Hervorgehoben

Warum Selbstmanagement und nicht Zeitmanagement?

Es plant niemand zu versagen, aber die meisten versagen beim Planen!

— unbekannt

Warum heißt dieser Blog nicht „Zeitmanagement im Musikstudium“? Wäre doch naheliegender, bei all den Seminaren, Terminen, Übesessions usw. die man in seinen Terminkalender zu bestimmten Uhrzeiten einträgt.

Als ich angefangen habe mich mit der Thematik auseinanderzusetzen, hatte ich erst mal denselben Gedanken und mich natürlich viel mit Zeitmanagement Büchern, Zeitmanagement Videos und Zeitmanagement Blogs auseinandergesetzt. (Keine Angst, ich werde die ganzen Quellen aus denen ich mein Wissen und meine Erfahrung geschöpft habe hier vorstellen)

Ich kam damals genauso wie die meisten direkt (tatsächlich nur 1 Woche dazwischen) aus dem Abitur ins Musikstudium und war gänzlich überfordert eine Struktur in meinen Alltag zu bekommen. Andererseits habe ich irgendwann entdeckt, wie kostbar es ist, sich völlig frei nach seinen Wünschen und Prioritäten zu organisieren. Dann stand ich vor der Aufgabe: mit welchem Medium möchtest du arbeiten? Früher hatte ich wie viele so ein Schülerplaner. Den fand ich super, aber ich wollte im Jahre 2013 „fortschrittlich“ sein und meine tollen Elektronischen Geräte, die ich besaß, zum Planen benutzen.

Gesagt, Getan, Gescheitert…

Zwischen damals und Heute liegen 13 Semester, in denen ich mich anfangs gefühlt jedes Semester mit einem anderen Medium organisiert habe: Papier Kalender, Filofax, Laptop, Handy, Laptop und Handy zeitgleich, Pinnwand, Klebezettel an Tür (weil Pinnwand kaputt), Bullet Journal und Studium-Organaisations-Apps. Ich kann euch tatsächlich von jeder dieser Methoden im Bereich Musikstudium erzählen, welche Vor- und Nachteile es gibt. Denn eines ist ganz sicher:

Jedes Medium und jede Methode hat positive und negative Seiten, die Entscheidung welches man verwendet ist nicht in Stein gemeißelt und kommt absolut auf eure Bedürfnisse an. Scheut euch nicht davor, die Methode zu wechseln, wenn eure nicht mehr für euch funktioniert!

Ich habe mir viel Inspiration geholt bei Menschen, die über Studium und dessen Planung geschrieben oder gesprochen haben. Allerdings gibt es einen großen Unterschied zwischen einem Universitätsstudium und einem Musikhochschulstudium: neben Seminaren und Vorlesung, haben wir wöchentlich Hauptfachunterricht und verbringen den Großteil unserer Zeit mit Üben oder Proben. In meinen Augen ist es aus energetischer Sicht etwas völlig anderes, ob ich vor dem Schreibtisch sitze und eine Hausarbeit schreibe und Unterrichtsstoff lerne für Klausuren oder ob ich mit meinem Instrument alleine mehrere Stunden im Überaum bin. Ich kann 8 Stunden vor dem Schreibtisch sitzen, es lässt sich darüber diskutieren ob das Gesund ist. Aber ob 8 Stunden tägliches Üben so sinnvoll, effektiv und gesund sind, darüber müssen wir wohl eher nicht diskutieren!

Generell steht der Praxisanteil zum Theorie Anteil in einem ganz anderen Verhältnis, als bei einem Unistudiengang.

Und jetzt kommen wir zu dem Punkt als ich gemerkt habe, dass es sich eben nicht nur um Zeitmanagement handelt. Abgesehen von der Tatsache, dass sich Zeit nicht „managen“ lässt. Jeder hat 24 Stunden am Tag zur Verfügung, nur sind einige erfolgreicher in dem was sie tun als andere. Zeit kann man nicht einfach verschieben, sie ist genauso da wie das Wetter gegen das wir nichts machen können. Da kommen auch so tolle Sprüche her wie:

„Zeit ist Geld“ – „Wettlauf gegen die Zeit“ – „Zeit ist kostbar“ …

Das bedeutet, ich habe mir damals die Frage gestellt: Warum sind einige Menschen erfolgreicher mit dem was sie machen als andere? Mit Glück hat es nur wenig zu tun, sondern mit einem guten Management seiner Energie, Kreativität und selbstverständlich seiner Zeit.

Es soll hier auf diesem Blog also um weit mehr gehen, als nur wie ihr wann am besten welchen Klebezettel wohin in euren Kalender klebt! Oder mit welcher App ihr am besten eure Termine und To-Do’s koordiniert. Oder wie ihr am besten mit Kollegen gemeinsam Projekte verwirklicht.

Ein gutes Selbstmanagement bedeutet für mich:

  • Zeit- und Energiemanagement, denkt nicht nur in Stunden sondern auch darüber nach wie viel Energie kostet euch diese Tätigkeit
  • Ein gesundes Stressmanagement, vergesst nicht Zeit für euch, für Hobby’s, für Sport, für Freunde und für Entspannung zu planen
  • kurz-, mittel- und langfristige Ziele zu haben, Träume zu haben und diese nicht beiseite zu schieben weil euch jemand sagt: „Das schaffst du nie!“ – das sagt immer mehr über die andere Person aus, als über dich!
  • die eigene Motivation zu definieren, vor allem für die Tage, an denen ihr mal keinen Bock habt und ihr euch fragt warum ihr diesen „ganzen Scheiß“ macht!
  • Prioritäten zu setzen, da wo ihr jetzt steht, seid ihr wegen eurer Prioritäten die ihr aktuell für euch gesetzt habt
  • Methoden für Projektplanung zu haben für: ein Konzert, eine Prüfung, eine Hausarbeit, ein Ensemble oder einen Blog zu starten 😉
  • Erfolg für sich zu definieren, das kann für jeden etwas anderes sein

Über all diese Dinge werde ich hier schreiben und euch aus meiner Erfahrung berichten. Ich wünsche euch viel Spaß beim stöbern und planen!

Probespielvorbereitung

„Zu einem erfolgreichen Probespiel, gehört mehr als nur zu Üben!“

Saskia Worf

Heute widme ich mich einem Thema, das mich seit einiger Zeit sehr beschäftigt. Da ich mich selbst – nach gerade einmal vier Probespielen – nicht unbedingt als Expertin einstufen würde, habe ich eine gefragt, die es auf jeden Fall ist!

Foto: Tilman Harmeling

Hanna Rzepka, 27 Jahre jung, ist eine gute Freundin, die ich bereits seit 15 Jahren kenne. Wir waren gemeinsam Jungstudentinnen am PCK Mainz; zwar in unterschiedlichen Flötenklassen, aber durch Kammermusik und die gemeinsame Schulzeit an derselben (Mädchen-!)Schule freundschaftlich verbunden. Wir sind bei Jugend musiziert „gegeneinander“ angetreten und im selben Jahr Bundespreisträgerinnen geworden. Wir haben uns bereits in jungen Jahren jedoch nie als Konkurrentinnen wahr genommen, sondern uns immer den Erfolg gegönnt. Diese Verbindung schätze ich bis heute sehr!

Als mich Hanna vor ein paar Wochen anrief und mir erzählte, dass sie ein Probespiel für eine feste Stelle in Frankfurt (Oder) gewonnen hat, war ich total aus dem Häuschen und habe mich riesig für sie gefreut! Kurz danach kam auch schon die Idee auf, mit ihr ein Interview zu machen und ihr Wissen mit dir zu teilen. Dank Corona haben wir alle ja jetzt unglaublich viel Zeit und so konnten wir in aller Ruhe telefonieren. Das Ergebnis gibt es in diesem und im nächsten Artikel („Erfolg bei Probespielen“) zu lesen.

Um euch kurz die liebe Hanna in aller Kürze vorzustellen:

Hanna Rzepka ist Flötistin, studierte ihren ‚Bachelor of Music‘ in Weimar bei Prof. Wally Hase. Ein Erasmus Jahr absolvierte sie in der Akademia Muzyczna im Grażyny i Kiejstuta Bacewiczów w Łodzi (Polen) in der Klasse von Prof. Antoni Wierzbiński und ihren ‚Master of Music‘ ab 2017 in Graz bei Prof. Erwin Klambauer, den sie allerdings für eine Akademiestelle am Gewandhausorchester Leipzig 2018 unterbrach. Sie ist Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Yehudi Menuhin Stiftung „Live music now“. Hanna spielte über 30 Probespiele in ihrer Studienzeit und hat so einige Erfahrungen gesammelt, Erfolge und Niederlagen eingesteckt und gewann vor kurzem eine feste Stelle. Dies war ein Ziel, welches sie sich bereits vor 10 Jahren gesteckt hatte. Das nenne ich mal Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen!

Viele Musikstudierende sitzen nun zu Hause und fragen sich: „Wie bereite ich mich auf ein Probespiel vor?“. Es gibt natürlich viele gute Professoren und Angebote an den Hochschulen und Musikuniversitäten, aber es gibt eben auch Studierende, die dort nicht so viel Unterstützung bekommen. Für diejenigen und für alle die es interessiert, ist dieser Artikel.

1. Schritt: Planen und Bewerben

Um ein Probespiel zu machen, musst du dich selbstverständlich erst mal dafür bewerben. Wo kann man die Stellenausschreibungen für Stellen und Praktika/Akademien überhaupt finden? Vielleicht hast du bereits davon gehört: die wichtigsten Seiten sind http://www.muv.ac und http://www.vioworld.de. Besonders die Bewerbungen über muv.ac sind benutzerfreundlich für Bewerber, aber auch für das Orchester selbst. Jedoch schreibt nicht jedes Orchester über diesen Weg aus. In der Zeitschrift ‚Das Orchester‘ (http://www.dasorchester.de) findest du auch jede Menge Ausschreibungen; jene für Stellen ausserhalb Deutschlands ebenso auf: https://www.musicalchairs.info

Es schadet auch nicht bei einigen Orchestern auf deren Seiten zu gehen. Für die Studierenden aus NRW ist auch die Seite des Orchesterzentrums (http://www.orchesterzentrum.de/de/orchesterpraktikanrw.html) sehr hilfreich. Dort werden Praktika ausschließlich für Master-Studierende aus NRW ausgeschrieben.

Wenn du jetzt von der Fülle des Angebots erschlagen bist, geht es dir wie mir. Der Tipp von Hanna dazu traf bei mir auf absolute Zustimmung:

„Du musst dich einfach sehr gut organisieren und ein gutes Zeitmanagement haben“

Hanna Rzepka

Ja, da bestätigt sich meine These von oben und der Inhalt dieses Blogs.

