Ankündigung: Ab jetzt auch auf Patreon!

Was soll ich sagen, lange hab ich überlegt es zu machen. Lange habe ich Vor- und Nachteile abgewägt und lange habe ich mir die Frage gestellt: „Wer wird da kommen?“ …

Jetzt habe ich es einfach gemacht und bin gespannt auf das, was vor mir liegt. Meinem kreativen Kopf sind wirklich noch nie die Ideen ausgegangen und dieser Blog und mein Podcast werden inhaltlich ja absolut positiv angenommen. Warum also nicht?

Du fragst dich sicher: „Was zum Henker ist Patreon?“ – verständlich, ist bei uns in Deutschland nämlich noch nicht so wahnsinnig bekannt!

Patreon ist eine Seite für (vor allem) kreative Köpfe, die ihren Content exklusiv anbieten wollen. Von Musiker*innen, Künstler*innen, Autor*innen bis hin zu YouTubern jeglicher Spate ist dort sehr viel und spannendes zu finden. Ab heute gibt es auch meinen Managemusik Content dort exklusiv für alle, die noch tiefer in die Themen Planung, Persönliche Weiterentwicklung, Mindset und Projektplanung einsteigen möchten. 

https://www.patreon.com/managemusik

Wenn du jetzt denkst: „Ohje, dann wird sie hier ja gar nichts mehr posten…“ – liegst du falsch. Das Schöne an Patreon für mich ist, ich kann den Content mit meinen kostenfreien Inhalten verbinden nur wird eben hier nicht alles „verraten“ und einen exklusiven Zugang ermöglicht, für Menschen, die gerne tiefer einsteigen möchten und bereit sind dafür auch etwas zu bezahlen. Das ich nicht von Luft und Liebe lebe, kannst du dir sicher vorstellen 😉 Mittlerweile investiere ich gerne viel Zeit in meinen Podcast, Blog und meine Produkte – allerdings ist es schon sehr angenehm, wenn man weiß: dafür wirst du auch bezahlt und es ist keine Arbeitszeit, die mir woanders dann fehlt. Ich möchte gerne weiterhin guten und hochwertigen Content kreiren, gleichzeitig aber nicht zwischen bezahltem Job und unbezahlter Leidenschaft wählen müssen.

Du hast Interesse und würdest gerne mehr erfahren, dann lies gerne weiter!

Was gibt es für mögliche Mitgliedschaften?

Fan: für 3 € pro Monat unterstützt du meine Arbeit und bekommst Zugriff auf meine Planervorlagen (1-2 pro Monat) im PDF Format, sowie einen Auszug aus meinem Hörbuch. 

Exklusiv: für 6 € pro Monat erhälst du einen exklusiven Blogartikel, eine exklusive dazu passende Podcastfolge und ein kurzes Video pro Monat von mir. mit einem bestimmten Thema, welches du z.T. sogar mitbestimmen kannst! (Planervorlagen inkl.)

Premium: für 10 € pro Monat gibt es zu den oben genannten Leistungen ein Video Tutorial + Workbook Seiten (á la meinem Starterkit) und eine dazu passende Livesession pro Monat, in der wir uns austauschen zum Thema des Monats.

Wann ist das was für mich?

Wenn du dich näher mit den Themen beschäftigen möchtest, mich gerne unterstützen möchtest, mit mir näher und regelmäßiger in Kontakt treten willst und einfach die ganz heißen Tipps von mir nicht verpassen möchtest, die ich in meinem Blogartikeln und Podcastfolgen dann doch eher ausspare.

Ist das ein Jahresabo oder kann ich jederzeit kündigen?

Es ist sozusagen Netflix/BookBeat Style! Du kannst jederzeit wieder kündigen, wenn dir mein Content nicht gefällt, nicht ausreicht, du schlicht nicht zufrieden bist oder es dir aktuell am Geld mangelt!

Ich freue mich wahnsinnig diesen Schritt gegangen zu sein und bin vor allem gespannt, wen es so auf meinen Patreon Kanal verschlägt. Beim Premium Zugang freue ich mich auf den nahen Austausch mit dir und bin jetzt schon voller Ideen für die Video’s und Workbookseiten.

