Es geht nicht darum was ich tue, sondern wie

Ich wünsche dir erst mal ein frohes neues Jahr 2024. Wie du sicher bereits bemerkt hast, hat sich hier etwas das Design verändert. Das hatte ich schon ziemlich lange auf der Uhr und habe das alte Design des Blogs einfach nicht mehr gefühlt – daher habe ich es verändert.

Im Jahresrückblick 2023 habe ich geschrieben, dass ich mir mit meinem neuen Motto noch nicht sicher war. Es ist zwar dort auch schon aufgetaucht, aber eben nicht als Motto für das neue Jahr. Wenn ich ganz ehrlich bin, wusste ich bereits seit dem Moment, in dem dieser Satz in mir aufstieg, dass es sich um mein neues Jahresmotto hält, ich habe dem aber noch nicht zu 100% vertraut.

Nach den Rauhnächten und viel Zeit zum Reflektieren kann ich allerdings mit gutem Gewissen sagen: Das ist mein Motto und es hat sich schon länger angekündigt, dass es jetzt dran ist. In diesem Blogartikel möchte ich gerne ein bisschen erläutern, auf wie viel Ebenen dieser Satz für mich von Bedeutung ist und einen kleinen Ausblick auf die nächsten Monate geben.

Wie möchte ich mich fühlen?

Es ging in den letzten Jahren bei mir oft um die Frage, was ich alles tue, wann ich das tue und wie viel Zeit und Energie mich das kostet. Ich habe mir bei all der Planung und Durchführung von Projekten oder in meinen beruflichen Tätigkeiten selten die Frage gestellt, wie ich mich dabei fühlen möchte. In meinem Kopf saß dieser fiese Gnom, der mir weis machen wollte, dass es nicht um meine Wahrnehmung und Empfindung geht, dass ich mich nicht so anstellen solle, wenn es mir mal nicht gut ging oder ich eben einfach „nicht so sensibel sein soll.“

Diesen Satz hören Menschen wie ich, mit sehr feiner Wahrnehmung und hoher Empathie, leider häufig und mein innerer Gnom hat den dann einfach adaptiert. „Es geht nicht darum, wie es mir geht, wenn ich etwas tue“ – das dachte ich lange. Ich habe mir aber durch meine hohe Empathie immer sehr viele Gedanken darum gemacht, wie es anderen Menschen geht, mit denen ich arbeite. Ich habe mich um deren Bedürfnisse und deren Gefühlswelt durchaus gesorgt und mir innerlich die Frage gestellt, wie ich möchte, dass sich andere fühlen, wenn ich mit ihnen arbeite. Ich habe mir aber nie die Frage gestellt, wie ich mich fühlen möchte. Diese Frage existierte in meinem System nicht.

Das hat natürlich verschiedene Ursachen, um die soll es auch jetzt gerade nicht gehen. Aber für mich die Entscheidung zu treffen, mir bei allem was ich tue, ab jetzt die Frage zu stellen, wie ich mich dabei fühlen möchte und mein Warum immer präsent zu haben, ist ein Meilenstein in meiner Entwicklung. Es ist nämlich Fakt, dass sich erst mal niemand um deine Bedürfnisse und Empfindungen kümmert und auch nicht kümmern kann. Niemand fühlt so wie ich oder so wie du. Es gibt nur eine Person, die Verantwortung dafür übernehmen kann und das sind wir selbst! Für unsere eigenen Emotionen, eigenen Gedanken, eigene Energie und unsere Handlungen.

Niemand kam früher und hat sich darum gekümmert, ob mir in einer Probe irgendwann schlecht und schwindelig wurde, weil ich reizüberflutet war, mich dann zusammen gerissen habe und auf der Toilette zusammengebrochen bin.

Niemand kam früher und hat sich gekümmert, ob mir die Tätigkeit die ich da grade mache zu viel ist und ich überplant und überarbeitet war. (Ja, es haben mich manchmal Menschen darauf hingewiesen, in der Regel habe ich das innerlich aber komplett abgeblockt und war eher angepisst, von den „gut gemeinten Ratschlägen“.)

Niemand kam früher zu mir und hat sich gekümmert, dass ich viel zu exzessiv geübt habe, mich selbst innerlich seelisch komplett kaputt gemacht und mit Worten ausgepeitscht habe und Zielen hinterhergerannt bin, die nicht meine waren.