Hanna hat für sich speziell dafür ein System ausgearbeitet, in welchem sie sich zuerst einen Zettel nimmt und alle Plattformen nach Ausschreibungen durchsucht. Von den Ausschreibungen, bei denen sie sich bewerben will, schreibt sie sich in Stichpunkten folgenden Info’s mit:

  • Welches Orchester und Wo?
  • Deadline für die Bewerbung (besonders bei Postbewerbungen)
  • Datum des Probespiels (falls bekannt)

Dabei kommt eine Frage unumgänglich zum Vorschein: Wieviele Probespiele sind in einem bestimmten Zeitabschnitt machbar und wieviel Zeit brauche ich davor zur Vorbereitung?

Grundsätzlich ist dies von deiner Belastungsgrenze abhängig, aber wichtig ist sich realistisch einzuschätzen. Setze Prioritäten und bedenke diese bei deiner Planung. Ein paar Fragen, die dir bei der Entscheidung helfen könnten:

  • Ist das Programm mit den vorzubereitenden Stellen und Pflichtstücken in der gegebenen Zeit machbar?
  • Überschneiden sich Programme, sodass man mehrere Probespiele in kurzer Zeit spielen kann?
  • Habe ich überhaupt an dem Tag des Probespiels Zeit?
  • Wie sehen meine nächsten Wochen aus, habe ich die Zeit davor mich ausreichend auf das Probespiel vorzubereiten?

Wenn klar ist für welche Probespiele du dich bewerben möchtest, kommt jetzt die Bewerbung selbst. Bei muv.ac ist es sehr leicht. Es geht per Mausklick, wenn du einmal alle Daten eingegeben und deine Dokumente hochgeladen hast. Bedenke allerdings auch bei muv.ac: es bewerben sich für Stellen z.T. über 300 Menschen. Die Musiker aus der Instrumentengruppe haben keine Zeit sich von jedem 5-Seitige Lebensläufe durchzulesen. Konzentriere dich auf die wesentlichen und wichtigen Punkte. Geh deinen Lebenslauf am Besten mit deinem Professor oder Studierenden aus einem höheren Semester durch.

Hanna gibt den Tipp, bei „aktuelle Beschäftigung“ (muv.ac) die 2-3 essentiellen Tätigkeiten reinzuschreiben. Zum Beispiel: Studentin, Praktikantin bei Orchester xy, Substitutin/Aushilfe bei Orchester xy. So wissen die Leute, die alle Bewerber/innen durchschauen, sofort was du machst. Hanna hat dies auch in ihrem schriftlichen/tabellarischen Lebenslauf eingesetzt. Wenn du ein Empfehlungsschreiben eines Professors/in hast oder ein Empfehlungsschreiben/Arbeitszeugnis von einem Orchester, in dem du gespielt hast, füge es auf jeden Fall hinzu. Und beachte, wie in meinem Fall, bei den Ausschreibungen die Altersgrenze. Es gibt tatsächlich Probespiele an denen ich bereits nicht mehr teilnehmen darf, weil zu alt…

2. Schritt: Vorbereiten und Üben

Ein sehr guter Tipp von Hanna, den ich bereits aus der Konzertplanung kenne, ist sich einen Probespielzettel fürs Üben anzulegen. Also eine Art Übeplan, der einem eine Übersicht verschafft: für welches Probespiel, muss ich was vorbereiten?

Auf diesen Zettel kommt:

  • Das Orchester, der Ort
  • Wann findet das Probespiel statt?
  • Welche Pflichtstücke gibt es? (ja, manchmal gibt es noch mehr als Mozart und Haydn)
  • Welche Stellen muss ich vorbereiten?
  • Gibt es Stellen, die nicht im konventionellen Probespielheft zu finden sind? Besorg sie dir frühzeitig!
  • Bei Stellen, bei denen nicht klar ist, welcher Teil genau verlangt wird, gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Üb einfach alles! oder 2. Frag nach!
  • Markiere dir die Stellen, die besonders viel Aufmerksamkeit benötigen. Stellen die noch nicht so sitzen oder die, die einfach neu für dich sind.

Ich liebe ja Pläne. Das weißt du bereits. Und mit einem guten Plan können dir wichtige Informationen auch nicht entgleiten, wenn du sie dir direkt zu Anfang deiner Vorbereitung aufschreibst. Und bevor jetzt jemand fragt: Ja, das geht auch mit einem Word Dokument, wenn du nicht per Hand schreiben willst. Es geht darum für jedes Probespiel einen gesonderten Überblick zu haben!

Hanna hat die Erfahrung gemacht, dass 2-3 Wochen ausreichen, um sich auf ein Probespiel vorzubereiten. Natürlich übt man viele Stellen über einen langen Zeitraum bereits im frühen Stadium seines Studiums. Aber 14-21 Tage sind viel Zeit, da kann sehr viel passieren.

Obwohl Hanna und ich Flötistinnen sind, kommen hier ein paar instrumentenübergreifende Ideen zum Üben: (natürlich wollen wir hier nicht in Methodik deines Lehrers eingreifen, sondern nur ein paar Anstöße geben und erfolgreiche Methoden von Hanna mit dir teilen):

  • Langsam Üben und zwar über einen langen Zeitraum deiner Übeeinheiten!
  • Nicht immer die gesamte Stelle, sondern die Abschnitte, die problematisch sind
  • Schwere Stellen oder Abschnitte kann man als Ton-/Technikübungen zum Einspielen umfunktionieren
  • Varianten bilden und den Übemethodenschatz am eigenen Instrument erweitern. Es kann sehr ermüdend werden über 8 Jahre dieselben Stellen zu üben. Da brauchst du Abwechslung! Werde kreativ oder hol dir Inspiration von deinen Studienkollegen.
  • Mit Metronom üben, besonders das Solokonzert, denn meistens ist der Korrepetitor nicht sehr flexibel, was das Tempo angeht! Das bedeutet nicht, dass du bei den Stellen ohne Metronom üben kannst.
  • Bei Bläsern: Wechsel von Nebeninstrumenten mitüben. Nicht immer eins nach dem anderen, sondern gerne mal mischen!

3. Die Tage vor dem Probespiel

„Man kann nicht jedem gefallen!“

Hanna Rzekpa

Nutze in den letzten Tagen vor dem Probespiel die Zeit, um Studienkollegen, dem/der Professor/in, irgendwelchen Zuhörern (Haustiere sind, wenn’s hilft, auch erlaubt ;-)) vorzuspielen, um dich der Situation und der Nervosität zu stellen. Das Probespiel ist definitiv eine andere Situation als das Üben im Übezimmer. Weitere Tipps von Hanna:

  • Komplette Durchläufe von allen Stellen machen. Auch wenn du sehr selten bis gar nicht alle Stellen am Stück vorspielen musst, ist es ein sehr gutes Training!
  • Die Vorspiele 4-5 Tage vor dem Probespiel machen. Da kann man noch was retten, wenn was nicht sitzt!
  • Körperwahrnehmung schulen! Fühlst du dich sehr gestresst oder gut vorbereitet?
  • Fühlst du Lampenfieber oder Angst? Ist es eine positive Anspannung oder eine negative?
  • Vergiss nicht: Probespiele kann man auch absagen, das ist völlig in Ordnung und ganz normal!
  • Man kann auch pokern: bei Probespielen, für die man sich nicht so gut vorbereitet fühlt, trotzdem zu fahren. Sieh es als Chance und als Erfahrung! Aber das ist deine Entscheidung!!
  • Die Anspannung ist immer da, allgegenwärtig und geht auch nach 30 Probespielen nicht weg. Die Frage ist, wie du mit ihr umgehst!

4. Mentale Vorbereitung

„Alle kochen nur mit Wasser!“

Hanna Rzepka

Jetzt komme ich zu dem Teil, auf den ich ursprünglich in meiner These zu Beginn dieses Artikels, abgezielt habe!

Ja es ist wichtig zu üben und sich sehr gut vorzubereiten! Es ist wichtig, sich gut zu strukturieren und zu planen, sein Zeitmanagement im Griff zu haben und zielgerichtet zu Üben/Arbeiten. Aber…

…das bringt dir alles nichts, wenn du in der Situation selbst den totalen Blackout hast oder solche Angst verspürst, dass du dich nicht mehr bewegen kannst. Hier kommen Mentaltechniken ins Spiel, die dir selbstverständlich nicht nur im Probespiel helfen können, sondern grundsätzlich bei Lampenfieber oder Auftrittsangst.

Ich werde dazu natürlich weitere und detailliertere Artikel schreiben. Solltest du einiges davon noch nie gehört haben: fang an dich damit auseinanderzusetzen!

  • Mentales Üben
  • Auswendig Üben
  • Den Fokus auf die positiven Dinge legen: welche Stellen kannst du besonders gut?
  • Erfolgsliste anfertigen: Welche Herausforderungen hast du bereits gemeistert, welche Erfolge hattest du in der Vergangenheit?
  • Meditation (das hilft besonders, wenn man es regelmäßig praktiziert und nicht nur am Tag des Probespiels!)
  • Visualisierungsübungen: Visualisiere dir die Situation und stell dir vor du erreichst dein Ziel oder visualisiere dir deine bisher erfolgreichen Momente in Bezug auf Probespiele oder Konzerte!
  • Wenn du starke Probleme mit Lampenfieber hast, hol dir Hilfe und arbeite daran. Das verändert sich nicht von Heute auf Morgen! Und vergiss dabei nicht: du bist nicht allein!

„Man spielt nicht um sein Leben, die Welt geht davon nicht unter, wenn man nicht gut spielt!“

Hanna Rzepka

Das war der erste Teil des Artikels. Ich hoffe, wir konnten dir bereits viel Input geben zum Thema Vorbereitung geben und ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass es sich hier nicht um den einzigen Weg oder den heiligen Gral handelt! Es sind Erfahrungen und erprobte Methoden, die nicht unbedingt jedem zusagen müssen.

Da aber über dieses Thema nur wenig öffentlich gesprochen wird, dachte ich mir, wie bei so vielen Themen, „Damit ist jetzt Schluss!“. Die Orchesterwelt ist kein Märchenschloss und du wirst auch nicht mit Samthandschuhen angefasst. Das ist aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken oder es gar nicht erst zu versuchen. Eine gesunde Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung, sowie eine gute mentale Vorbereitung, sind für das Probespiel ebenso wichtig wie die Planung und Organisation und das Üben an dem eigenen Instrument.

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Üben und bleib positiv und gesund!

