel springen kannst.

  1. Managemusik ist nun im Music Career Center an der Robert Schumann Hochschule
  2. Yin und Yang – Ich unterrichte jetzt Yoga
  3. Byebye Musikschule
  4. Flötenklangwelten und Restart Album Release
  5. Back on stage
  6. 7 Konzerte in 24 Tagen – mein November
  7. Meine Highlights im Jahr 2024
  8. 2024 in Zahlen
  9. Meine Projekte und Ziele in 2025
  10. Mein Motto für 2025: Flügel auspacken und losfliegen

Managemusik ist nun im Music Career Center an der Robert Schumann Hochschule

Die größte Veränderung dieses Jahr, ist eine halbe feste Stelle an der Robert Schumann Hochschule als Lehrkraft im Music Career Center. Vor ziemlich genau einem Jahr, saß ich an genau dem Tisch, an dem ich nun diese Zeilen schreibe und habe hin- und herüberlegt, ob ich mich für diese Stelle als Dozentin im Music Career Center der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bewerben soll oder nicht. Ich hatte (wieder einmal) Stimmen in meinem Kopf, die mir sagten, ich sei zu jung, zu unerfahren, zu ehrlich und direkt im Internet und auf Social Media bezüglich Missständen an Musikhochschulen, dass ich ernsthaft überlegte: Will mich nach all dem Realtalk über Musikhochschulen auf meinem Podcast überhaupt noch eine einstellen?

Andererseits las ich die Ausschreibung mehrfach durch und dachte jedesmal: Da steht einfach mein Name drauf. Das ist die perfekte Stelle für mich und alles, was sie fordern, kann ich liefern oder mich zumindest noch vertiefend damit beschäftigen, um es zu lehren. Die Stelle war wie für mich gemacht. Fünf Jahre zuvor hatte ich mir auf meinen 5-Jahresplan ein Ziel geschrieben, das lautete: Vor meinem 30.Geburtstag habe ich eine feste Stelle an einer Musikhochschule.

Ich hatte mir damals nicht dazugeschrieben, was ich da inhaltlich mache. 2019 hatte ich eher so Gedanken, es sei mal eine Didaktik Stelle für Querflöte oder eine Dozentinnen Stelle für Querflöte, allerdings habe ich mir das offen gehalten. Dieses Ziel habe ich noch aufgeschrieben, bevor es mit diesem Blog und meinem Podcast und all den Themen, die damit einhergingen, losging. Wenn man mir Anfang 2019 gesagt hätte, ich würde mal Modulbeauftragte eines Karrierecenters einer Musikhochschule werden und Studierenden beibringen, wie sie von dem ganzen Bu*s leben können, hätte ich die Person ausgelacht. Wenn ich heute von Menschen außerhalb (und auch innerhalb) der Branche gefragt werde, was ich da inhaltlich lehre, sage ich immer: „How to survive as a musician.“ oder zu deutsch: „Wie überlebe ich als Musiker*in.“ Das beinhaltet natürlich sehr viele Themen: Selbstmanagement, Projektmanagement, Konzertmanagement, Sichtbarkeit und Marketing, Bewerbungstraining, Karriereplanung, Selbstständigkeit und vieles mehr.

Ich entschied mich aber dann doch die Bewerbung Anfang Januar rauszuschicken und bekam dann tatsächlich eine Einladung für das Einstellungsverfahren. Ich habe sowas schon einige Male als Studentin (studentische Vertretung) in meiner Studienzeit miterlebt und einige Professor*innen und Lehrkräfte mit eingestellt. Ich kannte also die Prozedur von der anderen Seite. Zusätzlich war ich in einem Absolventinnen Programm der HfMT Köln, indem wir auf solche Einstellungsverfahren vorbereitet wurden. All das gab mir Sicherheit und Vertrauen.

Im März fuhr ich dann zu dem Verfahren und tat etwas, was ich vorher bei noch keinem Vorstellungsgespräch oder Einstellungsverfahren tat: Ich war zu 100% ich selbst. Ich kleidete mich nicht männlicher, wie ich das sonst machte, ich zog ein Kleid an, trug die Haare offen, lackierte mir die Nägel und trug Schmuck – das hatte ich sonst immer anders gemacht. Möglichst schlicht und unauffällig und vor allem: Nicht zu weiblich. Darauf habe ich dieses Mal einfach gepfiffen. Ich nahm kein Blatt vor den Mund, ich blieb ehrlich und authentisch und verstellte mich nicht, wie ich es sonst machte. Ich war erst mal etwas überrascht, als ich eine 15-köpfige Kommission im Raum vorfand, was ich sonst nur von Berufungsverfahren für Professuren kannte. Ich dachte auch erst mal ich sei im falschen Raum. Ich ließ mich davon aber nicht einschüchtern, auch nicht von den Blicken einiger alteingessener Professoren, deren Augenlieder bei einigen meiner Aussagen zuckten und quasi Dampf aus den Ohren kam.

Ich hielt ein Seminar zum Thema Selbstmanagement und konnte in meinem Paradethema glänzen, ich trug mein vorbereitetes Konzept für das Karrierecenter vor und stellte mich den Fragen der Kommission und wusste im Anschluss: Wenn sie mich jetzt nehmen, dann wollen sie wirklich mich und nicht irgendeine gedeckelte, angepasste Version von mir.

Im April auf dem Rückweg von meinem Urlaub klingelte mein Telefon und mein nun aktueller Chef, der Rektor der Hochschule war am anderen Ende. Er sagte mir, sie seien von mir begeistert gewesen und wollten mich unbedingt einstellen, ob ich die Stelle annehmen würde. Ich weinte noch während dem Gespräch im Auto los. Die Tränen flossen vor Erleichterung, Dankbarkeit und Wertschätzung. Dieses kurze Gespräch war so voller wertschätzender Worte und ich fühlte mich zum ersten Mal von einem Hochschulrektor mit all meinen Themen, die ich an die Studierenden weitergeben möchte, gesehen.

Ich bin Ich geblieben, ich habe mich so gezeigt, wie ich bin, ich bin mit all meinen Fähigkeiten und meinem Wissen sichtbar geworden und habe mich nicht „unter Wert verkauft“ oder mich selbst kleiner gemacht als ich bin. Das hat mich sehr viel Energie und Mut gekostet und es war erfolgreich!