Wenn dir das zu viel ist, bei mir ein Abo für Content abzuschließen, du mir aber trotzdem gerne etwas Gutes tun und meine Arbeit unterstützen möchtest, kannst du mir entweder ein oder mehrere Kaffee’s ausgeben auf der Startseite oder über diesen Link in meinen Virtuellen Hut etwas spenden.

Achtung Spoiler: das Thema im Juni auf Patreon wird sich mit Energiemanagement beschäftigen und ganz konkret geht es um „Energie haushalten“ (im Exklusiven Bereich) und um „Energiefresser entlarven und Kraft tanken“ (im Premium Bereich).

Prokrastination

„Nur noch ein Video auf YouTube, dann fange ich an … “ – „Ich könnte ja noch schnell saugen, bevor ich anfange, daran zu arbeiten … “ – „Oh, ich war ja schon lange nicht mehr auf Pinterest, ich könnte mir doch mal eine neue Pinnwand erstellen zum Thema vegetarische Gerichte …“

Wir wissen, wie das endet. Du fängst nicht an.

Prokrastination ist eins der gefragtesten Themen auf meinen Social Media Kanälen und natürlich ein sehr beliebtes Thema unter „Selbstmanagement Experten“, zu denen ich mich jetzt einfach mal ganz frech zähle. Was ist Prokrastination überhaupt und wo kommt sie her? Gibt es Menschen, die eher dazu neigen, zu prokrastinieren, als andere, oder ist jeder Mensch gleich davon betroffen? Diese und weitere Fragen werde ich in diesem Artikel versuchen zu beantworten.

Wer gerne lieber hört statt liest, kann sich meine Podcastfolge zu dem Thema anhören: https://www.podcast.de/episode/578971327/Prokrastination/

Wenn du jetzt denkst: „Was zur Hölle ist Prokrastiantion?“ – habe ich eine einfache Antwort. Umgangssprachlich nennen wir es auch gerne „Aufschieberitis“ oder noch einfacher, wir schieben eine bestimmte Aufgabe vor uns her bis es zu spät ist (Worst Case). Anstatt also diesen einen Anruf zu machen, die Hausarbeit anzufangen, dieses eine Stück zu üben oder zu planen, schieben wir die Aufgabe lieber noch etwas – „Mach ich dann morgen“.

Ich unterscheide grundsätzlich noch mal in zwei verschiedene Varianten: produktive Prokrastination und unproduktive Prokrastination.

Bei der produktiven Prokrastination, verfallen wir gerne in einen Zustand, indem wir unsere To-Do-Liste von hinten abarbeiten, einen Hausputz starten oder ausmisten. Es sind plötzlich alle anderen Aufgaben viel interessanter, als diese eine, vor der wir uns drücken. Der Vorteil an der Variante ist, es passiert wenigstens etwas „Sinnvolles“, was zwar gerade nicht unbedingt Thema ist oder notwendig ist, aber die Zeit ist nicht völlig für die Katz‘. Bei der unproduktiven Variante ist unser Smartphone, Tablet oder Fernseher hoch im Kurs und wir versacken vor YouTube, Instagram, TikTok oder Netflix. Im schlimmsten Fall sogar den ganzen Tag. Da gibt es eigentlich keinen Vorteil. Wir fühlen uns danach schuldig, haben oft ein schlechtes Gewissen, vor allem, wenn die Deadline näher rückt.

Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass man schnell in den Glaubenssatz gerät: “ Ich arbeite halt besser unter Druck und mache deshalb immer alles auf den letzten Drücker.“ – sorry, aber das ist genauso Bullshit wie: „Ich bin nicht gut genug dafür.“

Wenn du dir diesen Satz wirklich selbst erzählst, dann habe ich jetzt eine eher schlechte Nachricht für dich. Mit „unter Druck arbeiten“ hat das Ganze nichts zu tun. Wir schieben Aufgaben vor uns her, weil wir vor irgendwas Angst haben oder auf etwas einfach gar kein Bock haben. Bleiben wir mal ehrlich an der Stelle! Mit Honig ums Maul schmieren, ist noch niemand gewachsen. Wenn du eine Aufgabe vor dir herschiebst, dann stelle dir die Frage: „Wovor habe ich Angst?“

Ist es Bewertung? Ist es Versagen? Ist es nicht zu genügen?