Niemand kam früher zu mir und hat sich gekümmert, wenn meine Grenzen eingerannt wurden, ich se*uell belästigt, diskriminiert, mir meine Wahrnehmung abgesprochen oder ich energetisch von Menschen ausgesaugt und ausgenutzt wurde.

Das ist okay, denn niemand konnte meine Empfindungen nachfühlen. Niemand kann meine Grenzen für mich setzen. Niemand kann mir sagen, wie ich mit meiner Energie haushalten sollte. Niemand kann mir meine Emotionen abnehmen (übrigens, kann auch niemand Emotionen in mich reinpflanzen) und meine Selbstheilungskräfte aktivieren.

Das liegt in meiner Verantwortung und die habe ich, besonders in der Rauhnächten, wieder zu mir geholt. Ich habe mich selbst ermächtigt, mich um meine Bedürfnisse zu 100% selbst zu kümmern. Selbst zu entscheiden, wie ich mich bei einer bestimmten Situation fühlen möchte und wenn das nicht gegeben ist, zu äußern, dass mir das nicht gut tut oder ich das so nicht machen will. Ich kann entscheiden und ich kann auch gehen, wenn mir etwas nicht gut tut.

Das ist meine Aufgabe und nicht die Aufgaben von irgendwem im Außen. Nicht von meinem Partner, nicht von meinen Freund*innen, nicht von meiner Familie und nicht von meinen Arbeitskolleg*innen.

Mit welcher Intention tue ich etwas?

Ich sollte an der Stelle vielleicht einmal den Unterschied zwischen einem Ziel und Intention erklären, da der für manche nicht ganz ersichtlich ist.

Intention ist eine konkrete Absicht hinter einer Handlung. Wenn ich also etwas tue, etwas plane oder etwas ausführe, kann ich mir eine konkrete Absicht setzen, wie ich das tun möchte. Eine Intention kann zum Beispiel sein:

Ich bin bei der Tätigkeit in Freude und im Vertrauen, dass alles so ist, wie es sein soll und sich alles für mich entwickelt.

Ein Ziel ist das Endergebnis von meist mehreren Handlungsschritten. Ich kann mir also durchaus ein Ziel setzen und dazu eine Intention.

Ich stehe jeden Morgen eine halbe Stunde früher auf zum meditieren und tue das in Freude, Fülle und für meinen inneren Frieden.

Faszinierend ist an der Stelle, dass wir sehr oft Intentionen setzen, unbewusst ohne es zu merken und dabei oft Situationen und Gefühlszustände herbeiführen, die uns eigentlich nicht zuträglich sind oder unterstützen. Wenn ich also ein „Worst Case“ Szenario „bestelle“ und es dann erhalte, mich dann darüber aufrege, dass das so passiert ist und ich morgens schon gedacht habe: „Boah, das wird heute wieder ein echt schwerer Tag, ich bin total müde und hab gar kein Bock irgendwas zu machen, am liebsten würde ich einfach liegen bleiben„, dann habe ich mir unterbewusst ein Ziel gesetzt und dabei auch eine Intention mit rausgeschickt.

Das Ganze geht aber eben auch bewusst. Ich möchte mir dieses Jahr so oft ich kann, eine konkrete Absicht für den Tag und auch für einzelne Tätigkeiten setzen, diese bewusst aussprechen oder auch aufschreiben und das nicht mehr dem Zufall oder meinem Unterbewusstsein, meinem Gnom oder meinen inneren Kritikern überlassen!

Auch hier kommt wieder mein Lieblingssatz: Wir haben kein Wissensproblem, sondern ein Umsetzungsproblem! Ich weiß das alles, ich weiß das seit Jahren, ich begleite so andere Menschen in Gruppen und im 1:1 und darf mich aber selbst immer wieder auch an meine eigenen Tipps halten, zu meinem Mentor*innen gehen und mir von denen wiederum den Spiegel vorhalten lassen und reflektieren, wo ich mir selbst noch im Weg stehe und welchen Weg ich überhaupt gehen möchte und mit welcher Absicht.

Welche Energie möchte ich aussenden?