Zeit zum Stellen Üben, haben wir ja jetzt ausreichend 🙂

Quarantäne To-Do-Liste

COVID-19 hat uns an den Eiern gepackt. Aber so richtig. Und zwar nicht nur der Virus, sondern vor allem die Folgen. Heute, der 17.03., ist mein erster Tag in Quarantäne; nach einem Wochenende in Wien, in dem ich bereits gespenstische Szenen erlebt habe. Mich nimmt das wirklich mit und ja, wahrscheinlich nutze ich diesen Blog in den nächsten Wochen u.a. zum Verarbeiten einiger Gedanken. Vermutlich treffe ich da aber auf Zustimmung, denn dies wird nicht nur mir so gehen.

https://www.qgiv.com/blog/wp-content/uploads/2020/03/COVID-19-Blog-Post-Feature-Image-1024×626.jpeg

Schulen zu, Kindergärten zu, Einzelhandel zu, Kneipen zu, Cafes zu, Ämter zu. Eigentlich alles zu, außer medizinischer Versorgung, Lebensmittelversorgung, Post und Banken und öffentlicher Verkehrsmittel. Diesen Zustand haben weder wir in unserer Studierendengeneration erlebt, noch unsere Eltern. Es ist beklemmend. Beängstigend. Gespenstisch. Sehr ungewohnt. Und noch mal ich rede nicht vom Virus, sondern von den Folgen.

Ich fühle mich in meiner Freiheit extrem eingegrenzt. Aber…

…ich möchte in diesem Blogartikel auch eine Idee mit dir teilen, die mir heute sehr geholfen hat! Eine COVID-19-Quarantäne-To-Do-Liste!

Ok, du weißt bereits, ich liebe Listen. Keine Ahnung, warum ich das so toll finde Sachen durchzustreichen, aber ist halt so. Diese Liste ist ein bisschen anders gemeint. Natürlich kannst du jetzt auch einfach mal deine To-Do-Listenleichen angehen. Jene Aufgaben, die seit Wochen, Monaten evtl. sogar seit Jahren auf deiner Liste herumkriechen und für die du NIE Zeit hattest. Genau jetzt wäre der Moment, sich um sie zu kümmern.

Steuererklärung, Fenster putzen, feucht durchwischen, Altglas/Pfand wegbringen, Ausmisten, Bücher neu sortieren. Solche Sachen, die dir immer zu zeitintensiv waren. Jetzt hast du die Zeit. Zeit ohne Ende. Und jetzt kommt der schöne Teil des Artikels.

Neben diesen Leichen, habe ich mir heute eine Liste angefertigt, die man nicht durchstreichen muss. Du könntest, musst es aber nicht. Du weißt ja: ‚du musst einen Scheiß!‘

Stattdessen schreibst du eine Liste mit Dingen, die du schon immer mal zu Hause machen wolltest; aber schöne Dinge. Wenn Putzen für dich was Angenehmes ist, zählt auch das.

Zum Beispiel:

  • Eine Sprache lernen, oder gleich mehrere
  • Bücher lesen
  • Malen/Zeichnen
  • Journaln
  • Ziele setzen für nach diesem Shutdown
  • dein Instrument einfach nur spielen, anstatt zu üben oder mal das zu üben auf das du Lust hast
  • Meditieren, wenn du das noch nie probiert hast, fang damit an!
  • täglich Sport machen, hat man ja nie Zeit für…
  • Yoga/Pilates machen
  • einen Kaffee/Tee morgens auf dem Balkon trinken, wenn vorhanden (also der Balkon)
  • Die Wohnung umdekorieren/umstellen
  • spazieren gehen
  • DIY’s ausprobieren
  • Backen und/oder Kochen (Noch nie war es so einfach, günstig und gesund zu leben – ohne Fastfood und To-Go-Kaffees)
  • ein neues Hobby finden
  • dein Social Media/Onlineauftritt professionalisieren
  • mit einem/r Freund/in oder Familienmitglied telefonieren oder videochatten, die man schon ewig anrufen wollte
  • dein Selbstmanagement System neu organisieren
  • Blogartikel lesen 😉
  • Podcasts hören
  • in meinem Fall: beides produzieren

Du merkst, das ist schon ne ganz schöne Liste. Hier geht es nicht ums Abstreichen bzw. Durchstreichen, sondern: All dies ist möglich, macht Spaß, füllt deine Zeit, man fühlt sich nicht so unbrauchbar und hilflos und es ist Zeit für dich!!!

Ich habe seit meinem Abitur, was tatsächlich am 09.03. sieben Jahre her ist (nebenbei bemerkt, ich werde alt) durchgearbeitet und seit dem 01.04.2013 ohne Pause studiert. Semesterferien kannte ich meist nicht, weil ich gearbeitet habe. Ich habe nun 5 ganze Wochen (vielleicht sogar länger) vor mir, in denen ich unter der Woche ein paar Schüler online unterrichte und den Rest zur freien Verfügung habe.

Das bedeutet nicht, dass man sich jetzt vor Netflix und Youtube hängen muss und den ganzen Tag Bingewatching betreiben muss. Da würde mir nach ein paar Tagen vermutlich die Decke auf den Kopf fallen.

Nutze deine Zeit sinnvoll, aber chill auch mal dein Leben! Ich habe das seit sieben Jahren nicht mehr wirklich gemacht, weswegen mein Körper gerade dagegen rebelliert. Aber mit dieser Liste habe ich Lust bekommen, die nächsten Wochen sinnvoll zu gestalten. Kreativ zu bleiben. Nicht den Kopf in den Sand stecken.

Ihr Lieben, bleibt gesund, bleibt zu Hause und entspannt euch! So viel Zeit, wie sie uns jetzt geschenkt wurde, hatten wir vermutlich seit langer Zeit alle nicht mehr. Seht es positiv und kümmert euch um Menschen die nicht so flexibel und topfit sind!

In den nächsten Wochen gibt es dann auch mehr Content hier 🙂

Ich hab ja Zeit! Dass ich das mal sagen würde, hätte wohl auch kein Mensch mehr gedacht.

Inspirationsquellen: Podcast

Heute mal ein Artikel mit Eigenwerbung 😉

Ich habe vor etwa 2 Jahren Podcasts für mich entdeckt. Für diejenigen, die nicht wissen was das ist: das ist wie Radio nur mit dauerhaft sinnvollem und produktivem Inhalt (je nach Interesse) und meistens ohne Musik. Es gibt verschiedene Anbieter, für die Apple Suchti’s unter euch, mich eingeschlossen, gibt es eine App vom iTunes Store. Spotify, Deezer und viele weitere Anbieter bieten mittlerweile auf ihren Plattformen ebenfalls Podcasts an. Auf http://www.podcast.de gibt es viele Podcasts kostenfrei zu entdecken. Genauso sind mittlerweile alle größeren Podcaster auch mit ihren Inhalten auf YouTube unterwegs.

Ich höre unglaublich gerne Podcasts unterwegs, beim Aufräumen, beim Kochen, beim Spazieren gehen, manchmal auch zum Einschlafen. Mittlerweile gibt es wirklich für jeden Interessenschwerpunkt einen Podcast, sodass du auf jeden Fall auf deine Kosten kommst.

Von den ersten Folgen an, die ich gehört habe, kam in mir der Wunsch, selbst einen Podcast zu starten. Aber…da kamen sofort Gedanken wie „Über welches Thema denn?“…“Wer will sich denn anhören, über was du da quatschst?“…“Warum sollte sich irgendwer dafür interessieren, was du zu sagen hast?“…“Wie macht man das überhaupt, ist bestimmt total kompliziert und kannst du sowieso nicht!“…“Dann brauchst du auch ein Mikro, hast du nicht, ist bestimmt teuer, lass es einfach!“.

Ja geil. Ich liebe diese schönen Dialoge mit dem inneren Kritiker in unserem Kopf. Richtig genial. Denn um einen eigenen Podcast zu starten, habe ich dank dem Bullshit in meinem Kopf 2 Jahre gebraucht. Andererseits, bin ich unglaublich dankbar, dass ich ein Thema gefunden habe, mit dem ich anderen helfen kann, wofür ich brenne, was mir Spaß macht und was eine gelungene Abwechslung zu meinem Job ist.

So kam also der Tag, an dem ich den Blog startete im letzten Jahr und direkt war der Gedanke da: „Jetzt hast du ein Thema für einen Podcast! Geil! Los gehts!“ und rate mal, wer mir erneut dazwischen gefunkt hat? Ja genau, diese kleine, fiese, Rumpelstielzchenartige Stimme in meinem Kopf. Allerdings hat sich in den letzten 2 Jahren in meinem Mindset einiges getan und nachdem ich einen Plan gemacht hatte, sah die Welt schon ganz anders aus.

Ich habe mir einfach vor Augen geführt, was für eine unglaubliche Inspiration einige der Podcaster, die ich höre, bereits für mich waren. Wenn ich es schaffen kann für andere eine Inspiration oder Motivation zu sein, wie diese für mich, dann scheiß ich doch auf mein Ego! Denn warum ist Inspiration für uns so wichtig?

Tiefpunkte in unserem Leben sind völlig normal, Motivationslöcher sind ebenfalls völlig normal. Du kannst dich dann im Selbstmitleid baden (manchmal auch vollkommen in Ordnung) oder du suchst dir Menschen mit denen du redest, oder Menschen denen du beim Reden zuhörst. Beides kann Wunder wirken! Welche Podcasts ich dir sehr empfehlen kann und welche ich selbst viel höre, sind die von:

Damit sind vor allem die Themen abgedeckt, über die ich hier auch schreibe, die ich so unglaublich wichtig finde für uns als Musiker/innen und besonders im pädagogischen Bereich! Wenn du die Welt der Podcasts entdeckst und merkst, es gefällt dir Leuten beim Reden zuzuhören, dann wirst du feststellen: es gibt unglaublich viele verschiedene und für jeden ist etwas dabei.

Bevor ich meinen eigenen Podcast vor wenigen Wochen gestartet habe, rief ich einen guten alten Freund aus Mainz an. Manuel Hilleke (http://www.manuelhilleke.de/) kenne ich seit 11 Jahren. Er war der Bandcoach und Leiter des Bourbon Street Orchestras aus Mainz, in dem ich seit meinem 15. Lebensjahr spiele.

Nebenbei bemerkt, ich werde alt…:D

Ich wollte ursprünglich mit ihm ein Interview für diesen Blog machen, da ich ihn als Selbstständigen Musiker und Musikpädagogen sehr schätze und sein Wissen für diesen Blog gerne transferieren wollte. Da kam uns im Gespräch die Idee aus dem Interview einen Podcast zu machen. Meinen Traum von einem Podcast rückte also noch näher, bevor ich Zeit hatte mich mit meinem Eigenen zu befassen.

