Prüfungsvorbereitung

„Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.“

Marlon Brando (1924-2004), amerikanischer Schauspieler

Zu einem Bachelor- oder Masterstudium gehören Prüfungen. Ganz egal, ob die Aufnahmeprüfung, Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung. Jeder steht irgendwann mal vor einer Prüfung und kann da gut oder weniger gut vorbereitet rein gehen.

Ich habe vor einer Woche selbst mein Bachelorstudium, und damit bereits das zweite Studium, abgeschlossen. Das habe ich zum Anlass genommen diesen Artikel zu verfassen und dir einen Einblick in meine Prüfungsvorbereitung und Planung zu geben. Der Inhalt befasst sich daher eher mit künstlerischen Prüfungen und nicht mit pädagogischen/wissenschaftlichen Prüfungen.

Egal in welchem Semester du gerade studierst, dir steht in den nächsten zwei Jahren mindestens eine Prüfung bevor. Die wichtigsten Fakten zur Planung sind folgende:

  • Die Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung muss in den meisten Hochschulen selbstständig angemeldet werden, häufig bereits im vorherigen Semester (informiere dich dazu möglichst früh über Fristen deines Prüfungsamts)
  • Je nach Studienordnung hast du verschiedene Anforderungen für die Prüfung, nur weil deine Studienkollegen ein paar Semester über dir so geprüft wurden, bedeutet das nicht, dass du mit derselben Prüfungsordnung geprüft wirst
  • Sprich so früh wie möglich mit deinem/r Hauptfachlehrer/in ab, welches Programm du spielen wirst, umso früher du das weißt, desto besser kannst du es vorbereiten
  • Manchmal musst du dich mit um eine Prüfungskommission kümmern, sprich ggf. früh genug 2. oder 3. Prüfer an
  • Je nach Prüfungsart und Fachbereich, kannst du selbst den Termin mitbestimmen
  • Bei Abschlusskonzerten gibt es oft Zusatzaufgaben wie eine dokumentierte Recherche, eine Moderation, Programmhefte o.ä.; bei deiner Prüfungsbestätigung stehen alle wichtigen Informationen mit Deadlines, lies dir das gut durch und notiere dir die Aufgaben und deren Abgabefrist
  • Wenn du für deine Prüfung bestimmte Instrumente benötigst, wie ein Cembalo oder Schlagwerk, merke das frühzeitig an und kläre den Transport in den jeweiligen Raum!

So das ist natürlich der eher trockene Teil der Planung und für die meisten Studierenden eher lästig. Bedenke dabei immer, wenn du dich früh genug darum kümmerst, gibt es auch kein Chaos oder Stress für dich oder das Prüfungsamt. Wenn du zu den eher organisierteren Studierenden gehörst, wirst du jetzt vermutlich bei einigen Fakten sagen: „Das ist doch alles selbstverständlich!“. Aber glaub mir, ich hab in meinem Umfeld schon so einige Sachen mitbekommen, da standen mir die Haare zu Berge.

Der schönere Teil der Planung ist das Programm musikalisch vorzubereiten. Wenn es sich um deine Bachelor oder Master Abschlussprüfung handelt, hast du sehr viel Freiheit und kannst dir ein Programm nach deinen Wünschen zusammenstellen. Das ist Fluch und Segen zugleich! Ich hatte zu Beginn meines 7.Semesters im Bachelor an die 15 verschiedene Ideen für Konzertprogramme, mit unterschiedlichen Themen und Schwerpunkten. Da wird es dann spannend in der endgültigen Programmzusammenstellung. Aber um dir da schon mal den Stress zu nehmen: Du wirst bei deiner Prüfungsanmeldung zwar ein vorläufiges Programm einreichen, kannst dieses aber in den meisten Fällen bis 2 Wochen vor dem Konzert noch ändern.

Ich selbst habe mein Bachelorkonzertprogramm noch wenige Wochen vor dem Prüfungstermin umgeschmissen, aus organisatorischen Gründen. Solltest du Kammermusik einplanen in dein Programm, empfehle ich sehr flexibel zu bleiben.

Wenn dein Programm steht und du dich dafür vorbereiten kannst, gelten ähnliche Tipps wie im letzten Artikel zum Thema Wettbewerbsvorbereitung.

  • Spiele dein komplettes Programm so oft wie möglich vor Publikum (inkl. Moderation, wenn nötig)
  • Mache ab 2-3 Wochen vor der Prüfung Übe-Sessions mit Durchläufen, ebenfalls mit Moderation – ggf. sogar mehrfach am Tag um Kondition aufzubauen (hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Durchhaltevermögen)
  • Bei einem Durchlauf kannst du die Methode der rotierenden Aufmerksamkeit sehr gut anwenden. (Falls du die noch nicht kennst, google das mal!)
  • Visualisiere dir deine Prüfung mehrfach und gehe mögliche Szenarien im Kopf durch. Wenn du bereits mental übst, kannst du auch einen Durchlauf der Prüfung mental durchgehen, um deine Hände zu schonen.
  • 1-2 Tage vor der Prüfung: Nicht mehr üben!
  • Versuche am Tag der Prüfung dein Energielevel oben zu halten, auch wenn die Prüfung erst um 19 Uhr stattfindet
  • Dur wirst falsche Töne spielen und vielleicht auch mal rausfliegen, das ist alles kein Drama und es zählt der Gesamteindruck, dein Bühnenauftritt, deine Musikalität und, dass du Spaß dabei hast. Das darf man auch gerne sehen!
  • Die Jury/Prüfungskommision besteht auch nur aus Menschen und es sind keine Götter. Mach dir darüber während der Prüfung keine Gedanken, dass da Prüfer sitzen die dich bewerten, sondern fokussiere dich auf deine Musik.

Ich möchte zum Schluss noch auf das Zitat eingehen, welches ich an den Beginn dieses Artikels gestellt habe. Bezogen auf das Thema Prüfungsvorbereitung, bedeutet das für mich, wenn…

…du ein Programm hast, welches dich und deine Stärken sehr gut wiederspiegelt

…du mit Musikern und/oder Freunden auf der Bühne stehst, mit denen du dich blind verstehst (besonders musikalisch)

…du sehr gut vorbereitet bist und dir keinen unnötigen Stress durch Formalia machen musst

…du dir realistische Ziele für deine Prüfung gesteckt hast

…du einfach dein Ding machen kannst und dich voll der Musik hingeben kannst

…dann musst du dir absolut keine Sorgen machen und kannst voller Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten in die Prüfung gehen!!

Als ich mein Bachelorkonzert beendet habe, in dem Moment wo ich die Flöte runtergenommen habe, wusste ich, dass ich mein bestes gegeben habe und ich hätte nicht besser spielen können an diesem Abend! Ich habe mich auf die Musik und auf die Emotionen dahinter konzentriert und war voll in meinem Element. Meine Energie war gefühlt grenzenlos in diesen 60 Minuten und ich bin der festen Überzeugung das hatte sehr viel mit meiner Vorbereitung (musikalisch, formal und mental) zu tun, dass ich mich so der Situation hingeben konnte.

Ich wünsche dir natürlich viel Spaß bei der Vorbereitung und vergiss dabei nicht:

Der Weg ist das Ziel!

Solltest du demnächst eine Prüfung vor dir haben, wünsche ich dir viel Erfolg dabei und denk immer daran, dass am Ende nicht um die Note geht, die dabei herauskommt. Es geht darum wie viel du gelernt hast in der Zeit davor und durch die Erfahrung, die du in der Prüfungssituation sammelst. Man lernt immer etwas dazu!

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