Am 01.05.24 trat ich meine Stelle an und bin nun unbefristet als Lehrkraft an der Robert Schumann Hochschule im Music Career Center tätig. Ich lehrte dort dieses Jahr bereits die Fächer Selbst- und Konzertmanagement, Sichtbarkeit und Marketing, Karriereplanung und mentales Training. Es kommen noch viele Themenbereiche dazu und ich freue mich auf die Herausforderungen und alles was ich noch Neues dazulerne, auf Fortbildungen und auf Kooperationen mit Kolleg*innen, auf Kontakte fürs Karrierecenter und auf den Austausch mit den Studierenden. Eine Herzensangelegenheit ist für mich die 1:1 Beratung der Studierenden, die mit ihren Themen, ihren Fragen und ihren Hindernissen in meine Sprechstunde kommen und denen ich weiterhelfen, sie inspirieren oder motivieren und ihre Begrenzungen im Kopf mit ihnen gemeinsam sprengen kann. Mit denen ich einen individuellen Karriereplan mache, Ziele formuliere und den liebevollen Hinterntritt in der Umsetzung gebe.

Ich platze gerade wieder vor Stolz und Dankbarkeit, mein Grinsen ist wie bei der Grinsekatze von Alice im Wunderland und ich freue mich riesig auf das kommende Jahr.

An der Semestereröffnung im Oktober 2024

Yin und Yang – Ich unterrichte jetzt Yoga

Ende letzten Jahres sprach mir meine Yogalehrerin und Ausbilderin Silvana eine Sprachnachricht auf, in der sie mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte einen oder mehrere ihrer Kurse zu vertreten, wenn sie in Elternzeit ist.

Ich bin ganz ehrlich, ich heulte sofort los. Ich hatte zwar schon im Gefühl, dass sie mich das fragen würde, es traf mich trotzdem wie ein Blitz, als sie die Frage wirklich aussprach. Ich fühlte mich so geehrt, direkt nach meiner Ausbildung bereits in ihrem Studio unterrichten zu dürfen. Zusätzlich hatte ich natürlich auch erst mal Respekt davor, zwei ihrer Kurse zu übernehmen, da ich sie nicht „kopieren“, sondern mein eigenes Ding machen wollte und wurde von ihr darin auch absolut unterstützt. Was soll ich sagen…

Der wundervolle Unterrichtsraum im Silva Yoga Studio in Wuppertal

Meine Yogis und Yogins, die ich seit Mai unterrichte kommen unglaublich gerne in meine Yogastunden, ich bekomme so liebevolles und schönes Feedback jedes Mal und das für mich emotionalste Feedback kam von einer Teilnehmerin, die ein mal nach einer Yogastunde mit mir über ihr bisher recht kurze Zeit dort sprach, sie nur ein mal bei Silvana war und dann direkt bei mir. Ich ging kurz den Tee aufgießen und hörte nur mit einem Ohr mit und sie sagte zu einer anderen Teilnehmerin einen Satz, von dem ich nur den hinteren Teil hörte: „…und das ist einfach wie Körpertherapie bei ihr.“ – Ich dachte in dem Moment, sie spricht von Silvana und ich kam zurück und setzte an, dass ich das auch immer dachte und so dankbar bin, bei ihr gelernt zu haben und dann grinste die Teilnehmerin mich an und sagte: „Ich spreche aber doch von dir. Bei dir ist es wie Körpertherapie und ich bin so erfüllt und entspannt jedes Mal wenn ich bei dir aus der Stunde gehe. Du kreierst so einen schönen sicheren Raum und deine Worte und die Musik berühren mich so sehr.“

Und dann liefen mir die Tränen. Mir laufen auch jetzt die Tränen, während ich das schreibe. Vor Dankbarkeit, vor allem weil ich genau das immer manifestiert habe und mit dieser Intention in meine Stunden gehe. Ich möchte, dass meine Yogis und Yoginis einen Safe Space haben, in dem alles sein darf. Alles kann, nichts muss. Sie ihre Ruhe haben und sich gleichzeitig gesehen fühlen, mit ihren Themen, die doch so oft auch einfach unser aller Themen sind. In meinen geführten Meditationen und Tiefenentspannungen, die ich anleite, webe ich immer wieder Impulse und Affirmationen ein, die meine Teilnehmenden stärken und inspirieren. Ich liebe es Yoga zu unterrichten und liebe es für Menschen etwas zu kreieren, was sie als „Körpertherapie“ bezeichnen und ihre Seele baumeln lässt.

Solltest du in der Nähe von Wuppertal leben und hast Interesse in einem meiner Kurse zu schnuppern oder bei einem anderen Kurs in unserem Studio, dann schau gerne mal bei Silva Yoga vorbei:

Ich wurde vor kurzem gefragt, ob es einen Unterschied macht, ob ich Instrumentalunterricht gebe oder Yoga unterrichte. In meiner Intention ist es ähnlich und gleichzeitig ist es anders. Es geht hier noch weniger für mich darum, irgendwelche „Ziele“ zu verfolgen oder Wissen zu vermitteln. Es hat meinen Instrumentalunterricht letztes Jahr verändert, es hat mir einiges noch bewusster gemacht, was ich vorher zwar unterbewusst schon umgesetzt habe, aber es mir nicht klar war. Bedürfnisorientierter Unterricht ist bei mir schon lange auf der Tagesordnung. Gewaltfreie Kommunikation und Feedback geben ebenfalls. Die Ausbildung zur Yogalehrerin hat mich dahingehend einfach noch sensibler gemacht, meine Sprache noch mal verändert und auch meinen Unterrichtsaufbau. Gleichzeitig hat meine langjährige Erfahrung als Instrumentalpädagogin natürlich meinen Yogaunterricht beeinflusst, sowohl musikalisch als auch in meiner Sicherheit vor Menschen zu sprechen, Räume zu halten und zu begleiten.