Seit Dezember 2019 findest du unseren Podcast Die Musikerschmiede auf allen oben aufgeführten Kanälen (Links findest du unten), zu dem Thema „Was Musiker auch noch managen müssen…“. Hier geht es natürlich primär um Themen, die wir als Musikstudierende vor uns haben, worüber aber keine Sau redet! Du wirst schnell feststellen, dass wir in diesem Podcast kein Blatt vor den Mund nehmen und die Zeit von http://www.wünsch.dir.was.de und Zauberschlösser, in die man uns metaphorisch an manchen Stellen als Studierende setzt, ist hier vorbei! Wir wollen realistisch über die Arbeit als Selbstständige/r Musiker sprechen und Themen auf den Tisch bringen, die leider gerne unter den Tisch fallen.

Als ich diesen Podcast mit Manuel gemeinsam gestartet habe, zog die Ausrede, die ich in meinem Kopf hatte, nicht mehr. Ich habe mich damit auseinander gesetzt und festgestellt: einen Podcast zu starten ist überhaupt nicht schwer. Ein bisschen Recherche und Wissen von Dr.google und Dr.YouTube und die Plattformen waren bestückt mit den Podcastfolgen.

Also dauerte es nicht mehr lange, bis ich meine erste Podcastfolge aufgenommen und hochgeladen habe. Seit dem 09.02.20 ist der Podcast Managemusik online. Links findest du ebenfalls unten! Falls du eher der Typ bist, der lieber hört statt liest, kannst du meine Inhalte auch dort konsumieren. Es wird auf jeden Fall Themenbereiche geben, die sich gesprochen leichter vermitteln lassen, als geschrieben. Daher freue ich mich wenn du vorbeischaust und reinhörst.

Ich kann dir abschließend nur sehr ans Herz legen, probiere es aus. Egal ob du gerade nach Inspiration suchst oder nach Antworten auf bestimmte Fragen oder einfach nach Unterhaltung (ohne Bild)…du wirst mit Sicherheit etwas finden 😉

Hier noch die versprochenen Links:

Facebook Seite von Die Musikerschmiede: https://www.facebook.com/Die-Musikerschmiede-111209163701932/

auf iTunes: https://podcasts.apple.com/de/podcast/die-musikerschmiede/id1491213588

YouTube Kanal von Manuel, dort sind auch unsere Podcasts in Bildform zu finden: https://www.youtube.com/channel/UC945OoE5ZP-HHoSjfXl53yw

Podcast von Managemusik: https://www.podcast.de/podcast/762553/

auf iTunes: https://podcasts.apple.com/us/podcast/managemusik-selbstmanagement-im-musikstudium/id1498375594

Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, kannst du hier für das Projekt spenden 🙂

Was ist ein guter Plan?

Ich gebe es zu. Ich liebe Pläne. Tagespläne, Monatspläne, Übepläne, Konzertpläne, Hausarbeitspläne, Lernpläne, Sportpläne, Reisepläne und ja man möge mich vielleicht für verrückt halten, aber es gibt für mich manchmal nichts Schöneres, als mich mit meinem Kalender, Bullet Journal und einem Kaffee hinzusetzen und zu planen. Diese Leidenschaft für Planung & Co. musst du nicht unbedingt mit mir teilen, aber was einen guten Plan ausmacht, wie und wann du ihn am Besten erstellst und was für Faktoren man bei der Planung meistens vergisst, darum soll es in diesem Artikel gehen.

Ein guter Plan sollte folgende Punkte erfüllen:

  • Er sollte realistisch zu schaffen sein, bezogen auf deine Zeit und deine Energie
  • Er sollte möglichst kurz und prägnant formuliert sein (max. 1 DIN A4 Seite)
  • Er sollte übersichtlich gestaltet sein, am Besten in Form einer Checkliste
  • Falls es eine Deadline gibt, setze dir deine persönliche Deadline dafür 14 Tage vorher (darauf komme ich später zurück)
  • Dein Ziel oder deine Motivation für diesen Plan sollte ganz oben auf dem Zettel stehen
  • Bei größeren Zielen innerhalb des Plans, solltest du Teilziele formulieren

Worauf du deinen Plan schreibst ist Geschmackssache. Es kann auf Schmierpaper sein oder du benutzt ein Notizbuch/block oder selbstverständlich auch eine NotizApp auf deinem Laptop/Tablet. Vom Smartphone rate ich aus Übersichtlichkeitsgründen eher ab, aber wenn du so ein Smartphone besitzt, was auch eher als zu klein geratenes Tablet durchgeht (ich frage mich mit meinen kleinen Händen immer, wie man sowas hält und damit telefoniert), dann natürlich auch damit.

Die Frage die sich einige zu Recht stellen, ist was unterscheidet denn einen Plan von einer To-Do-Liste? Sagen wir mal so, ein Plan kann auch teilweise eine To-Do-Liste sein, aber oft geht es bei Plänen um den Überblick über ein bestimmtes Projekt, oder im Falle einer Reise auch um Zwischenstopps. Meine Pläne beinhalten auch immer To-Do-Listen bzw. eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten. Es geht beim Plan schreiben auch gar nicht mal nur darum, dass alles aufzuschreiben, sondern du kannst während der Planung viele Dinge durchdenken ohne in Stress zu geraten.

Kennst du das, wenn du am Abend vor einem vollen oder stressigen Tag, deinen Rucksack schon fertig packst und durchgehst, woran du denken musst, was alles wann ansteht, wann du wo sein musst und dir noch auf einen Klebezettel ein paar To-Do’s schreibst und an deinen Kühlschrank klebst? Das ist Planung. Natürlich schreibst du jetzt nicht für jeden Tag abends eine DIN A4 Seite. Aber wie stehst du dann morgens auf? Entspannter? Vielleicht ist es bei dir immer eher so, dass du zu spät aufstehst, weil du noch 5 mal die Snooze Taste gedrückt hast, noch gaaanz schnell duschen gehst, dein Zeug in der Wohnung zusammensuchst und unterwegs feststellst, du hast 2 wichtige Sachen vergessen, obwohl du vor dem Einschlafen noch dran gedacht hast…

Versteh mich bitte nicht falsch, mir passiert das auch und daran ist auch gar nichts Schlimmes. Zumindest kommt es auf den Tag und den Inhalt des Tages an. Aber dieses Gefühl, zu wissen was auf einen zu kommt und die wichtigsten Dinge dafür geplant und gepackt zu haben, gibt dir Sicherheit und zumindest einen Hauch von Kontrolle. Aber was hat das jetzt mit dem Plan schreiben zu tun?

Ich möchte dir zeigen, dass du nicht nur kleinschrittig in Tagen planen kannst, sondern auch größer und langfristiger. Kennst du die Leute die solche Sätze auf Fragen antworten wie: „Keine Ahnung, ich hab keinen Plan“. Der Satz ist schon umgangssprachlich in unseren Alltag gerutscht. Und es ist so viel Wahres dran. Wenn du ein bestimmtes Ziel verfolgst, mach dir einen Plan. Wenn du nicht weißt welches Ziel du verfolgst, gibt es andere Artikel auf meinem Blog, die ich dir zuerst ans Herz lege oder du dir da Hilfe von anderen Blogs/Büchern/YouTube-Kanälen holen kannst.

Wir nehmen mal als Beispiel das Ziel: Auftritt im Klassenabend/Konzert innerhalb deiner Hochschule.

Wenn du jetzt eine Checkliste dafür anlegen möchtest, empfehle ich dir auf jeden Fall vom Zieltag auszugehen und rückwärts zu planen. An was muss man für so ein 10-15 minütigen Auftritt alles denken? Einiges kommt dir vielleicht jetzt selbstverständlich vor, aber lass dir gesagt sein, nach 7 Jahren Studium, das ist es nicht immer und für jeden!

  • frühzeitig Werk mit dem/der Hauptfachlehrer/in abklären
  • Werk erarbeiten, ggf. Übeplan dazu schreiben
  • Deadline, das Werk Aufführungsreif zu können, 14 Tage vor dem Konzert setzen
  • ausreichend Proben mit dem Korrepetitor oder den Kammermusikpartnern ausmachen
  • eine Generalprobe festlegen (lassen)
  • Wenn du eine Aufnahme oder Videomitschnitt davon machen möchtest, ein Tag vorher klären wer und mit welchem Medium das gemacht wird

Da könnten jetzt noch mehrere Punkte stehen je nachdem, was du eben brauchst. Ich erkläre jetzt mal meine Methode „14-Tage-Vorher-Deadline-setzen“. Warum, fragst du dich, mache ich mir noch mehr Stress. Um früher fertig zu werden? Nein, um früher fertig werden geht es nicht!

Stell dir mal vor du hast deine Deadline für dein Projekt am Tage der gesetzten Deadline, im Falle eines Konzerts, der Konzerttag. Und dann wirst du krank in der Vorbereitungszeit. Oder du bekommst eine tolle Mugge angeboten, in der Woche vor dem Konzert. Hattest aber eigentlich geplant, den Feinschliff und die Details für dein Projekt in genau diese Woche zu machen. Oder es kommen mehrere Projekte gleichzeitig zustande und du musst parallel arbeiten, was wir dann übrigens Berufsalltag nennen, denn du hast mit Sicherheit nie nur ein Stück für ein Konzert oder ein Projekt gleichzeitig. Diese Methode ist gedacht um Pufferzeit einzuplanen.

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“

John Lennon

Genau das ist der Punkt. Während wir planen und organisieren vergessen wir oft, dass wir einen ganz normal Alltag haben, der in unsere Pläne meistens dazwischen funkt. Du weißt nie was kommt und Pläne kann man auch ändern oder verwerfen, sie sind absolut nicht in Stein gemeißelt. Es geht also bei deinem Plan den du schreibst nicht darum, dass du ihn unbedingt und ohne Kompromisse einhalten musst.

Es geht darum zu Beginn deines Projekts/Ziels einen Plan zu haben, wie du die Zeit bis dahin nutzen kannst um es erfolgreich zu erreichen. Wenn du von Anfang an Pufferzeit einplanst, kannst du sicher sein, dass du am Ende nicht in den mega Stress verfällst, falls Dinge dazwischen kommen, die wir nun mal nicht planen können.

Wenn du das Gefühl hast ein Plan läuft nicht so wie du dir das vorgestellt hast, frage dich immer mal zwischendurch, warum du das machst und für wen. Die Motivation für ein Projekt oder ein Ziel, solltest du immer auf dem Plan stehen haben. Ganz oben und klar formuliert. Wenn du nicht weißt wofür du das machst, kann die Arbeit sehr sehr schwer sein und dir wesentlich mehr Energie rauben, als du dafür eigentlich aufbringen wolltest.