Wenn du herausfindest, wovor du Angst hast bei einer Aufgabe, dann kannst du mit der Angst arbeiten und dich beruhigen. Perfektion, übrigens, ist auch eine Angst! Wenn du auf eine Aufgabe schlicht und ergreifend keinen Bock hast, dann fehlt es dir an Motivation. Der Schlüssel dazu ist, finde einen Grund (auch außerhalb deiner bekannten Denkmuster), warum du diese Aufgabe erledigen solltest. Es gibt immer einen Grund, etwas zu tun oder es nicht zu tun. Wenn sich alles in dir dagegen sträubt, ist es vielleicht gerade einfach nicht das Richtige. Dann schau, ob du das noch verschieben kannst oder ob du es wirklich machen musst.

Es gibt definitiv Menschen, die eher dazu neigen, zu prokrastinieren. Ich gehöre zu den Glücklichen, die da eher selten reintappen, wenn überhaupt, dann in die produktive Variante. Ich habe zum Beispiel während der Vorbereitungsphase auf meine Klavier-Aufnahmeprüfung plötzlich nur noch Lust gehabt, Flöte zu üben und in der Vorbereitungsphase auf mein Bachelorkonzert mit der Flöte, wollte ich nur Klavier üben. Ich nenne das dann „Luxus Prokrastination“ und ich jammere da auch nicht auf hohem Niveau, ich finde es eher unterhaltsam.

Prokrastination kann allerdings zu krassem Stress führen, wenn man diese eine Sache dann doch so lange herauszögert, dass man keine Wahl mehr hat, und dann zwei Nächte durchmachen muss. Prokrastination vermeidest du also auch, wenn du einen Plan für deine Aufgabe hast und auch ausreichend Pufferzeit eingebaut hast. Ich spreche da immer von dem „14-Tage-Puffer“! Wenn die Deadline am 1.12. ist, setzt du deine Deadline am 15.11. – basta. Dann kann auch was dazwischen kommen, auch mal ein „Netflix-Chips-Couch-Tag“, der dann auch vollkommen okay ist und nichts mit Prokrastination zu tun hat. Nur weil du einen oder zwei Tage mal entspannst und mal nichts tust, redet man noch lange nicht von Prokrastination! Das wird dann gefährlich, wenn es über Tage und Wochen passiert oder eben immer wieder. Wir sind Gewohnheitstiere, auch Prokrastination kann zur Gewohnheit werden und dann solche schlauen Sätze in unserem Kopf hinterlassen, wie „unter Druck arbeite ich besser“. Was für ein Unfug.

Ja, manche Menschen werden unter leichtem Stress leitungsfähiger, aber niemand will zwei Nächte durcharbeiten, weil er oder sie vorher wochenlang die Aufgabe weggeschoben hat! Das hat nichts mit Druck zu tun, das ist schlicht ungesund. Stress, über einen kurzen Zeitraum, ist für unseren Körper kein Problem. Adrenalin und Noradrenalin verschwinden dann wieder aus unserer Blutbahn und wir entspannen uns. Wenn aber das tückische Cortisol mit um die Ecke kommt, der Stress langfristig nicht aufhört und wir uns eben nicht entspannen zwischendurch, werden wir krank. Stress machen wir uns dann natürlich auch gerne, weil wir etwas vor uns herschieben und genau wissen, es ist bald fällig. Das kriecht dann so auf unserer To-Do-Liste und in unserem Unterbewusstsein rum und macht dort Terror.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel ein paar Denkanstöße geben und Licht ins Dunkel bringen. Noch ein letzter Satz: Du bist nicht alleine mit diesem Problem! Ich kenne so viele Menschen, die wirklich regelmäßig mit Prokrastination kämpfen. Wenn du deine Angst vor der Aufgabe kennst und deine Motivation dafür klar definierst, kannst du aus der Spirale aussteigen.

Wenn etwas fehlt…

In den letzten Monaten werde ich immer wieder gefragt: Wie geht es dir mit der aktuellen Situation? Und weißt du, was ich dann immer sagen möchte?

Es geht mir beschissen. Ich möchte nachts in mein Kissen schreien. Ich fühle mich, als würde der Anteil in mir, der mich am stärksten ausmacht seit über einem Jahr fehlen. Ich unterdrücke seit Monaten Bedürfnisse, die uns Menschen ausmachen und die mich persönlich als Musikerin und Künstlerin ausmachen. Wie soll es mir da gehen? Ich habe Bewältigungsmechanismen im Alltag, ja, die helfen manchmal mehr und manchmal weniger – aber im Endeffekt bin ich die meiste Zeit in einem sehr traurigen, depressiven Zustand, in dem ich aktuell kaum rauskomme.