Für mich gibt es bei den unterschiedlichen Inhalten, die ich weitergeben kann kein „besser“ oder „mag ich lieber“, sondern es ist das, was es immer sein sollte: Ein „sowohl als auch“! Es ist für mich die Abwechslung, die ich in meiner Selbstständigkeit und meinem Business so liebe. Am einen Tag unterrichte ich Yoga, am Morgen davor halte ich ein Seminar an der Hochschule zum Thema Mentales Training, am nächsten Tag gebe ich eine Online 1:1 Flötenstunde und danach einen Online Workshop über Auswendig lernen. I love that!

Das war immer mein Ziel, meinen Berufsalltag selbst so zu gestalten und der Job an der Hochschule gibt mir in meiner Selbstständigkeit die Freiheit das zu tun. Von einer Tätigkeit durfte ich mich, um diesen Alltag so leben zu können, 2024 noch trennen…

Byebye Musikschule

Eine Entscheidung, auf die ich wahnsinnig stolz bin, die mich aber mehrere dutzende schlaflose Nächte gekostet hat, war meine Honorartätigkeit an der Bergischen Musikschule zu kündigen. Besonders nachdem bekannt wurde, dass jetzt Honorarkräfte endlich(!!!) angestellt werden.

Ich habe 11 Jahre lang an städtischen und privaten Musikschulen gearbeitet. Immer als Honorarkraft und in der Regel, weil ich das Geld dringend brauchte, denn mit den Arbeitsbedingungen, den Honoraren, den Umständen, manchmal auch mit den Chefs (ich gendere hier bewusst nicht) war ich absolut nicht einverstanden. Anfangs hatte ich keine Ahnung, aber je mehr ich mich mit der Thematik beschäftigte, umso größer wurden meine Bauchschmerzen für dieses kranke System zu arbeiten, welches durch die Ausbeutung des in der Regel größeren Anteils des Kollegiums in Honorartätigkeit ihren gesamten Betrieb am laufen hält.

Einige meiner Honorarvereinbarungen, die ich in den letzten zehn Jahren unterschrieben habe, sind zum Haare raufen. In einigen Verhältnissen gab es nicht mal was schriftlich. Ich habe zum Teil für umgerechnete Stundenlöhne von 8,70€ gearbeitet, weil ich musste. Ich war nicht versichert und wenn ich krank war, musste ich alles nachholen, sonst gab es kein Geld oder ich musste das Geld zurückzahlen, was bereits ausgezahlt wurde. All das hat mich schon in meiner Studienzeit wahnsinnig gemacht.

Nun war ich seit 2020 an der Bergischen Musikschule die mich mitten im Lockdown reingeholt hat, wofür ich unglaublich dankbar bin. Ich habe die letzten Jahre dort sehr gerne gearbeitet, habe überwiegend Klavier unterrichtet und einen unglaublich schönen Unterrichtsraum gehabt. Meine Bläserklassenkids habe ich ebenfalls vier Jahre begleitet und einige davon sind jetzt einfach in der 10.Klasse und machen bald ihren Realschulabschluss. Ich habe all meine Schüler*innen sehr ins Herz geschlossen und daher fiel mir es so schwer zu kündigen, als mir klar wurde, ich kann nicht an der Musikhochschule und der Musikschule gleichzeitig arbeiten.

Einige würden jetzt vielleicht sagen: „Hä, aber klar, dann hast du eben zwei halbe Stellen, ist doch genial.“ Nein. Für mich ist das nicht genial. In mir macht sich Panik breit und ich bekomme Bauchschmerzen bei dem Gedanken, voll angestellt zu sein. Ob jetzt an einer oder zwei Institutionen. Ich mache zu viele verschiedene Tätigkeiten in meinem Business und meiner Selbstständigkeit, die ich nicht aufgeben möchte. Für mich war immer klar, eine halbe feste Stelle: Ja, eine volle feste Stelle: Nein.

Also entschied ich mich im April meine Kündigung einzureichen und beendete zum Beginn der Sommerferien meine Musikschultätigkeit. Nach all den Jahren war das natürlich ein emotionaler Moment. Für meine Schüler*innen war es besonders hart, das war mir ebenfalls bewusst. Es war nicht einfach und gleichzeitig war es sehr befreiend und erleichternd.

Ich bekam so schöne Geschenke von meinen Schüler*innen zum Abschied. Den Vogel abgeschossen haben aber meine Bläserklassen Mädels! Einer der Sätze, den ich in ihren Kopf gehämmert hatte war:

„Üben darf scheiße klingen“

Neben dieser tollen selbst bemalten Tasche, bekam ich noch ein selbst gebasteltes Album mit Fotos und Texten von allen einzeln verfasst. Da soll noch mal einer sagen, die Kids würden nur noch am Handy hängen. Die Gruppe, die das gemacht hat, sind acht Mädels, die zu dem Zeitpunkt zwischen 12 und 13 Jahre waren.

Es hat mich viele Tränen gekostet und der Abschied war, insbesondere von meinen Bläserklassen Kids, wirklich hart. Ich bin noch immer in Kontakt mit ihnen und meiner Kollegin und war dieses Jahr auch beim Tag der offenen Tür der Schule und beim Weihnachtskonzert dabei, spielte in der Young Band mit und hab es genossen, mich mit allen auszutauschen. Dadurch, dass ich letztes Jahr elf Monate an dieser Schule zusätzlich Vertretungslehrerin war, habe ich einige dieser Kinder an drei bis vier Tagen der Woche gesehen – Das schweißt natürlich zusammen.

Mein August dieses Jahr war für mich sehr surreal, weil es das erste Mal nach über zehn Jahren war, nicht nach den Sommerferien Unterrichtspläne zu machen, Unterrichtsvorbereitung zu machen und eben wieder zu unterrichten. Ich hatte das erste Mal seit langer Zeit eine Sommerpause von zwei Monaten, in denen ich zwar auch etwas gearbeitet habe, kreativ war, vor allem aber Zeit für mich hatte, Zeit für meinen Haushalt, Urlaub gemacht und einmal die Woche Yoga unterrichtet habe. Das war viele Wochen mein einziger Termin die Woche und das war so erholsam und notwendig nach all den Jahren im Hamsterrad.