Ein guter Plan ist relativ und absolut von der Person und der Größe des Ziels abhängig. Ein guter Plan für mich ist nicht unbedingt ein guter Plan für dich. Um herauszufinden was für dich gut funktioniert, kann ich nur wärmstens empfehlen es einfach auszuprobieren.

‚Ich muss einen Scheiß!‘

Nach einer kleinen Kreativpause, melde ich mich zurück im neuen Jahr 2020! Ich habe in den letzten Wochen immer wieder versucht einen Artikel zu schreiben und gemerkt: es geht grad einfach nicht. Dann ging direkt mein BullshitFM im Kopf los. Danke übrigens an Laura Malina Seiler für diese tolle Bezeichnung, dieser kleinen nervigen Stimme in unserem Kopf. Falls du nicht weißt wovon ich rede, stell dir doch mal die Frage, ob du gut in dem bist was du tust und warte auf eine Antwort in deinem Kopf…genau die Stimme, die dir jetzt erzählt, dass du nichts kannst, alle anderen sowieso besser sind, und es grundsätzlich keinen Sinn hat, weil du eh zu dumm dafür bist, dann bist du voll im BullshitFM – Modus angekommen.

Über genau diese Stimme schreibe ich in diesem Artikel.

Kennst du das Phänomen, wenn du am Üben bist und merkst es läuft grade richtig scheiße, dein Körper fühlt sich nicht gut an, das Geübte der letzten Tage/Wochen ist grade einfach nicht abrufbar und es bringt absolut nichts zu üben? Das Beste was du jetzt machen kannst ist aufzuhören und eine Pause zu machen. Manchmal reichen ein paar Stunden, manchmal benötigt es einen oder sogar mehrere Tage.

Aber…

…wir tun in den allermeisten Fällen nicht das Beste für unseren Körper. Denn in dem Moment wo du wahrnimmst, dass du eigentlich eine Auszeit brauchst, beginnt diese unfassbar nervtötende Stimme in deinem Kopf Dinge zu sagen wie: ‚Ja üb ruhig weniger, dann wirst du ganz bestimmt beim nächsten Konzert scheiße spielen‘ oder ‚Pause? Pausen sind was für Weicheier, Erfolg muss man sich hart erarbeiten‘ oder ‚Wenn du jetzt nicht an der Stelle weiterübst, hast du nicht mehr genug Zeit bis zum Konzert‘ oder ‚War ja klar, dass du lieber faul auf der Couch chillen möchtest, als zu üben‘ oder ‚So wirst du nie besser als der/die andere…‘

Das ist doch echt faszinierend, wenn man mal drüber nachdenkt oder? Unser Körper gibt uns ein Warnsignal, wie Kopfschmerzen, Verspannungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Müdigkeit, was natürlich zu einer höheren Fehlerquote führt und uns es fast unmöglich macht effektiv neue Bewegungsmuster einzuüben. Und trotzdem quatscht uns da so eine kleine Rumpelstielzchen-artige Stimme rein, warum es jetzt besser wäre einfach weiterzumachen und durchzuziehen. Wenn der Körper gegen den Geist kämpft, gewinnt leider eher der Geist, weil wir uns auf unser Bauchgefühl und unsere Wahrnehmung nicht so verlassen, wie auf diese Stimme.

Weißt du woher diese Stimme die Informationen bezieht? Nicht aus deinem Nervensystem und auch nicht aus deinem rationalen Verstand. Denn wenn wir uns diese Situation mal mit rationalem Verstand anschauen, sieht es doch eigentlich so aus, dass wir wissen, wie wichtig eine Pause ist. In den Pausen und besonders im Schlaf gelingt es unserem Gehirn erst, alles neu Gelernte zu speichern und zu verarbeiten. Wir wissen das. Und trotzdem sagt man uns im Studium man müsse x-viele Stunden üben, damit man dies und jenes Ziel erreicht. Dabei vergessen wir, dass die Zeit die wir alleine im Überaum verbringen und aktiv üben, nicht die einzige Form des Übens ist. Oder besser gesagt, zählt man zu den x-Stunden auch die Verarbeitungszeit?

Man kann auch Üben in dem man mental übt, anderen Instrumentalisten zuhört, Kammermusik macht und das zu übende Werk analysiert. Wenn wir uns das mal hochrechnen, dann muss man absolut keine 6 Stunden alleine im Überaum verbingen, bis zur völligen körperlichen Erschöpfung.

Diese Stimme, bezieht ihr Wissen und ihre Informationen aus deinem Unterbewusstsein. Da schleichen Glaubenssätze rum, oder bestimmte Denkmuster, die wir aus Erfahrungen von früher eingeschliffen haben. Da sitzen natürlich auch unsere Gewohnheiten drin. Und eins musst du über diese Stimme auch noch wissen:

Sie will dir nichts böses, im Gegenteil, sie will dich schützen. Nur leider tut sie das meistens nicht, sondern macht alles nur noch schwerer für uns. Wie du diese Glaubenssätze ausfindig machen kannst und auflöst, werde ich hier nicht aufschreiben, dazu kommt noch ein anderer Artikel.

Aber was auf jeden Fall hilft, ist sich klar zu machen, dass du nicht alleine mit dem Problem bist und du wirklich nie gegen deinen Körper arbeiten solltest. Er rächt sich! Wenn man über eine Ermüdungserscheinung in der Hand hinweg übt, kann das zu einer wirklich schweren Verletzung werden. Wenn du immer bis zur völligen Erschöpfung übst und dir nicht ausreichend Regenerationszeit gönnst, ist das purer Stress für deinen Körper. Ein mit Cortisol vollgepumpter Körper kann nicht leistungsstark üben und musizieren. Du darfst nie vergessen, dass wir Hochleistungssport betreiben. Feinmotorischer Hochleistungssport. Die Denkleistung, sowie die motorische Leistung, welche wir beim Instrumentalspiel und beim Singen benötigen, kostet unglaublich viel Energie! Wir haben nicht unendlich viel davon und leider können wir uns nicht einfach an einer Steckdose wieder aufladen!

Wenn du also das nächste Mal im Überaum stehst und dich überreden möchtest, über so eine unproduktive und unnötige Übeeinheit hinweg weiter zu machen bzw. deinen Körper zu peitschen und zu sagen „Da musst du jetzt durch“…Denk an meinen Lieblingssatz: ‚Ich muss einen Scheiß!‘

Geh ein Kaffee trinken, mach Sport oder eine Runde Yoga, geh spazieren, schau Netflix, mach mal wieder was kreatives, was du schon ewig nicht mehr gemacht hast, räum mal die Wohnung auf oder chill dich einfach an deinen Lieblingsort und lass währenddessen deine Neuronen im Gehirn ihre Arbeit machen. Und danke deinem Gehirn mal, dass es so unfassbar geniale Dinge überhaupt lernen kann und während du schon bei einer anderen Tätigkeit bist, im Hintergrund noch für dich weiter übt!

Wenn du jetzt Lust bekommen hast zu Üben, freut mich das natürlich auch, aber noch mehr freut es mich wenn ich dich vielleicht davon abhalten kann eine Übeeinheit anzufangen, die du auch gleich bleiben lassen kannst, weil es verpulverte Zeit und Energie ist.

Frohes Chillen! 🙂

Jahresplanung 2020

Was soll eigentlich immer die ganze Planerei? Muss ich immer alles planen? Wie soll ich denn das ganze Jahr auf einmal planen? Ich weiß doch jetzt noch nicht was in 12 Monaten ist…

Kommt dir das bekannt vor? Vielleicht kommen dir diese Gedanken und Fragen, wenn du das Wort ‚Jahresplanung‘ hörst. Oder du denkst an ein Unternehmen und deren Führungsspitze, die sich zum Ende des Jahres zusammensetzt, um das nächste Jahr zu besprechen. Egal was dir bei dem Wort durch den Kopf geht, ich gebe dir jetzt einen Einblick in meine Routine und meine Erfahrung mit Jahresplanungen.

Zu allererst geht es absolut nicht darum im Januar schon zu wissen, was genau du im Dezember alles für Projekte hast. Das kannst du sowieso nie vorher wissen, was alles für Chancen und Möglichkeiten kommen. Es bedeutet auch nicht, dass das was du heute planst genauso eintreten muss. Wir wissen ja: du musst einen Scheiß!

Es geht darum, einen Überblick über das Jahr zu bekommen, Ziele aufzuschreiben, sie vielleicht zeitlich schon einzuordnen. Projekte im Jahr so zu positionieren, dass nicht alles auf einmal kommt (meine Spezialität). Darüber nachzudenken, was du eigentlich erreichen willst. Das kannst du im Prinzip jederzeit tun, aber der Jahreswechsel ist dafür bei vielen beliebt.

Wenn du meinen letzten Artikel gelesen hast weißt du, dass ich ein großer Fan von einem Jahresrückblick bin. Den verwende ich auch bei meiner Jahresplanungsroutine.

Die sieht folgendermaßen aus:

Ich nehme mir um die Feiertage oder wie man so schön sagt: ‚zwischen den Jahren‘ ein paar Stunden Zeit, mache mir ein Kaffee (seien wir ehrlich, eine ganze Kanne…) schlage mein Kalender auf, nehme mir Papier und mein Notizbuch und breite mich am Küchentisch aus. Mein Schreibtisch ist für die Aktivität leider zu klein. Der Boden ist auch eine gute Wahl.

Manchmal gibt es auch Kerzen und Weihnachtsdeko um mich rum. Wer darauf steht der möge sich auch mit Lametta oder anderem glänzenden Dekokram behängen, ganz egal, Hauptsache: du fühlst dich wohl und kannst hier ein paar Stunden in Ruhe ungestört arbeiten.

