Was ist ein guter Plan?

Ich gebe es zu. Ich liebe Pläne. Tagespläne, Monatspläne, Übepläne, Konzertpläne, Hausarbeitspläne, Lernpläne, Sportpläne, Reisepläne und ja man möge mich vielleicht für verrückt halten, aber es gibt für mich manchmal nichts Schöneres, als mich mit meinem Kalender, Bullet Journal und einem Kaffee hinzusetzen und zu planen. Diese Leidenschaft für Planung & Co. musst du nicht unbedingt mit mir teilen, aber was einen guten Plan ausmacht, wie und wann du ihn am Besten erstellst und was für Faktoren man bei der Planung meistens vergisst, darum soll es in diesem Artikel gehen.

Ein guter Plan sollte folgende Punkte erfüllen:

  • Er sollte realistisch zu schaffen sein, bezogen auf deine Zeit und deine Energie
  • Er sollte möglichst kurz und prägnant formuliert sein (max. 1 DIN A4 Seite)
  • Er sollte übersichtlich gestaltet sein, am Besten in Form einer Checkliste
  • Falls es eine Deadline gibt, setze dir deine persönliche Deadline dafür 14 Tage vorher (darauf komme ich später zurück)
  • Dein Ziel oder deine Motivation für diesen Plan sollte ganz oben auf dem Zettel stehen
  • Bei größeren Zielen innerhalb des Plans, solltest du Teilziele formulieren

Worauf du deinen Plan schreibst ist Geschmackssache. Es kann auf Schmierpaper sein oder du benutzt ein Notizbuch/block oder selbstverständlich auch eine NotizApp auf deinem Laptop/Tablet. Vom Smartphone rate ich aus Übersichtlichkeitsgründen eher ab, aber wenn du so ein Smartphone besitzt, was auch eher als zu klein geratenes Tablet durchgeht (ich frage mich mit meinen kleinen Händen immer, wie man sowas hält und damit telefoniert), dann natürlich auch damit.

Die Frage die sich einige zu Recht stellen, ist was unterscheidet denn einen Plan von einer To-Do-Liste? Sagen wir mal so, ein Plan kann auch teilweise eine To-Do-Liste sein, aber oft geht es bei Plänen um den Überblick über ein bestimmtes Projekt, oder im Falle einer Reise auch um Zwischenstopps. Meine Pläne beinhalten auch immer To-Do-Listen bzw. eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten. Es geht beim Plan schreiben auch gar nicht mal nur darum, dass alles aufzuschreiben, sondern du kannst während der Planung viele Dinge durchdenken ohne in Stress zu geraten.

Kennst du das, wenn du am Abend vor einem vollen oder stressigen Tag, deinen Rucksack schon fertig packst und durchgehst, woran du denken musst, was alles wann ansteht, wann du wo sein musst und dir noch auf einen Klebezettel ein paar To-Do’s schreibst und an deinen Kühlschrank klebst? Das ist Planung. Natürlich schreibst du jetzt nicht für jeden Tag abends eine DIN A4 Seite. Aber wie stehst du dann morgens auf? Entspannter? Vielleicht ist es bei dir immer eher so, dass du zu spät aufstehst, weil du noch 5 mal die Snooze Taste gedrückt hast, noch gaaanz schnell duschen gehst, dein Zeug in der Wohnung zusammensuchst und unterwegs feststellst, du hast 2 wichtige Sachen vergessen, obwohl du vor dem Einschlafen noch dran gedacht hast…

Versteh mich bitte nicht falsch, mir passiert das auch und daran ist auch gar nichts Schlimmes. Zumindest kommt es auf den Tag und den Inhalt des Tages an. Aber dieses Gefühl, zu wissen was auf einen zu kommt und die wichtigsten Dinge dafür geplant und gepackt zu haben, gibt dir Sicherheit und zumindest einen Hauch von Kontrolle. Aber was hat das jetzt mit dem Plan schreiben zu tun?