Ich könnte mir meinen Alltag, so wie er jetzt ist nicht besser vorstellen, so voller Freiheit, Selbstbestimmung und Flexibilität. Gleichzeitig die finanzielle Sicherheit eines monatlich festen Einkommens, welches meine Lebenshaltungskosten deckt. Alles was ich on top verdiene mit meinem Business, ist eben genau das: On Top. Ich kann das Geld in mich und in Projekte investieren, sparen und mir einige Freizeitaktivitäten leisten, welche früher finanziell einfach nicht drin waren.

Wenn ich zurück denke an 2023 könnte mein Alltag heute nicht unterschiedlicher sein und genau das habe ich mir gewünscht und darauf hingearbeitet. Natürlich hatte ich auch neben all dem noch einige Projekte, von denen ich hier berichten möchte…

Flötenklangwelten und Restart Album Release

Zwei große musikalische Projekte, die 2024 endlich von mir fertiggestellt wurden, war meine erste Flöten Solo CD Flötenklangwelten und mein erstes Klavier Album Restart, mit meinen eigenen Kompositionen, ist seit September auf allen Streaming Plattformen zu hören.

Bei beiden Projekten gab es dieses Jahr noch einige Hindernisse bzw. innere Blockaden die für mich zu lösen waren, an denen ich sehr gewachsen bin.

Meine CD ist da!

Let’s talk about money! Ich habe bereits in meinem ersten Buch ein Kapitel darüber geschrieben und ein nächstes Kapitel im zweiten Buch geplant, rund um das Thema: Wie veröffentliche ich eine CD in Eigenregie und was kostet das eigentlich? Ich möchte allerdings bereits hier mal über Zahlen sprechen, um klar zu machen, wie absurd es eigentlich ist eine CD pressen zu lassen und gleichzeitig, warum es meine Aufnahmen nicht auf Spotify & Co. zu hören gibt.

Ich habe 2021 eine Förderung erhalten, das nannte sich damals das NRW Stipendium, welches Künstler*innen in der Corona Zeit beantragen konnten. Die 6.000€ die ich damals erhielt gingen noch im selben Jahr für die Produktion der CD drauf. Miete für die Kirche, Kosten für die Toningenieur und Schnitt/Mastering, Video Equipment um Content zu kreieren, sowie ein kleines aber feines Honorar (knapp 500€) für mich.

Die Aufnahme war im Oktober 2021 und die Frage, warum es drei Jahre gedauert hat die CD final zu veröffentlichen, darüber werde ich noch im neuen Jahr ausführlich in einem YouTube Video sprechen. Allerdings war einer der Gründe, dass die 6.000€ von 2021 natürlich nicht gereicht haben für die vollständige Produktion. In diesem Jahr habe ich an die GEMA für die Pressung ca. 550€ bezahlt, da ich ausschließlich zeitgenössische Werke aufgenommen habe und sechs von acht Komponisten sogar noch leben. Diesen Betrag zahle ich, damit ich die CD überhaupt vertreiben darf. 800€ zahlte ich für die Cover- und Bookletgestaltung, welches ich wirklich wunderschön finde und damit nicht zufriedener sein könnte. Der Betrag für’s Pressen der CD’s (300 Stück) lag bei 950€.

Zusammengerechnet habe ich für die Produktion also ca. 8.300€ bezahlt, davon 2.300€ aus eigener Tasche. Ich bin mit dem Gesamtbetrag damit noch günstig für eine CD Produktion, da ich ja keine Kammermusikpartner*innen ausbezahlen musste und ich an vielen Stellen wirklich gute Preise vereinbart habe. Jetzt kommen wir noch kurz zum desillusionierenden Teil.

Um die Produktionskosten wieder reinzuholen, müsste ich bei einem Preis von 18€ pro CD 461 CD’s verkaufen. Gut, dass ich nur 300 gepresst habe, denn die muss ich erst mal loswerden, in einer Zeit, in der alle fröhlich streamen und da kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Streaming. Jetzt wird es völlig absurd.

Wenn ich die CD, so wie sie ist auf die Streaming Plattformen hochlade, muss ich pro Jahr um die 90€ dafür zahlen, dass die Aufnahmen überhaupt auf diesen Plattformen sein darf. Das sind die Kosten für die GEMA, da ich nicht die Rechte an den Werken besitze. Ich werde allerdings sicher mit den Streaming Plattformen nichts verdienen, schon gar nicht 90€ im Jahr um die Kosten wieder reinzubekommen. Das wäre also ausschließlich eine „Werbemaßnahme“, aber absolut keine Einkunftsquelle.

Ich beschreibe das vor allem deshalb so genau, weil ich einen Einblick für all diejenigen geben möchte, die täglich Musik konsumieren und sich kaum bis gar keine Gedanken machen, was das zum Teil für ein Aufwand ist und wie viel Geld dadrin steckt, dass wir „einfach so“ so viele Werke, Songs und Alben hören können. Ich möchte das zeigen, damit klar wird, wie absurd es ist, dass auch schon von jungen Künstler*innen in ihren ersten Jahren im Beruf erwartet wird professionelle Aufnahmen von sich zu haben, bei Konzerten nach CD’s oder Spotify Accounts gefragt wird und wir damit genau nichts verdienen, im Gegenteil wir zahlen sogar drauf.

Ich habe mich deshalb, zu diesem Zeitpunkt, gegen Streaming entschieden und beschlossen zwei Werke auf YouTube hochzuladend, mit der Einwilligung der Komponisten. Eins davon, könnt ihr hier hören:

All diese Ausgaben für die CD und die Veröffentlichung mit all den Schritten haben mich dieses Jahr ein paar graue Haare gekostet, denn ich wusste ja, ich werde nicht in wenigen Monaten diese Beträge wieder reingeholt haben. Gleichzeitig habe ich viel gelernt, wie das alles funktioniert, auch ohne Label. Ich möchte in meinen Lesungen 2025 darauf aufmerksam machen, dass wir als klassische junge Künstler*innen mit CD’s oder Aufnahmen auf Spotify & Co., was als Voraussetzung gilt überhaupt ernst genommen zu werden und auch um gebucht zu werden, nichts verdienen – zumindest nicht am Anfang.