Ich lenke mich ab mit Arbeit. Ich lenke mich ab mit Schreiben, Podcasts und Content produzieren, um etwas Sinnvolles mit meiner Zeit anzufangen. Ich lenke mich ab mit Netflix und Büchern, ich lenke mich ab mit FaceTime und Zoomcalls. Ich versuche nicht daran zu denken, dass mir das, was mich als Mensch ausmacht fehlt. Ich versuche nicht daran zu denken, dass ich am 08.02.2020 mein letztes Konzert hatte. Ich versuche nicht daran zu denken, dass ich das Bühnentier in mir in Ketten gelegt habe und still halten muss, damit ich nicht täglich in Tränen ausbreche und irgendwem die Visage einschlagen will, weil ich zwar rational verstehe, aber emotional nicht verstehe was hier passiert. Aber ich bin ehrlich, ich verstehe auch rational nicht mehr was hier passiert.

Der Teil in mir, der kommunizieren möchte und zwar echt, real, in 3D und Farbe, den habe ich ebenfalls in Ketten gelegt. Er versteht nicht, warum ich täglich mit einem Laptop oder einem Smartphone spreche. Er fragt mich täglich: „Was soll der Mist?“. Ein Teil in mir, der Menschen umarmen und ihnen Nahe sein möchte, habe ich in Ketten gelegt, der fragt mich ebenfalls täglich: „Hast du noch alle Latten am Zaun?“. Ein Teil in mir, der mit anderen Menschen musizieren möchte, nun ja was soll ich sagen, Ketten reichen da leider nicht mehr aus …

Was tun, wenn wir die menschlichsten Bedürfnisse in uns unterdrücken müssen? Von den Floskeln: „Noch zwei Wochen, dann haben wir’s geschafft“, bekomme ich Brechreiz. Für ein paar Wochen kann man diesen Zustand aushalten, aber für diese lange Zeit? Da sind härtere Massnahmen nötig, um in uns diese Stimmen auszuschalten. Die Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse halten manche Menschen länger aus als andere. Ich halte es nicht mehr aus.

Ich weiß, ich spreche nicht nur für mich und ich weiß, dass der eine oder die andere das vielleicht nicht nachvollziehen kann, aber diese lange Zeit hinterlässt starke psychische Spuren. Mein Inneres rebelliert seit einigen Monaten schon, es rebelliert bereits so, dass man es von Außen sehen kann. Jede*r in meinem Umfeld kann meinen Zustand mittlerweile sehen und ich ertrage es nicht mehr so zu tun, als käme ich mit der ganzen Sache noch länger klar. Ich nutze diesen Artikel und diese Zeilen natürlich auch, um das mal alles loszuwerden und niederzuschreiben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir das hilft.

Die psychische Belastung, die diese Zeit mit sich bringt ist mittlerweile auf so vielen Ebenen zu sehen und ich möchte darüber nicht mehr schweigen. Es ist nicht nur für Musiker*innen und Kulturschaffende schwer. Es ist für alle eine sehr schwere Zeit, aber es ist für einige gesundheitlich schwerer als für andere. Diese Menschen dann mit Scheiße zu bewerfen, weil sie versuchen aus ihrem Loch zu kriechen und irgendwie klar zu kommen, aus der Angst (vor was auch immer) auszusteigen, ist keine Lösung. Es verschlimmert den Konflikt in dem Menschen und zwischen den Menschen nur noch mehr.

Meine Motivation diese Zeilen zu schreiben?

Vielleicht liest das jemand, der oder die sich dann nicht mehr alleine fühlt. Vielleicht liest das jemand, der oder die dann etwas besser versteht, dass es wesentlich mehr Menschen scheiße geht, als man das so im Umfeld mitbekommt. Vielleicht liest das jemand, der oder die jemandem im Umfeld helfen kann, damit besser umzugehen. Ohne mein Umfeld, könnte ich das aktuell nicht stemmen.