  1. Ich gehe meinen Terminkalender von Januar bis Dezember durch und notiere mir alle Termine, die bereits stehen. Meistens stehen die ja auf einem Zettel, den man sich in seinen letzten Kalender reingelegt hat, weil man noch keinen neuen Kalender hatte. Geburtstage und private Termine, Konzerte, Seminare, Muggen, Deadlines. Alles kommt da schon mal in meine Monatsübersichten. Geburtstage schreib ich mir oft auch schon auf die jeweiligen Tage rein, damit ich sie nicht vergesse.
  2. Wenn bereits Projekte geplant sind für das kommende Jahr, schreibe ich mir erst mal eine kleine Projektübersicht in mein Notizbuch oder in OneNote. Wenn diese Projekte zeitlich irgendwie gebunden sind, kommen die in meine Monatsübersichten oder Jahresübersicht, je nachdem was du für ein Kalender benutzt.
  3. Mein Lieblingsteil: Ferien und Feiertage eintragen 😉 Da wir alle unterschiedliche Ferientermine haben, je nach Wohn- und Arbeitsort, blocke ich mir schon mal die Ferientermine farblich aus. Vorlesungsfreie Zeit wird ebenfalls markiert und ggf. der Urlaub eingetragen. Jetzt kommt noch etwas, was ich letztes Jahr zum ersten Mal  gemacht habe…1-2 feste Pausentage in jedem Monat festlegen und das ist dann auch verbindlich! Das müssen auch nicht unbedingt Sonntage sein. Das ist bei uns Musikern sowieso problematisch, da wir gerne mal sonntags konzertbedingt arbeiten müssen.
  4. Wenn alle Termine und freie Zeiten eingetragen sind komme ich zum kreativen Teil. Ziele aufschreiben! Jetzt kommt das Papier ins Spiel. Da kannst du aus nachhaltigem Gedanken gerne Schmierpapier nehmen, das wird sowieso noch mal extra übertragen. Ich brainstorme dann erst mal in den verschiedenen Lebensbereichen, was mir so vorschwebt. Was möchte ich erreichen? Gibt es wichtige Prüfungen, Konzerte, Probespiele oder Wettbewerbe, die als Ziele gesehen werden können? Was möchte ich privat in meinen Lebensbereichen schaffen: Gesundheit, Bewegung, Finanzen, persönliche Weiterentwicklung, Familie/Freunde etc. Ich definiere mir diese Ideen immer als Ziele. Das bedeutet nicht, dass alles was dann da steht auch für das Jahr relevant wird oder unbedingt umgesetzt wird. Wenn du Gewohnheiten verändern möchtest, empfehle ich dir sehr nicht alles auf einmal machen zu wollen! Eine Gewohnheit pro Monat in Angriff zu nehmen, reicht vollkommen aus und ist realistisch in der Umsetzung. Ich habe bereits im letzten Artikel geschrieben, dass ich das Wort „Vorsatz“ nicht mag. Ich finde da hängt so viel Negatives in unserer Gesellschaft dran. Ein Ziel suggeriert mir vor allem, dass es einen Weg dorthin gibt. Und wie ich so gerne sage: Der Weg ist das Ziel!
  5. Nach dem Brainstormen überlege ich möglichst realistisch, was ich wirklich davon umgesetzt bekomme. Welche Ziele ich in welchem Quartal angehen möchte und schreibe mir, wie könnte es anders sein, eine Liste. Ich mache mir übrigens auch immer für 3-4 Monate eine Konzertliste, um den Überblick zu behalten. Einige Ziele sind so umfangreich, dass man es schon fast als persönliches Projekt definieren kann. Dann leg ich mir natürlich dafür auch eine Seite in meinem Notizbuch an.
  6. Zum Schluss der Jahresplanung schreibe ich mir eine Not-To-Do-Liste. Die ist oft gar nicht lange. Aber da stehen ein paar Sachen drauf, die ich auf keinen Fall mehr möchte im nächsten Jahr. Das kommt meistens beim Reflektieren des letzten Jahres. Da geht es nicht darum mir etwas zu verbieten, sondern da stehen solche Sachen drauf wie ‚Keine Zeit mit Menschen verbringen, die mich runterziehen oder mir schaden‘. Die Not-to-Do-Liste bekommt auch noch einen eigenen Artikel.

Wenn ich all diese Schritte durchgegangen bin, fühle ich mich bereit für das neue Jahr! Noch ein mal: es geht nicht darum, dass alles was man plant auch wirklich so eintritt bzw. unbedingt so und nicht anders gemacht werden darf. Das ist nicht der Sinn von Planung. Aber wenn du Ziele hast, die du erreichen willst oder wenn du mit deiner Zeit wertvolleres anstellen möchtest als wochenlang Social Media,YouTube und Netflix zu suchten, dann ist Planung etwas sehr sinnvolles.

Ein guter Plan bringt dir aber nichts, wenn du ihn nicht angehst. Also auf geht’s 🙂

Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr 2020 und viel Spaß beim Planen.

Jahresrückblick

Einen Jahresrückblick mache ich seit 4 Jahren, immer zwischen den Jahren. Es ist sozusagen die Vorstufe zur Jahresplanung! Bevor ich also plane, was ich im Jahr 2020 mache und welche Ziele ich habe, schau ich erst mal zurück und reflektiere das Jahr 2019. Selbstreflexion und Reflexion von Erlebnissen ist was wirklich feines, kannst du gern mal probieren, auch wenn du das noch nie gemacht hast.

Es gibt unterschiedlichste Methoden das zu machen. Wenn man nicht so der Schreibtyp ist, kann man auch einfach den Kalender und die Bilder durchgehen und darüber nachdenken, was einem so im Gedächtnis geblieben ist von den Erlebnissen.

Aber wenn du gerne schreibst, dann nimm dir ein Blatt Papier oder öffne Word auf deinem Laptop. Ich teile meinen Rückblick gerne in verschiedene Kategorien, z.B.:

  • Erfolge/erreichte Ziele
  • schöne Erlebnisse
  • Erkenntnisse

Ich mache bewusst keine Kategorie wie „Misserfolge“ oder „Was alles schief gegangen ist“…das bedeutet nicht, dass man über die negativen Dinge im Jahr nicht nachdenkt oder sie aufschreibt. Aber ich bin ein großer Fan davon, auch in den negativen Erlebnissen etwas Positives zu finden. Das packe ich dann in die Kategorie Erkenntnisse. Da kann man aufschreiben, was man durch die Situation gelernt hat. Man schenkt den Ereignissen Aufmerksamkeit, aber man wertet sich selbst nicht ab und denkt „Mist, hab ich dieses Jahr viel Scheiße gebaut!“.

Ich gehe dann durch meinen Kalender durch, einige Termine/Erlebnisse sind mir noch sehr gut in Erinnerung und bei anderen muss ich tatsächlich überlegen, was da noch mal war. Das ist aber genau der Sinn an der Übung! Du wirst schnell feststellen, dass man sich wirklich nicht an alles erinnern kann. Es bedeutet aber selten, dass die Erinnerungen nicht weniger wert sind oder man nicht etwas daraus mitgenommen hat.

Sehr geil ist es, wenn man sich im letzten Jahr Ziele gesetzt hat und jetzt aufschreiben kann, dass man vieles oder sogar alles davon geschafft hat. Das gibt unglaublich viel Motivation und Energie für das nächste Jahr. Durch die 12 Monate hat man natürlich Höhen und Tiefen und fühlt sich manchmal, als würde man nix geschafft bekommen. Das ist aber Bullshit! Unser Gehirn ist einfach Meister darin, sich nur auf das zu konzentrieren, was nicht funktioniert hat. Die Erfolge werden meistens kurz gefeiert mit einem Hormoncocktail und dann rutschen sie in den Hintergrund, weil irgendwas Tage später wieder nicht funktioniert. Das Aufschreiben von erreichten Zielen oder Erfolgen (beruflich oder privat) zeigt einem selbst einfach, wie viele Sachen man richtig gut gemacht hat.

Es gibt dir dann auch den nötigen Schub, dir neue Ziele zu setzen. Ich vermeide übrigens sehr das Wort Vorsätze…Vorsätze gelten meistens genau 4 Wochen und dann sind sie wieder am Arsch! Dazu komme ich dann im nächsten Artikel: Jahresplanung.

Wenn du deinen Kalender durchgegangen bist, mit den fixen Terminen und evtl. Notizen dazu, öffnest du mal deine Bilderbibliothek auf dem Smartphone oder dem Laptop. Auch da werden dir Momente sehr weit entfernt vorkommen, obwohl sie grade ein paar Monate alt sind. Das ist besonders hilfreich für die Kategorie ’schöne Erlebnisse‘. Man kann in diese Kategorie sehr viel aufschreiben, private schöne Erlebnisse, beflügelnde Konzertauftritte, motivierende Gespräche was auch immer dir das Gefühl gibt: das war schön, ich erinnere mich gerne daran zurück!

Bei den Erkenntnissen kann das sehr vage formuliert werden, du musst es gar nicht an bestimmte Situationen knüpfen. Es reicht wenn du dir z.B. wie ich aufschreibst: „Ich darf Fehler machen und bin auch nur ein Mensch“. Das ist ja selten nur an einer Situation festzumachen, als eher eine Entwicklung im Jahr. Du kannst hier auch Glaubenssätze festsetzen, die du aufgelöst hast.

Grundsätzlich ist das eine Methode, die dir dienen soll, Positives in den Vordergrund zu rücken und Negatives etwas positiver zu sehen, was man aus den Dingen gelernt hat. Ich kann es dir nur wärmstens ans Herz legen, dass mal auszuprobieren bevor du in deine Jahresplanung übergehst. Wichtig ist vor allem, wenn du merkst, dass dein Jahr total vollbepackt war, zu reflektieren und zu realisieren es im nächsten Jahr anders zu machen. Für deine Gesundheit, deine Freizeit und deine Familie und Freunde.

Planung für Kreative: Bullet Journal und Filofax

In meinem vierten und letzten Artikel der Artikelreihe, kommen wir zu den Planungsmedien für die besonders kreativen Köpfe. Wenn du die Begriffe ‚Bullet Journal‘ und ‚Filofax‘ noch nie gehört hast, geht es dir wie mir bis vor 2 Jahren.

Beide Planungsmedien kann man sehr individuell gestalten und anpassen an den jeweiligen Planungsstil. Wenn du zu den Menschen gehörst die gerne zeichnen, basteln und Handlettering praktizieren, dann ist es eine dieser Methoden auf jeden Fall wert sie auszuprobieren!

Zuerst geht es um das Bullet Journal. Um eine Idee davon zu bekommen, was man damit so machen kann, empfehle ich dir den Blog von Jasmin Arensmeier: http://www.teaandtwigs.de/how-to-the-ultimate-bullet-journal-set-up/. Sie hat auch ein fantastisches Buch rausgebracht, was für den Anfang perfekt ist, mit dem ich mich selbst auch heute noch inspiriere.

Ein Bullet Journal kannst du aus jedem Notizbuch machen (Im Idealfall kariert oder dotted). Wie du das Innenleben von diesem Journal gestaltest, ist vollkommen dir überlassen! Du kannst ausschließlich deine Wochen und Monate planen. Du kannst dort aber auch Listen aufschreiben, Projekte planen, Gewohnheiten tracken, Ziele festhalten und Ideen sammeln. Deiner Kreativität und deinen Bedürfnissen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die Methode stammt von dem New Yorker Produktdesigner Ryder Carroll, der selbst große Probleme damit hatte sein Chaos im Kopf zu ordnen, sich zu fokussieren und zu planen. Wenn du mehr über ihn und die Methode in ihrem Ursprung wissen möchtest: https://bulletjournal.com/pages/about.

