Mein neues Buch

Oh mein Gott … es ist veröffentlicht! Ich kann es echt nicht glauben. 26 Monate nach der Idee und 16 Monate, nach dem ich das erste Kapitel geschrieben habe, ist das Buch endlich veröffentlicht. „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ ist eins meiner absoluten Herzensprojekte und ich bin so dankbar, es endlich mit euch zu teilen.

Hier gehts zur Bestellung der gedruckten Version, zum E-Book und zum Hörbuch. (Das Ebook und das Hörbuch sind leider erst ab dem 14.3. erhältlich, da gab es einen technischen Fehler meinerseits.)

Ein kleiner Ausschnitt noch aus dem Buch, als kleiner Appetit Happen 🙂

„Im Studium bekommen wir irgendwie eine Welt vorgestellt, die es so leider nicht mehr gibt und das nicht erst seit Corona. Die Hochschulausbildung, so hochwertig und wundervoll sie ist, ist in ihrer Struktur und ihrem Aufbau leider in den Achtziger- oder Neunzigerjahren hängengeblieben. Das ist gar nicht böse gemeint, sondern eine simple Feststellung nach neun Jahren Studium. Wir werden dort auf alles Mögliche vorbereitet, was die fachlichen, künstlerischen und pädagogischen Aspekte angeht, aber wie diese Welt, in die man uns nach dem Abschluss schickt, wirklich aussieht, dass erzählt einem gefühlt keiner. Das ist auch einfach erklärt, die meisten Lehrenden an Musikhochschulen sind ja in festen Stellen und zum Teil verbeamtet und werden verdammt gut (völlig zu Recht) bezahlt. Natürlich kann einem da niemand sagen, wie das harte Pflaster als (teil)selbstständige Musiker*in oder Musikpädagog*in aussieht. Wenn man im Studium von einer in die nächste Förderung geschleust wird, oder Stipendien erhält, aber niemand sagt: 

„Hey, später wird das nicht mehr ganz so einfach sein, dann musst du deinen gesamten Lebensunterhalt im Worst Case mit einem prekären Gehalt bestreiten.“

Das Schlimme an der Sache ist, dass das so in den Köpfen der Musiker*innen drin ist, dass niemand realisiert, dass wir an den meisten Problemen (wie in den letzten Kapiteln genauer erläutert) selbst mitverantwortlich sind. Es ist selbstverständlich leichter, auf andere zu zeigen und zu denken, dass die schuld sind. Fakt ist, dass man zu einem sehr großen Teil im Leben selbst verantwortlich ist und wenn wir das Alle mal verstehen und wirklich bewusst umsetzen, dann ändert sich auch etwas in unserer Branche.

Wenn niemand mehr für fünfzig Euro einen Auftritt annimmt, weil er oder sie denkt: 

„Lieber die fünfzig Euro als gar nichts.“

Wenn niemand mehr Instrumentalunterricht für zehn Euro die gehaltene halbe Stunde gibt, weil er oder sie denkt, die Eltern würden ja eh nicht mehr bezahlen. 

Wenn niemand mehr so tut, als wären Honorarverträge an Musikschulen und Musikhochschulen was Tolles und würden nicht zu den prekären Verhältnissen vieler Pädagog*innen beitragen.

Wenn niemand mehr verheimlicht, wie beschissen es eigentlich so vielen in unserer Branche geht und immer auf die zeigt, bei denen alles wie am Schnürchen läuft. Wenn wir alle (und ich spreche jetzt alle Kolleg*innen an, egal aus welchem musikalischen Mikrokosmos sie stammen) endlich (!) zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen, uns helfen und uns nicht gegenseitig die Augen auskratzen, die Ellenbogen in die Fresse rammen, das Messer in den Rücken oder uns gegenseitig überbieten oder schlimmer noch unterbieten wollen, uns zusammen tun anstatt wie ein aufgeblasener, arroganter Gockel oder hysterische Henne zu beweisen, dass die eigene musikalische Sparte die Bessere ist, dann … nur dann sehe ich Hoffnung, dass wir dieses Schiff noch umdrehen und die Richtung wechseln können.“

Viel Spaß beim Lesen oder Hören!

2 Kommentare zu „Mein neues Buch

  1. Saskia, wie oft habe ich animierte Debatte über dieses Thema gehabt, seitdem ich nicht mehr Studentin bin und im „echten Leben“ schwimme!!
    Du schreibst es genau richtig!
    Ich freue mich, das ganze Buch zu hören und gratuliere für dieses tolles Projekt!
    Liebe Grüsse
    Fanny

    Gefällt 1 Person

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