Ich möchte dir zeigen, dass du nicht nur kleinschrittig in Tagen planen kannst, sondern auch größer und langfristiger. Kennst du die Leute die solche Sätze auf Fragen antworten wie: „Keine Ahnung, ich hab keinen Plan“. Der Satz ist schon umgangssprachlich in unseren Alltag gerutscht. Und es ist so viel Wahres dran. Wenn du ein bestimmtes Ziel verfolgst, mach dir einen Plan. Wenn du nicht weißt welches Ziel du verfolgst, gibt es andere Artikel auf meinem Blog, die ich dir zuerst ans Herz lege oder du dir da Hilfe von anderen Blogs/Büchern/YouTube-Kanälen holen kannst.

Wir nehmen mal als Beispiel das Ziel: Auftritt im Klassenabend/Konzert innerhalb deiner Hochschule.

Wenn du jetzt eine Checkliste dafür anlegen möchtest, empfehle ich dir auf jeden Fall vom Zieltag auszugehen und rückwärts zu planen. An was muss man für so ein 10-15 minütigen Auftritt alles denken? Einiges kommt dir vielleicht jetzt selbstverständlich vor, aber lass dir gesagt sein, nach 7 Jahren Studium, das ist es nicht immer und für jeden!

  • frühzeitig Werk mit dem/der Hauptfachlehrer/in abklären
  • Werk erarbeiten, ggf. Übeplan dazu schreiben
  • Deadline, das Werk Aufführungsreif zu können, 14 Tage vor dem Konzert setzen
  • ausreichend Proben mit dem Korrepetitor oder den Kammermusikpartnern ausmachen
  • eine Generalprobe festlegen (lassen)
  • Wenn du eine Aufnahme oder Videomitschnitt davon machen möchtest, ein Tag vorher klären wer und mit welchem Medium das gemacht wird

Da könnten jetzt noch mehrere Punkte stehen je nachdem, was du eben brauchst. Ich erkläre jetzt mal meine Methode „14-Tage-Vorher-Deadline-setzen“. Warum, fragst du dich, mache ich mir noch mehr Stress. Um früher fertig zu werden? Nein, um früher fertig werden geht es nicht!

Stell dir mal vor du hast deine Deadline für dein Projekt am Tage der gesetzten Deadline, im Falle eines Konzerts, der Konzerttag. Und dann wirst du krank in der Vorbereitungszeit. Oder du bekommst eine tolle Mugge angeboten, in der Woche vor dem Konzert. Hattest aber eigentlich geplant, den Feinschliff und die Details für dein Projekt in genau diese Woche zu machen. Oder es kommen mehrere Projekte gleichzeitig zustande und du musst parallel arbeiten, was wir dann übrigens Berufsalltag nennen, denn du hast mit Sicherheit nie nur ein Stück für ein Konzert oder ein Projekt gleichzeitig. Diese Methode ist gedacht um Pufferzeit einzuplanen.

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

John Lennon

Genau das ist der Punkt. Während wir planen und organisieren vergessen wir oft, dass wir einen ganz normal Alltag haben, der in unsere Pläne meistens dazwischen funkt. Du weißt nie was kommt und Pläne kann man auch ändern oder verwerfen, sie sind absolut nicht in Stein gemeißelt. Es geht also bei deinem Plan den du schreibst nicht darum, dass du ihn unbedingt und ohne Kompromisse einhalten musst.

Es geht darum zu Beginn deines Projekts/Ziels einen Plan zu haben, wie du die Zeit bis dahin nutzen kannst um es erfolgreich zu erreichen. Wenn du von Anfang an Pufferzeit einplanst, kannst du sicher sein, dass du am Ende nicht in den mega Stress verfällst, falls Dinge dazwischen kommen, die wir nun mal nicht planen können.

Wenn du das Gefühl hast ein Plan läuft nicht so wie du dir das vorgestellt hast, frage dich immer mal zwischendurch, warum du das machst und für wen. Die Motivation für ein Projekt oder ein Ziel, solltest du immer auf dem Plan stehen haben. Ganz oben und klar formuliert. Wenn du nicht weißt wofür du das machst, kann die Arbeit sehr sehr schwer sein und dir wesentlich mehr Energie rauben, als du dafür eigentlich aufbringen wolltest.

Ein guter Plan ist relativ und absolut von der Person und der Größe des Ziels abhängig. Ein guter Plan für mich ist nicht unbedingt ein guter Plan für dich. Um herauszufinden was für dich gut funktioniert, kann ich nur wärmstens empfehlen es einfach auszuprobieren.

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