Wenn du ähnliche Probleme hast, dein Kopf immer viel zu voll ist und du gar nicht weißt wohin mit all dem, sind auch nur Grundzüge dieser Methode sehr hilfreich und lassen sich auch in einen simplen Papierkalender einbauen oder in einem Notizbuch als Wegbegleiter zu deinem Kalender verwenden. Ich selbst arbeite nun seit gut 1 1/2 Jahren mit der Methode, mal stecke ich viel Zeit rein, mal weniger. Das Gute daran ist: es ist mir überlassen, wie viel und wie kreativ ich die Methode nutze.

https://i.pinimg.com/736x/72/eb/ef/72ebef01c374e367ea31099213472bee.jpg

Die Vorteile des Bullet Journal’s sind:

  • für kreative Köpfe ist es Planung und Entspannung zugleich, man kann jede Seite neu gestalten
  • du kannst es minimalistisch halten oder wunderschön aufwendig gestalten, um dir Ideen zu holen gib es mal auf Pinterest ein, es ist sehr individuell
  • Designs die es so in keinem Papierkalender gibt, kannst du einfach selbst zeichnen und ausprobieren (siehe Foto)
  • um deinen Kopf aufzuräumen, gibt es fast keine bessere Methode, über ‚Brain Dump‘ habe ich ja bereits einen Artikel verfasst
  • für Menschen die besser denken können, wenn sie etwas aufschreiben ist es unglaublich befreiend, dies einfach nach eigener Vorstellung zu tun und keine vorgefertigten Seiten im Kalender zu haben
  • für die Planung von Projekten und Zielen (in ihre kleinsten Teile) ist die Methode unschlagbar, Pläne dort festzuhalten und zu verfolgen, wie sie sich entwickeln, motiviert unglaublich

Die Nachteile:

  • wenn du zu den Menschen gehörst, für die eine Liste auf einen Zettel zu schreiben schon nervig und anstrengend ist: Lass die Finger davon!
  • da es nicht wie im Papierkalender vorgefertigte Jahres-/Monats-/Wochenübersichten gibt, du das immer selbst erst mal aufschreiben musst, ist die langfristige Planung mit Terminen 10 Monaten im voraus etwas schwierig – im Prinzip plant man im Bullet Journal maximal 4-6 Wochen vor und schreibt/zeichnet sich das auf
  • es kann schon sehr zeitaufwändig sein, wenn man es schön gestalten möchte. Solltest du dir die Zeit dafür nicht nehmen wollen, aber mit minimalistischer Planung nicht glücklich wirst, demotiviert es dich vielleicht mehr als es dir hilft

Du kannst diese Methode natürlich auch mit einem Papierkalender/Wandkalender in Kombination verwenden. Du kannst die Journal Methode sehen wie das Ausmisten von deinen Gedanken. Wenn du mit deinem Journal arbeitest kannst du reflektieren, was wirklich wichtig ist und aufgeschrieben werden muss. Viele der Gedanken die wir am Tag haben sind völlig überflüssig, wir beschäftigen uns aber sehr ausgiebig mit diesen Gedanken! Um zu priorisieren ist diese Methode fantastisch und ich kann dir nur wärmstens ans Herz legen, dich damit mal zu beschäftigen. Und wenn nur ein kleiner Teil dieser Methode in deinem Papierkalender Platz findet und dir hilft, ist das schon ein Erfolg für deine Planung 😉

Das Filofax, geht in eine ähnliche Richtung, aber wenn man möchte mit mehr Vorgaben. Man könnte es theoretisch sogar mit der Bullet Journal Methode kombinieren.

Ein Filofax, ist ein Kalender den du aber jederzeit umgestalten kannst bzw. wo du dir nur einmal ein Kalender-Ringbuch kaufst und inhaltlich total variabel arbeiten kannst. Diese Ringbücher gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Qualitäten und von 20-200€ ist da für jeden Geschmack (und Geldbeutel) etwas dabei. Die Kalendereinlagen kann man kaufen (z.T. auch frei downloaden) oder auch selbst machen. Prinzipiell spart man auf lange Sicht damit Geld, denn du brauchst nicht jedes Jahr ein komplett neuen Kalender zu kaufen, sondern nur die Kalendereinlagen (mittlerweile gibt es da unendlich verschiedene Layouts). Wichtig ist, dass du min. bei dem Ringbuch auf eine gute Qualität achtest, wenn es länger als 2 Jahre halten soll.

Die Vor- und Nachteile sind ähnlich wie bei dem Bullet Journal. Du hast sehr viel Freiheit es so zu gestalten und zu verändern wie es dir gefällt. Bei einem Ringbuch gibt es natürlich den klaren Vorteil, dass du jederzeit Seiten auswechseln bzw. aussortieren kannst, wenn du sie nicht mehr benötigst. In vielen Ringbüchern gibt es noch die Möglichkeit Karten oder Zettel aufzubewahren, du hast deinen Stift immer direkt dabei und durch Zusätze in dem Ringbuch auch Lineale oder Klebezettel. Auch hier geht es minimalistisch oder eben total fancy:

https://ortmenim.com/p/372039619201726727

Wenn du jetzt inspiriert bist und Lust hast eine der beiden Methoden auszuprobieren, freue ich mich natürlich. Ich war damals, als ich davon das erste mal gehört/gelesen hatte sofort angezündet.

Es gibt auf Youtube viele Videos dazu und auf Social Media unfassbar viele die unter den Hashtags #bulletjournal und #filofax Bilder und Inspiration teilen. Schau da vorbei oder auch auf Pinterest. Bei diesen Methoden gibt es keine Regeln, sondern sie sind davon abhängig wie viel Zeit und Kreativität du darein steckst. Es lohnt sich, als kreativer Kopf, auf jeden Fall es auszuprobieren.

Wandkalender/Pinnwand

Ich sitze im Zug, höre Weihnachtsmusik und schreibe einen Artikel über Pinnwände und Wandkalender. Da wird auch gleich ein relativ großer Nachteil für die Planung damit offensichtlich: es ist nichts für unterwegs!

Aber da es hier nicht nur um die Leute geht, die viel unterwegs sind, sondern auch für die, die vielleicht feste Bürozeiten haben und/oder viel an einem bestimmten Ort arbeiten, möchte ich auch auf die Vorteile und deren Verwendung eingehen.

Es ist auch eine großartige Kombinationsmöglichkeit mit einem tragbaren/digitalen Kalender, vor allem für die visuelleren Wesen unter uns.

Einen normalen Wandkalender kennst du sicher, gibt es von Din A4 – A1 in allen möglichen Ausführungen. Mit Folienstiften zu benutzen, damit man etwas ändern kann, oder einfach etwas dickeres Papier. Die gibt es auch als Unterlage für den Schreibtisch, dann würde ich es halt eher Tisch- als Wandkalender nennen…aber du weißt glaub ich wovon ich rede. Ein Kalender von Januar-Dezember, wo jeden Tag ein bisschen Platz ist, um etwas einzutragen und den groben Überblick über das Jahr zu behalten.

https://www.wandkalender-shop.de/Wandkalender-2020/L-Wandkalender-2020/Green-Wandkalender-DIN-A2-2020::181.html

Ich finde das eine sehr hilfreiche Methode, um zu planen, besonders bei größeren Projekten, die sich über das Jahre erstrecken.

Unschlagbar wird dieser Wandkalender in Kombination mit einer Pinnwand oder einem Whiteboard. Ich kenne einige Leute, die sich ausschließlich im Job damit organisieren und das funktioniert fantastisch. Man muss natürlich bei jedem individuell auf den Platz achten, ich z.B. bräuchte dafür eine sehr große Pinnwand und einen großen Wandkalender, nicht weil ich so blind bin, sondern weil ich viel schreibe und so unfassbar viele Listen und Projekte gleichzeitig habe. Bei mir wäre es sogar eher der Fall, dass ich vor der Pinnwand wahrscheinlich regelmäßig in Tränen ausbrechen würde, weil es einen dann erschlägt.

https://www.ebay.de/itm/Magnettafel-Pinnwand-Memoboard-Motiv-Buero-Pinnwand-Dekor-mit-Zettel-/322001636932

Aber zu den Vor- und Nachteilen komme ich gleich.

Wenn du jetzt denkst: „Oh Gott, da muss ich aber jetzt echt tief in die Tasche greifen für all das Equipment“, kann ich dir sagen: Nein, du musst einen Scheiß!

Es gibt so Korkpinnwände für sehr wenig Geld (schau auch mal auf ebay-Kleinanzeigen, generell gibt es sowas immer auch gebraucht), man kann Schmierpapier benutzen (ist auch nachhaltiger!) und so ein Papierwandkalender gibt’s zum Teil für 4-5 Euro im Schreibwarenladen. Dann brauchst du ein paar Pinn-Nadeln zum Befestigen und schon kann es losgehen.

Es muss nicht immer alles fancy aussehen!

Wenn du es dir schön machen möchtest, um es auch lieber anzuschauen, kannst du das ebenfalls mit einfachen Mitteln aufhübschen. Ohne diesen ganzen Mist aus dem Internet zu kaufen, von dem dir erzählt wird, dass du das unbedingt brauchst um dich zu organisieren.

Sticker, Glitterstifte, Washi-Tape, fancy Klebezettel etc. sind schon ganz süß…aber ehrlich gesagt braucht es keine Sau, um produktiv und effektiv zu planen!

Vorteile:

  • Der Überblick über das Jahr und deine Projekte ist leicht zu behalten
  • Auf der Pinnwand kannst du jederzeit deine Listen/Projektzettel verändern, Priorisieren und ggf. verschiedene Methoden ausprobieren – sehr flexibel!
  • Durch die Kombination mit dem Wandkalender, kannst du dir Zeiträume dort notieren oder die wichtigen Deadlines oder Termine und die Monats-/Wochen-/Tagespläne an die Pinnwand hängen.
  • Für visuelle Typen ist es ideal, sie können sich alles besser behalten und haben nicht das Gefühl, dass ihnen etwas entgleitet
  • Wenn du an deinem Schreibtisch oder in einem Büro arbeitest, kann man sich beruflich damit sehr gut organisieren. Du kannst das aber auch zu Hause privat nutzen und nicht beruflich. Man merkt eine sehr vielfältige, unterschiedlich einsetzbare Methode!