Solltest du Interesse haben an der CD, schreib mir gerne eine Mail. Die CD kostet inkl. Versand 20€ und ich versende natürlich mit Widmung 🙂

Anders sieht es aus mit meiner eigenen Musik. Ich habe in den letzten Jahren endlich wieder Klavierstücke komponiert, nachdem ich mir jahrelang erzählt hätte, ich dürfe das nicht, weil ich ja kein Kompositionsstudium absolviert habe – kein Witz! Ich habe meine kreative Energie also seit 2021 wieder in meine eigene Musik fliessen lassen und dieses Jahr endlich auf den „Upload“ Button gedrückt, nachdem ich auch da noch mal zig innere Selbstzweifel Tiraden hatte, a la „Was denken meine Kolleg*innen“, „Braucht jemand meine Musik überhaupt?“ etc.

Ich bin unglaublich dankbar, dass ich auf all die Stimmen gepfiffen habe und mit meiner Musik rausgegangen bin. Ich plane für 2025 noch viele weitere Veröffentlichungen, das nächste ist erst mal ein Album mit Musik zum Meditieren und für den Yogaunterricht.

Back on stage

Nachdem ich 2023 nur ein Konzert gespielt habe, merkte ich: Mir fehlt das sehr und ich möchte wieder mehr auf der Bühne stehen. Ich organisierte also direkt zu Beginn des Jahres zwei Konzerte mit meinem wundervollen Duopartner Valère Burnon. Wir spielten sowohl altbekanntes Repertoire, als auch eine Sonate eines belgischen Komponisten (Joseph Jongen), die nicht oft aufgeführt wird und wir sofort ins Herz geschlossen haben. Es war wie immer eine Riesen Freude und ein musikalischer Hochgenuss mit Valère zu spielen.

Ich bin Teil des wohl schönsten und wundervollsten Chors, den ich mir je hätte wünschen können!

Ich habe jahrelang nach einem Chor gesucht, indem nicht erst mal in den Proben Töne gesucht, sondern direkt musikalisch und klanglich gearbeitet wird. Gleichzeitig war mir wichtig, dass der Chor in Projekten arbeitet und nicht wöchentlich probt. Ich singe so unglaublich gerne und bin unendlich dankbar über meine liebe Kollegin Julia Reckendrees, die dort die Chorleiterin und gute Fee ist, die Möglichkeit bekommen habe beim Chor Unmuted zu schnuppern. Es war für mich persönlich Liebe auf den ersten Ton und Blick und bin direkt nach dem ersten Probewochenende eingestiegen. Bereits im April war das erste Konzertwochenende, bei dem bei mir mehr als einmal Tränen auf der Bühne liefen – vor Dankbarkeit und Fülle.

Ich bin in den Proben an einige persönliche Grenzen und Blockaden gestoßen, von denen ich dachte, sie wären bereits gelöst. Da es sich hierbei nicht um meinen Job handelt, sondern um mein Hobby und ich nun mal gleichzeitig professionelle Musikerin bin, kämpften in mir einige alte Themen rund um Leistungsdruck, Abliefern, Perfektionismus und höchster Anspruch an mich selbst. So wie ich für einige Menschen schon die gute Fee war, so war es dieses Jahr für mich meine Chorleiterin Julia. Sie hat mich so gut durch diese Blockaden begleitet und mir das Gefühl gegeben, dass ich mit all dem da sein darf, was mich beschäftigt und sich mein Wert nicht an meine Leistung bemisst. Krass, dass ich das sage, aber sie ist die erste Ensembleleiterin in 15 Jahren, die mir dieses Gefühl gegeben hat. Ich freue mich unglaublich auf das kommende Jahr mit Unmuted, auf die Proben, auf die schönen Momente, auf die Tränen, die ich jetzt einfach zulasse und auf die Freude beim Singen – Die habe ich tatsächlich nie verloren.

7 Konzerte in 24 Tagen – mein November

Im Juli bekam ich einen Anfrage für zwei Konzertprojekte im November. Eins davon waren vier Konzerte mit einem Programm bestehend nur aus Uraufführungen für ein zehnköpfiges Ensemble. Das ist ja schon mal grundsätzlich voll mein Ding. Zeitgenössische Musik und Kammermusik in einem. Dann las ich die Spielorte und mir wurde kurz schwindelig.

Einer davon war der Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Dazu muss ich kurz ausholen. Am 17.04.2011 stand ich an meinem 17.Geburtstag mit meinen Eltern in Berlin vor der Berliner Philharmonie, da ich damals auf einer Kursfahrt dort war und sie mich an meinem Geburtstag dort besuchten. Ich sagte zu meinen Eltern, dass ich irgendwann in diesen, für mich zu der Zeit, „heiligen Hallen“ auftreten würde.

Ich war 2011 schon Jungstudentin am Peter-Cornelius-Konservatorium Mainz und wusste, dass ich im Anschluss an mein Abitur 2013 dort weiter Instrumentalpädagogik studieren würde. Allerdings war ich schon mit 17 Jahren eine begeisterte Kammermusikerin. Es bereitete mir besonders viel Freude in kleiner bis größerer kammermusikalischer Besetzung zu musizieren.

Was ich damals noch nicht wusste, war, dass ich ein Jahr später bereits mit dem Liebhaberorchester (ein Projekt zum Tag der offenen Tür der Berliner Philharmonie) unter Sir Simon Rattle spielen würde. Das war schon ein krasses Erlebnis mit über 140 Menschen auf der Bühne des großen Saals der Berliner Philharmonie zu sitzen. Doch mein Wunsch und Ziel, irgendwann einmal dort Kammermusik machen zu dürfen, schrieb ich mir auf und mit den Jahren kamen noch mehr Konzertsäle auf meine „Bucketliste für Konzerte“. 

Dieses Jahr am 13.11.24 war es dann soweit. Ich durfte im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie spielen. Es war ein unglaublich emotionaler Tag für mich und gleichzeitig auch super anstrengend. 

