I’m done.

Am 29.09.22 um 11.50 Uhr war ich fertig. Fertig mit 19 Semestern Studium. Fertig mit 4 Studiengängen. Fertig mit der zweiten Lehrbefähigung. Fertig mit dem Leistungsdruck in der Musikhochschule. Kurz: I’m done.

Ich möchte heute einen kurzen Abriss geben, was in den letzten 14 Tagen durch meinen Kopf ging und schon vor der Prüfung begonnen hatte in mir zu wüten. Auf der anderen Seite möchte ich klar machen, was ich jetzt loslasse und was vor allem auch hier auf dem Blog nun passiert.

Aber zu aller erst: Wie hat das Ganze begonnen?

Ich war ein sehr aufgewecktes, energiegeladenes und musikalisches Kind. Die kleine Maus, die ihr da sehen könnt, war bereits mit 4 Jahren auf der Bühne und hat sich da pudelwohl gefühlt. Es ging nicht um Leistung. Es ging nicht um die Erwartungen anderer. Es ging um Spaß und Leidenschaft. Ich habe an diesem Tag in der Kirche ein Stück auf der E-Orgel gespielt, was einige der Erwachsenen Schüler*innen meines Vaters in der Musikschule nicht spielen konnten. Das Stück war eigentlich viel zu schwer für mich. Das hatte mir aber niemand gesagt, ich hatte es einfach gelernt. Weil ich Spaß hatte und weil ich das lernen wollte, weil es mir so gut gefiel. Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich das erzähle?

Weil dieser Spaß und die Leidenschaft unterwegs abhanden kam und ich sehr viel Mühe, Energie und Tränen aufwenden musste, um mir den zurück zu holen.

2010 startete ich in die studienvorbereitende Ausbildung und ich hatte bereits während meiner Oberstufenzeit sehr viel Stunden in der Woche der Musik und dem hohen Niveau gewidmet. Ich wusste immer wo meine Priorität liegt und ich bin nur so gut geworden, wie ich heute bin, weil ich so früh meine Prioritäten klar hatte. Das ist mir bewusst. 2013, eine Woche nach meiner Abiturfeier, begann ich Vollzeit Musik zu studieren. Beendet habe ich diese Studienzeit nun vor wenigen Tagen. Alles zu erläutern, was in diesen Jahren so passiert ist, damit könnte ich mindestens ein Buch füllen. Heute möchte ich aber mit dir die Haupterkenntnis teilen, die neben meinen Gefühlen von Nostalgie, schönen und schweren Erinnerungen, Schmerz und gleichzeitiger Vorfreude auf die kommende Zeit, welche mir die letzten Tagen immer klarer wurde.

Ich bin fertig mit dem Leistungs- und Erwartungsdruck und „Höher, Schneller, Weiter“. I’m done!

Wie ich das angestellt habe? Ich habe meine kleine Maus, die ihr oben sehen könnt, zurückgeholt. Denn die musste ich zeitweise weg sperren und blockieren. Die hätte sich nämlich nicht sagen lassen: „Du musst das so und so üben und machen.“ – „Nein, das ist noch nicht gut genug, da musst du mehr dran arbeiten.“ – „Wenn du zu den Großen gehören möchtest, musst du besser werden!“.

Die kleine hat auf Perfektion geschissen und das tut sie heute noch in mir. Wenn Menschen bei meinen Kursen oder in Konzerten dieses Leuchten in meinen Augen sehen: Das ist ihr Leuchten. Mein inneres Kind zu integrieren, anstatt es zu sabotieren oder es zu unterdrücken, war mein Game Changer. Die Frage, die ich mir gestellt habe in den letzten Wochen: Wo will ich mit diesem Blog nun hin?

Es kam eine klare Antwort und ihr, meine Leser*innen, bestätigt mir das: Ich mache genauso intuitiv weiter und bringe persönliche, aber auch methodische oder gesellschaftliche Themen, genauso wird es weiter um Selbstmanagement, Energiemanagement und Planung gehen. Aber auf einer gesünderen und selbstliebenden Ebene. Weniger müssen, mehr können. Weniger Perfektion, mehr Liebe zu mir selbst und zu meinen Schwächen und Schwachstellen.

Ich bin so dankbar für alles was ich in den letzten 10 Jahren im Studium gelernt habe, auch für die schweren Phasen und für den Drill Instruktor in mir (der by the way seit einigen Monaten einfach die Klappe hält, vielleicht ist er auch einfach weg). Ich wäre heute nicht so gut, wenn ich das nicht durchlebt hätte. Ich wäre aber auch nicht so ehrlich, authentisch und emotional, wenn ich meine kleine Maus nicht voll an die Oberfläche zurück geholt hätte. Die ist frech und weiß was sie will. Die macht was sie für richtig hält und weißt du was? Das ist genau richtig so!

I’m done – aber ich bin bereit für alles, was jetzt kommt…

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