Nachteile:

  • Für unterwegs, bzw. Menschen die viel von unterwegs aus Arbeiten und planen ist es leider gar nichts. Wenn du keinen festen Arbeitsplatz hast oder nicht min. jeden zweiten Tag zu Hause am Schreibtisch an etwas arbeitest, ist es nicht besonders sinnvoll alle wichtigen Informationen dafür zu Hause hängen zu haben.
  • Für jemanden wie mich, die so viele Dinge gleichzeitig macht und unglaublich viel Platz für all das braucht, ist es nicht sonderlich motivierend. Du musst es testen, wenn es den Rahmen sprengt, dann ist ein Notizbuch besser!

Du siehst vielleicht, die Nachteile sind relativ überschaulich. So habe ich das auch empfunden, als ich es früher benutzt habe. Man kann diese Kombi individuell gestalten und für seine aktuellen Bedürfnisse immer neu anpassen. Bei mir ist diese Methode als Hauptplanungssystem rausgeflogen, aus oben genannten Gründen. Ich bin irgendwann schier wahnsinnig geworden, weil ich gar nicht wusste wo ich anfangen soll. Da ich sowieso zu Überplanung neige, ist eine große Pinnwand nicht unbedingt die beste Idee. Aber als ich noch nicht so viel zu tun hatte und keine 8 verschiedenen Projekte gleichzeitig geplant habe, war es ein sehr hilfreiches Tool, was in meinen Augen von viel zu wenig Studierenden als ernstzunehmende Planungsmethode anerkannt wird.

Man assoziiert damit immer direkt Bürojob’s und To-Do-Listen. Auf einer Pinnwand können aber so unglaublich viele verschiedene Sachen hängen.

Eine Pinnwand lässt sich natürlich immer integrieren, auch mit einem normalen Papierkalender oder mit digitaler Planung. Es ist in meinen Augen einer der wenigen Allrounder in der Planung. Falls du es noch nie ausprobiert hast und jetzt Lust bekommen hast: fang einfach an!

Digitale Planung

Digitale Kalender, Word, Excel, One Note, Apps etc. alles vereint auf einem Gerät. Oder auf mehreren Dank einer Cloud. Ist schon geil alles mit sich rumzutragen auf einem Laptop, einem Tablet oder einem Smartphone. 

Ich habe in einem meiner ersten Artikel schon gespoilert, dass es bei mir nicht so prickelnd lief mit der digitalen Planung. Warum das so war und wie ich es aktuell trotzdem nutze, möchte ich dir im Folgenden erzählen.

Digitale Planung hat viele Vorteile, das bestreite ich auch nicht. Es gibt allerdings Menschen, die trotz der modernen Technik sehr gerne auf Papier schreiben und so besser denken können. Für diese gibt es aber auch eine Möglichkeit diese Medien sinnvoll zu nutzen.

Bevor ich auf die Vor- und Nachteile eingehe möchte ich dir kurz erzählen, was bei mir so fürchterlich schief gegangen ist:

Ich habe angefangen digital zu planen, als ich aus der Schule rauskam. Nach dem Abitur hatte ich ganze 10 Tage Zeit zwischen Abi-Zeugnis Übergabe und meinem ersten Tag als Musikstudentin. Ich war am Anfang selbstverständlich sehr motiviert, jetzt alles anders zu machen als in der Schule. So also auch meine Terminplanung und To-Do-Listen.

Ich habe mir damals eine Software runter geladen, die nannte sich „iStudiez Pro“. Und da ich zu dem Zeitpunkt schon länger meinen MacBook hatte, habe ich angefangen den iCal-Kalender, die Notizapp und das Adressbuch rege zu nutzen. Parallel zu der Software. Die Software war klasse, man konnte sein Stundenplan eintragen, Seminare und Studienleistungen mit Deadlines eintragen und Listen hinzufügen. Noten konnte man auch eintippen. Also alles, was das Planerherz begehrt.

Klingt jetzt mega geil, war‘s für mich leider nicht!

Es führte dazu das ich den Überblick total verloren habe. Ich musste ja täglich diese App’s benutzen, aber ganz ehrlich? Ich war 19 und immer, wenn ich den Laptop aufgemacht habe, um etwas produktives zu tun, wurde ich sehr schnell abgelenkt von Facebook, Youtube, meinen Mails und „ach ich könnte doch mal den Dokumentenorder aussortieren“.

Absolute Verzettelung und das völlig ohne Zettel! (Da bekommt das Wort Vera(ä)ppelung eine völlig neue Bedeutung ^^)

Dann sind mir durch den fehlenden Überblick leider oft auch Aufgaben durchgerutscht, da ich in meinem Kalender keine Listen eintragen konnte, sondern dafür eine andere App hatte. Und wenn man wie ich drauf steht Sachen durchzustreichen, wenn man sie erledigt hat, wird das Glückshormon von einem Mausklick leider nicht ausgeschüttet. Ich habe mich dann nach wenigen (chaotischen) Monaten nach etwas Neuem umgeschaut…

Nun zu den Vor- und Nachteilen für digitale Planung.

Klare Vorteile sind auf jeden Fall:

  • Kein zusätzliches Gewicht mit sich rumzutragen, alle App’s kannst du mittlerweile auf deinem Smartphone (was bei den meisten mit ihrer Hand oder ihrer Hosentasche bereits verwachsen ist) verwalten und über eine Cloud auf jedem Gerät öffnen
  • Es ist heutzutage auf jedem Medium verfügbar, welches mit dem Internet verbunden ist (vorausgesetzt man benutzt eine Cloud)
  • Es gibt unfassbar schlaue App’s und Programme, die einem sehr viel Arbeit abnehmen, alleine das Archivieren von Informationen ohne Platz im Büro oder am Schreibtisch zu vergeuden
  • Man kann in digitalen Kalendern die „Wiederholungsfunktion“ einstellen und so wiederkehrende Termine direkt eintragen, man muss es nicht wöchentlich neu machen
  • Du kannst für den 01.10.2025 einen Termin eintragen, ohne dir Gedanken zu machen, dass dir ein so langfristiger Termin flöten geht
  • Für Menschen, die gerne mit diesen Geräten arbeiten und damit gut klarkommen, sich Pausen davon gönnen, ist es super! Es macht Spaß, es ist einfach zu handhaben und es wird alles gespeichert (im Idealfall)

Die Nachteile:

  • Man kommt von der Elektronik dann gar nicht mehr los! – Wenn man alles damit macht, privat und beruflich kommunizieren, Planen, Termine/Listen checken, privat: Social Media, beruflich: Social Media dann ist Digital Detox erstens für uns Geschäftsschädigend und gesundheitlich auch bedenklich!
  • Sehr hohes Ablenkungspotenzial! – Weil auf dem Smartphone/Tablet sind ja nicht nur die App’s zum Arbeiten…fordert dann natürlich eine Menge Disziplin
  • Verzettelungsgefahr, es gibt nur wenig App’s die alles vereinen, was man so braucht, da gehen einem die Informationen und Aufgaben schon mal durch die Lappen
  • Wenn dein Gerät, auf dem alles gespeichert ist, wohl bemerkt ohne Cloud und ohne Backup (ja es gibt noch Menschen, die beides nicht benutzen) kaputt geht…ist das halt richtig scheiße!
  • Den Überblick zu behalten über alles, ist sehr schwer, vor allem auf dem Smartphone (oder anderen kleinen Bildschirmen) – Termine und Listen festhalten ist kein Problem, aber kreatives Planen ist problematisch
  • Für Menschen die besser denken können, wenn sie etwas mit einem Stift auf Papier schreiben, ist es die absolut falsche Methode! – Man kann nicht mehr kreativ denken, fühlt sich blockiert, hat Probleme sich zu konzentrieren (weil man ständig einen Bildschirm anstarrt) und lässt sich leicht ablenken.

Ich möchte hier niemandem zu Nahe treten, der gut damit klarkommt. Grundsätzlich vertrete ich die Auffassung: Wenn etwas für dich funktioniert, bleib dabei! Wenn nicht: Probier mal was Neues aus!

Wenn du dich bisher digital organisiert hast und einige der Probleme, die ich oben erläutert habe bei dir festgestellt hast, überlege dir mal die Methode zu ändern oder zumindest eine neue Kombination zu wählen. Ich habe am Anfang geschrieben, dass man digitale Medien und deren Vorteile auch nutzen kann, wenn man sich nicht komplett damit organisiert. Diesen Weg möchte ich dir zum Schluss auch noch vorstellen.

Ich benutze seit mehreren Jahren meinen digitalen Kalender, um alle Termine dort abzuspeichern. Erstens habe ich dadurch immer die Rückversicherung, sollte ich mal meinen Kalender nicht dabei haben bei Anfragen Termine zu bestätigen. Zweitens nutze ich gerne die Funktion auch schon für 2020/2021 Termine festzuhalten. Und drittens mag ich es gerade bei Verschieben von Terminen die Funktion es ‚einfach zu Verschieben‘…so ganz ohne Radiergummi!

Planen kann ich allerdings so nicht, es ist für mich eher eine Art Datenbank und Sicherheit, denn meinen Kalender könnte ich ja auch mal verlieren (das wäre eine Vollkatastrophe, aber ich bin vorbereitet).

Welches digitale Tool ich wirklich liebe und gerade benutze ist OneNote von Microsoft. Ein digitales Notizbuch. Es gibt einige Dinge, die muss ich sowieso am Laptop planen: Referate, Workshopkonzepte, Blogartikel, Mails etc.

Mit dem Programm lässt sich all das mit einem guten Überblick tun und mit tollen Funktionen (darüber gibt es natürlich auch noch einen Artikel).

Da ich aber ein Listenfetisch habe und es mega geil finde, Aufgaben und Pläne aufzuschreiben und durchzustreichen (man möge mich jetzt für verrückt halten), ist das digitale Planen für mich nicht so attraktiv, wie ein Papierkalender und ein Notizbuch/block.

Grundsätzlich kann ich empfehlen, die digitalen Medien so zu nutzen wie es für einen passt und es einem nicht auf den Sack geht. Planung sollte mit einem Medium passieren, woran man Spaß hat und es nicht ausschließlich als Last empfindet! Wenn die digitale Planung was für dich ist: Prima! Weiter so!

Wenn du davon eher weg möchtest, mach dir keinen Stress es gibt unglaublich viele Menschen, trotz Digitalisierung, die sich mit Papierkalendern organisieren oder einem Whiteboard/Pinnwand.

Natürlich kommt man vor allem in der Kommunikation kaum drum herum, aber du musst auch nicht alles mit deinem Smartphone/Tablet/Laptop machen…die Dinger haben ja immerhin einen Ausknopf, den kann man tatsächlich auch mal benutzen 😉