Alle Konzerte dieser Reihe waren für mich aus unterschiedlichen Gründen sehr anstrengend. Wir hatten neben Berlin noch Hamburg, Düsseldorf und Madrid. Nach Hamburg und Berlin sind wir am selben Tag, an dem wir abends spielten, morgens sehr früh mit dem Zug gefahren. Ich stand an beiden Konzerttagen also zwischen 4.30 Uhr und 5.00 Uhr auf um pünktlich im ICE mit unserem Gruppenticket zu sitzen. Ich bin ganz ehrlich, das ging mir wahnsinnig auf die Eierstöcke, dass ich meine Fahrten und Flüge nicht selber planen konnte. Eine der Erkenntnisse aus dieser Phase ist für mich ganz klar: Ich möchte selbstbestimmt reisen und selbstbestimmt entscheiden, wann ich wo ggf. noch eine Nacht dranhänge oder vorher fahre, damit ich genug schlafe. 

Ich weiß, dass ist für viele Musikschaffende nicht drin bzw. ein Privileg, wenn ich mich unabhängig mache von Gruppentickets und Hotelreservierungen, die von Veranstaler*innen oder Konzertagenturen getätigt werden. Aber ich war so dermaßen gestresst und abgefucked von all diesen Entscheidungen, auf die ich keinen Einfluss nehmen konnte und die z.T. einfach auch erst sehr spät kommuniziert wurden.

In allen Hotelreservierungen war kein Frühstück inbegriffen. Das wäre an sich noch okay, wenn die Veranstalter*innen während des Aufenthalts vor Ort für Verpflegung gesorgt hätte. Haben sie aber nicht. Ich durfte für mein Wasser an dem Ort dann mit meinem Wasserfilter (dank sei Gott habe ich sowas) zur Toilette gehen und mir das Wasser da aus dem Hahn zapfen. Und dasselbe durfte ich in Berlin und in Madrid auch noch mal machen.

In Berlin gab es zwar eine kleine Cafeteria, die hatte aber nicht geöffnet, weil wir waren eine externe Veranstaltung. In Madrid war der Oberhammer, dass wir dann nach Wasser gefragt haben, was sich mir schon nicht erschließt, wenn man da stundenlang probt und vor Ort ist, um abends Konzert zu spielen und es nicht mal Wasser gibt. Die Antwort war dann, kein Witz, wir könnten mit den Pappbechern, die sie uns in die Hand drückten doch dann Wasser vom Hahn aus der fuc*ing Toilette trinken! Das wurde uns von der Frau mitgeteilt, die noch vorher Getränke am Stand verkaufte und ich da auch kleine Wasser Flaschen gesehen habe.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich erwarte kein drei Gänge Menü und auch kein Champagner oder fancy Getränke. Einen Kasten Wasser und ein paar Snacks, etwas Obst und/oder belegte Brötchen sind völlig ausreichend. Ich würde genau das zur Verfügung stellen wenn ich veranstalte, egal, ob ich jetzt selbst mitspiele oder nicht. Ich würde sogar noch eine warme Suppe kommen lassen. 

Ich weiß, dass jetzt viele Musikschaffende lachen, die das hier lesen, weil sie diese Gedanken kennen. Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man Menschen für ein Projekt engagieren kann, die Honorare sind eh schon sehr knapp bemessen und gerade so, dass es nicht unterirdisch bezahlt ist und dann darf ich mich um die Verpflegung auf so einer Reise mit Übernachtung(en) komplett selbst kümmern. 

Ich möchte noch betonen, dass ich wahnsinnig dankbar bin, diese Konzerte spielen und die Erfahrungen machen zu dürfen und gleichzeitig auf Missstände in unserer Branche hinweisen möchte. Mir ist bewusst, dass Kulturprojekte oft mit wenig Budget auskommen müssen und in anderen Branchen oder innerhalb unserer Branche mit mehr Geld auch mehr möglich ist. 

Wenn ich mir jetzt so ein Projekte anschaue, wie viel Honorar ich bekomme, wie viel ich davon versteuern muss und wie viel ich für die Verpflegung dort ausgegeben habe, weil ich eben nicht zu Hause geschlafen habe, sondern quasi auf „Dienstreise“ war, dann ist das halt einfach echt wenig was da übrig bleibt. 

Ich mache diese Projekte nicht wegen dem Geld. Darum geht es auch in meinem nächsten Buch: „Warum machen Sie das?“ – Spoiler: Nicht des Geldes wegen. Das wäre in der freien Kulturszene wirklich ein Witz. Es gibt aber eben genug Menschen, die von diesem Geld, was sie bei solchen Gigs und Muggen einspielen leben müssen. Wenn dann auch noch kommuniziert wird, dass die Honorare verspätet ausgezahlt werden, weil eine Konzertagentur ihren Job nicht richtig macht und auf Zahlungen von Institutionen gewartet werden muss, dann bin ich nun mal auf 180. Ich habe letztes Jahr schon mal darüber geschrieben, wie es ist seiner Gage nachzulaufen und das ist in unserer Szene keine Seltenheit, dass Honorare vier bis acht Wochen später ausgezahlt werden. Manchmal auch noch später. 

Für mich ist nach diesem Projekt eines ganz klar: Mache ich nicht mehr. Ich mache mein eigenes Ding. Meine eigenen Projekte, veranstalte meine eigenen Konzerte, finanziere das quer aus meinem Business, um all das was mich in den letzten Wochen so genervt hat auf meine Art zu machen. Ich wurde schon so oft gefragt, was ich mit all dem Geld, was bei mir mittlerweile passiv reinfließt machen will. Eine Sache ist, meine eigenen Konzertprojekte umzusetzen und mich unabhängig von Förderungen und staatlicher Finanzierung zu machen, die ja gerade auch massiv reduziert wurden. 

Natürlich kann ich mir auch weiterhin noch Sponsor*innen suchen. Ich möchte aber vor allem unternehmerisch denken und das Ganze darf wirtschaftlich sein, für alle Beteiligten. Das ist meine Vision. Meine Mitmusizierenden anständig zu bezahlen und ggf. irgendwann auch bei anderen kulturellen Projekten mitzufinanzieren und sagen zu können, bei Anfragen: „Was brauchst du noch an Geld, damit alle mindestens Summe XY bekommen? Ich spiele gerne mit, aber ich investiere rein, damit alle gut bezahlt werden und wenn nötig Unterkunft und Verpflegung bezahlt werden können.“ – Da will ich hin. Da bin ich noch nicht und das ist okay. Ich habe Zeit, ich bin schon lange nicht mehr ausschließlich Musikerin. Ich bin Unternehmerin und meine Vision ist groß. Wir werden sehen was ich bereits 2025 davon schon umsetzen werde.