Ja, diese Frage ist besonders interessant, denn wir senden immer eine bestimmte Energie aus, wir können nicht „nichts“ senden. Auch hier möchte ich mir täglich die Frage stellen, mit welcher Energie ich etwas tun möchte und was ich aussende. Wir sprechen darüber umgangssprachlich und jeder Mensch weiß, was ich meine, es ist aber eben nicht so greifbar und oft auch mit Worten nicht zu beschreiben. „Die Energie im Raum ist komisch“ – „Irgendwie fühl ich mich in der Gegenwart von der Person unwohl“„Wir harmonieren so gut miteinander“. In der Jugendsprache kommt oft sowas wie: „Ich fühl den Vibe nicht von der Person“, das ist genau das wovon ich spreche. Wenn wir mit jemandem nicht harmonieren, dann geht es hier um die Energiefelder, die nicht harmonieren. Die Person sendet Signale aus, die man selbst manchmal nicht beschreiben kann, aber irgendwas „passt da nicht“.

Faszinierend, aber ich kann diese Energie nicht nur besonders stark wahrnehmen, sondern auch sehen. Ich sehe die vor allem, wenn ich meine Augen schließe. Das mag jetzt für die ein oder andere Person seltsam klingen, du darfst mich auch gerne als verrückt abstempeln, wenn dir das hilft, aber ich bin froh, dass ich das nicht mehr von mir selbst denke und weiß, dass ich nicht die Einzige auf diesem Planeten bin, die Energieströme sehen kann.

Ich nehme das also sehr von anderen wahr, habe mir aber auch bei dieser Thematik selten Gedanken über meine eigene Energie gemacht, sondern wieder nur über die von anderen. Das ist übrigens auch das, was mich am meisten reizüberflutet und müde macht, wenn ich mit Menschen interagiere. Nicht nur, dass ich mir ständig Gedanken um deren Bedürfnisse gemacht habe, sondern auch noch ihre Emotionen und ihr Energiefeld wahrnehmen konnte und bis vor kurzem nicht wusste, dass nicht jeder Mensch sein Umfeld so wahrnimmt und man mir deshalb nichts vormachen kann oder ich als Kind gesagt habe: „Ich kann Gedanken lesen.“ Heute würde ich das konkreter formulieren. Ich lese keine Gedanken, ich fühle die Emotionen und Energie von Menschen, als wären es meine eigenen! Emotionen sind übrigens Energy in motion (Energie in Bewegung).

Ich möchte diese Fähigkeit und Superpower, denn genau das ist es, gerne auch für mich nutzen und nicht nur für andere. Ich möchte ganz bewusst meine Energie und meine Frequenz, auf der sende, ausrichten. Ich möchte mich nicht mehr von den Energiefeldern von anderen und deren Sendungen runterziehen lassen, denn ganz oft liege ich abends auf der Yogamatte und exorziere die Emotionen von anderen Menschen durch mein System, weil sie sie bei mir abgeladen haben und ich sie (früher) bereitwillig in mich aufgenommen habe.

Damit ist jetzt Schluss. Diese Entscheidung habe ich an der letzten Rauhnacht getroffen und steht dick und fett auf meinem Vision Board.

Was dich 2024 hier erwartet?

Ich kann es kaum glauben, aber mein Blog wird im September fünf Jahre alt! Ich habe beschlossen etwas rauszubringen dieses Jahr, als Limited Edition, davon erzähle ich euch aber im Laufe der nächsten Monate. Stay tuned!

Im März dreht es sich hier auf dem Blog und in meinem Podcast rund um das Thema Meditation. Es wird einen Meditationssummit geben, einen Online Newsletter, den ihr für den März bei mir bestellen könnt, den ihr kostenlos erhaltet mit Tipps von mir und von vielen anderen Menschen in und außerhalb der Musikbranche, die meditieren. Es werden Geschichten erzählt, wie wir zur Meditation gekommen sind, welche Arten von Meditation es gibt (es gibt sehr viele!) und ich möchte mit dem Mythos brechen, dass meditieren bedeutet zu Sitzen und an nichts zu denken. Das ist nämlich Quatsch! Am Ende des Monats gibt es dann alles in einem PDF zusammengefasst, das ebenfalls kostenlos runtergeladen werden kann.

Meine nächsten zwei Termine im Januar sind zum einen ein kostenloser Workshop „Jahresplanung mal anders“ in Kooperation mit dem Popboard NRW und dem PRO MUSIK Verband. Der Workshop findet online statt am 22.01.24 von 11.00-13.30 Uhr.

Zum anderen halte ich am 25.01.24 um 20.00 Uhr das Online Seminar Auswendig spielen bei Blasmusik.digital.

In meiner Podcastfolge, die zu dem Thema heute passt, spreche ich auch über Gewohnheiten und wie du sie dir bewusst machen, deren Wurzel entdecken und dich mit dir selbst auseinandersetzen kannst.

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