Meine Highlights im Jahr 2024

Ich war im Fernsehen. Immer noch krass die Vorstellung. Ich bekam Ende 2023 eine Anfrage für eine Show, die neu auf Prosieben laufen sollte: Wer isses? Und diese Show hatte eine Kategorie mit Menschen, die ein Musikinstrument spielen und die Promis müssen anhand des Aussehens raten, welches zu wem gehört. Ich fand die Idee erst mal sehr amüsant und natürlich auch mal Einblick hinter so eine TV Show zu kriegen. Die Aufzeichnung fand in Köln statt, im selben Studio wo sonst auch Let’s Dance und viele andere Shows gedreht werden. Ich habe am Drehtag sogar Sophia Thiel gesehen, die dort eine Aufzeichnung für Let’s Dance hatte und war kurz im siebten Himmel, da ich sie bereits seit ihren Anfängen verfolge und mich voll gefreut habe sie mal live zu treffen.

Natürlich durfte ich hinter den Kulissen keine Fotos und Videos machen, aber ein Selfie mit meiner Queen, die ich an dem Tag kennengelernt habe, ließen wir uns nicht nehmen. Danil ist eine so inspirierende Persönlichkeit, wir haben uns auf Anhieb verstanden und gesprochen als würden wir uns schon mehrere Leben lang kennen. Er ist Singer/Songwriter und war mit der Gitarre an dem Tag in unserer Kategorie. Es war so beindruckend und es könnte sein, dass ihr ihn bald in meinem Podcast hören könnt 😉

Wenn du Lust hast dir die Folge anzuschauen, kannst du das unter dem Link unten tun.


Ich war das erste Mal in der Jury bei Jugend musiziert. Krass, weil ich immer dachte, ich würde ablehnen, wenn ich mal gefragt werde. In meinem Buch „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ habe ich ein ausgiebiges Kapitel über Jugend musiziert verfasst und auch da auf Misssände hingewiesen, die besonders im Hintergrund laufen und einen großen Einfluss auf die jungen Menschen haben, die dort teilnehmen. Mir war als die Anfrage reinkam aber sonnenklar, dass es wohl besser ist, wenn jemand wie ich in so einer Jury sitzt, als das was ich zum Teil als Jugendliche erlebt habe. Ich wollte das Jurymitglied sein, was ich damals gebraucht hätte, besonders in der Feedback Runde, also sagte ich zu und saß in der Querflöte Solowertung, in der ich selbst noch 2012 teilgenommen hatte. Es hat mir viel Freude gemacht und bin umso dankbarer, dass ich im kommenden Jahr wieder in der Jury sitze, diesmal in der Wertung „Duo und ein Holzblasinstrument“ in der ich selbst 2011 Bundespreisträgerin wurde.


Ich bin jetzt Auto Mama. Ich habe mir mit 30 Jahren das erste Mal ein eigenes Auto gekauft und ich habe mich nie erwachsener gefühlt. Ich fahre wirklich gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und fahre nach wie vor mit der S-Bahn zur Arbeit, allerdings brauchte mein Partner ein Auto, um auf die Arbeit zu kommen und die Möglichkeiten freier und flexibler zu Orten zu kommen, wo du Öffis den Geist aufgeben oder sie zu unzuverlässig sind. Oder ganz einfach: Einkaufen mit Auto – Bei Gott, was für ein Luxus das für uns war dieses Jahr auch mal Wocheneinkäufe zu machen, Vorräte zu kaufen ohne das durch halb Wuppertal zu schleppen. Große Liebe!


Ein absolutes Highlight, war für mich Madrid. Ich habe dort ein Konzert gespielt, was natürlich auch schon sehr aufregend war. Mein erstes „Auslandskonzert“ seit Corona und das in einer so coolen Stadt.


Ein sehr besonderes Highlight war das Retreat bei Katharina Giegling in Kopenhagen. Katharina ist für mich ein sehr großes Vorbild, sowohl als Yogalehrerin, als Musikerin, als Mutter und als Unternehmerin. Es war bereits mein zweites Retreat bei ihr und während meiner Ausbildung zur Yogalehrerin konnte ich bereits viele Monate in ihrem Bühnenreifprogramm von ihr lernen. Umso spannender wird es für mich 2025…dazu komme ich unten noch mal.


Mein erster 5 km Lauf nach langer Laufpause in Düsseldorf

Ich bin länger Zeit keine öffentlichen Läufe mehr gelaufen und merkte, es fehlt mir doch total. Ich habe für 2025 bereits einige Läufe im Auge und ein Ziel wieder zur Priorität gemacht, welches ich 2020 aufgrund einer Hüftzerrung abbrechen musste: Mein erster Halbmarathon.


Tatsächlich habe ich hier auf meinem Blog noch nie über mein Privatleben geschrieben, doch das möchte ich dieses Jahr ändern. Mein Partner Flo und ich hatten einige sehr schöne Momente zusammen, Wandertouren, Feiern, Dates und da er sich nun entschlossen hat auf Instagram einen Kanal zu starten, kann ich ihn sogar hier verlinken. Er hat ebenfalls die Ausbildung zum Yogalehrer gemacht und macht ganz wundervollen Content zu den Themen: Ernährung, Gesundheit, Sport, Bewegung, Outdoor, Greenkeeping und selbstverständlich Yoga.

Da wir in den kommenden Jahren auch gemeinsam im Yogabereich Projekte planen und anbieten wollen, möchte ich ihn ab jetzt auch hier nicht mehr „im Hintergrund halten“. Wir haben schon viele Jahre gemeinsam Höhen und Tiefen durchgestanden und ich bin unglaublich dankbar für die Verbindung und Verbundenheit, die sich gefühlt mit jedem Tag noch vertieft und intensiviert. Er ist mein bester Freund, mein Motivationsschaf, eine riesen Inspiration, mein Fels in der Brandung und die Erdung, die ich manchmal brauche bei all dem Feuer und Ideen die mich manchmal abheben lassen.


Ein großes Ziel 2024 war der Kauf einer Altflöte. Seit ich 20 Jahre bin, wollte ich meine Flötenfamilie vollständig haben. Mein Piccolo Tweety, meine Flöte Charlie und meine Bassflöte Baghira bekamen kurz vor Weihnachten dann endlich ihre Schwester Nala. Sie ist wie meine Bassflöte eine Pearlflöte und bin sehr dankbar für die lange Zusammenarbeit mit der Firma, von der tatsächlich eine meiner Schülerflöten war, die ich zwischen meinem 10. und 15. Lebensjahr spielte.

2024 in Zahlen

3.900 Aufrufe auf meinem Blog und insgesamt 2.220 Besucher*innen – 9 veröffentlichte Blogartikel

16.346 Downloads auf meinem Podcast und es kamen 35 Folgen dazu

164 Bestellungen in meinem Online Shop und 24 bestellte individuelle Bundles mit meinen Webinaren für Querflöte und mein Umsatz in meinem Online Shop hat sich zu 2023 einfach verdoppelt

Meine Projekte und Ziele in 2025

Ein Ziel, wovon ich noch vor ein paar Wochen nichts wusste, ist die Weiterbildung bei Katharina Giegling: Yoga for Musicians Teacher Training Ich werde mich mehr und mehr auf Musiker*innen spezialisieren, auf deren Bedürfnisse im Yoga und im 1:1, das war schon immer mein Ziel und bei wem könnte ich besser lernen, als bei der Frau, die all das schon seit Jahren macht? Genau. Lerne von denen, die schon dort sind, wo du hinwillst.



Ein weiteres großes Projekt ist für mich 2025: YouTube! Seit vielen Jahren dümpel ich nun vor dem großen Berg (für mich) YouTube herum. Ich weiß, wie wichtig es ist im Marketing und wie viele Kund*innen ich bereits über YouTube akquiriert habe, über meinen Podcast, der dort läuft und über die wenigen Videos, die ich dort online habe. Es geht mir aber vor allem darum, mit Freude und Leichtigkeit Content für YouTube zu drehen, der mir ein weitere Möglichkeit gibt mich kreativ auszuleben. Mein Videoschnitt zu verbessern, meine Film- und Bildproduktions Fähigkeiten zu verbessern. Das Equipment dafür liegt zu Hause, ich habe mich einfach bisher nicht dran getraut, bzw. meinen Fokus auf andere Medien und Kanäle gelenkt. Das ist okay und im kommenden Jahr plane ich eben viel mehr Aufmerksamkeit auf diese Art der Content Erstellung. VLOG’s, Videopodcasts, klassische YouTube Videos zu bestimmten Themen und Reactions – Stay tuned.

Ein weiteres Projekt in meinem Flöten Fragen Universum wird das Bootcamp sein. Ich hatte diese Idee vor kurzem, meine Angebote zu bündeln und als Paket anzubieten, aber aus dem Bootcamp ein Projekt für das gesamte Jahr 2025 zu machen. In meinem Podcast, auf meinem YouTube Kanal und mit exklusiven digitalen (vielleicht sogar analogen) Angeboten für Flötist*innen, besonders für Laien, grundsätzlich aber für alle offen. Solltest du mir noch nicht folgen auf Instagram, kannst du das hier ändern oder dich bei meinem Newsletter anmelden.


Meine Masterclasses und digitalen Angebote werden sich um zwei mir sehr wichtige Themen erweitern: didaktische und methodische Unterrichtsimpulse für Pädagog*innen und das Üben in Leichtigkeit und verbunden mit dem inneren Kind. Aktuell plane ich verschiedene Online Workshops für Pädagog*innen, sobald ich da konkrete Termine habe, werde ich die hier und auf meiner Website http://www.saskiaworf.de veröffentlichen. Das erste Thema wird sein: Bedürfnisorientiertes Unterrichten – Gewaltfreie Kommunikation im Instrumentalunterricht.


Auf meinem Podcast wird es wieder vermehrt Interviews geben, natürlich auch weiterhin Solofolgen, aber ich plane auch hier neue Themen mit reinzunehmen. Es wir auch Content zu den Bereichen meines Jobs an der Hochschule geben: Sichtbarkeit und Marketing, Mentales Training, erfolgreiche Selbstständigkeit, Kommunikation und Kreativität. Die meist gehörteste Folge 2024 war:


Ich schreibe aktuell bereits an meinem zweiten buch „Warum machen Sie das?“ und das wird 2025 stark in der Vordergrund rücken. Zusätzlich habe ich endlich Lesungen geplant, mit meinem Buch „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ – Die erste ist bereits am 1.2.25 in Wuppertal in der Citykirche.

Natürlich gibt es noch viele weitere Ziele und Projekte, davon werde ich sowohl hier als auch auf meinem Podcast und meinem YouTube Kanal berichten und dich mitnehmen, wenn du möchtest.

Mein Motto für 2025: Flügel auspacken und losfliegen

Die Flügel waren schon immer da. Die Energie war schon immer da. Die Vision war schon immer da. Ich darf jetzt 2025 einfach springen und fliegen, Ballast abwerfen, der nicht mehr zu mir gehört. Immer mehr die Version werden, die ich bereits als Kind war und die ich irgendwo vergraben habe, weil ich nicht „gepasst“ habe, „zu viel und zu laut“ war, und „zu große Träume hatte“.

Ich muss niemand werden, ich darf mich einfach erinnern wer ich bin.

Eine Antwort zu „Jahresrückblick 2024”.

  1. Liebe Saskia,

    ich habe dich das ganze Jahr auf Instagram begleitet und habe alles mitbekommen. Doch in der Zusammenfassung wirkt es nochmal gigantischer. Unglaublich, wie toll dein Jahr verlaufen ist! Ich habe mich mit dir riesig gefreut und geweint. Herzlichen Glückwunsch, zu allem was in Erfüllung gegangen ist.

    Für 2025 wünsche ich dir genügend Wind unter deinen Flügeln und bin gespannt was kommen wird.

    Carina

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Carina Busch Antwort abbrechen

Angesagt