Ich weiß, ich bin nicht alleine. Ich weiß, es ist hart das auszusprechen. Ich weiß, einige halten mich jetzt für labil, instabil, ignorant, irrational oder für schwach und weißt du was?

Juckt mich nicht!

Warum eigentlich nicht?

Nach langer Pause mal wieder ein Blogartikel! Ihr Lieben, ich habe mich hier sehr lange nicht mehr mit einem Artikel gemeldet, das hat ganz verschiedene Gründe. Der Hauptgrund war aber tatsächlich die Veröffentlichung meines ersten Buchs! 🙂

Tatsache, ich habe ein Buch geschrieben, mein Erstes um genau zu sein und bin unfassbar stolz, glücklich, dankbar und kann es machmal immer noch nicht ganz fassen, wenn ich das Buch in die Hand nehme. Heute soll es nicht nur darum gehen, aber ein bisschen Hintergrundinformationen möchte ich euch nicht vorenthalten.

Im Januar 2020 hatte ich eine Vision von einem Workbook für Studierende, die am Anfang ihres Studiums stehen, dezent bis heillos mit der Situation überfordert sind und sich nicht unbedingt trauen, bestimmte Fragen an erfahrene Studierende zu stellen. In meiner Vision hatte ich bereits klar, es soll um Fragen gehen. Fragen, die man sich zu Beginn nun mal stellt. Aber es soll kein Buch werden, indem ich erzähle wie die Welt funktioniert, sondern es soll ein Buch werden, mit dem man arbeiten kann – eben ein Workbook!

Nach langen Brainstorming-Sessions und unzähligen Nächten, die von Selbstzweifeln heimgesucht wurden, kam ich erst mal an den Punkt: darf ich überhaupt ein Buch schreiben? Kann ich eine Autorin sein, nur weil ich Blogartikel schreibe? Bin ich gut genug dafür? Weiß ich überhaupt, wie man sowas macht? Kurzum: ich hatte erst mal eine persönliche Krise losgetreten, in der ich mir klar machen musste, dass ich alles sein darf, was ich will. Ich veröffentlichte dazu auch einen Post auf Social Media:

Ich darf alles sein, was ich mir erlaube zu sein. Diese Erkenntnis traf mich wie der Blitz und ehrlich gesagt scheiße ich heute auf alle Konventionen und Erwartungen, die an mich gestellt werden oder die ich an mich selbst gestellt habe. Ich mache alles worauf ich Lust habe, was ich kreativ umsetzen kann und wenn ich noch zehn (oder mehr) Bücher in meinem Leben schreiben will, dann kann ich das einfach machen. Es verbietet mir niemand das zu tun, außer ich mir selbst!

Nach dieser kleinen aber feinen Krise war ich an dem Punkt öffentlich anzukündigen: Ich habe ein Buch geschrieben und ich werde es am 10.03.21 veröffentlichen. Ursprünglich wollte ich das einfach nur als E-Book verkaufen und ganz ursprünglich wollte ich damit eine Einnahmequelle schaffen, um diesen Blog hier und meinen Podcast sich selbst finanzieren zu lassen. Doch dann geschah etwas ganz faszinierendes: mein kreativer Zugang war gelegt und offen. Warum eigentlich kein Hörbuch daraus machen? Ich habe das Know-How, die Stimme und das Equipment. Warum eigentlich das Buch nicht drucken? Ach, du weißt nicht wie das geht? Egal, Google weiß das! Und siehe da, ich veröffentlichte nicht nur ein E-Book, sondern auch ein Hörbuch und ein Ringbuch (in gedruckter Form). Einfach, weil ich es kann und weil mir meine Selbstzweifel ab jetzt gehörig am Arsch vorbei gehen!

Den Titel habt ihr oben schon gesehen: Starterkit für Musikstudierende!

Es besteht aus zehn Kapiteln, die als Fragen gestellt sind und neben Text und Tools von mir, gibt es in jedem Kapitel Fragen, die ihr euch selbst stellt und Platz zum Schreiben. Seien wir ehrlich, wenn ich den Platz nicht eingeräumt hätte, würde man es doch nicht so genau beantworten …

Wenn ihr Interesse an dem Buch habt, findet ihr alle Links auf meiner Projekte und Leistungen Seite und das Ringbuch könnt ihr bei mir per Mail erwerben.

Neben diesem Buch schreibe ich tatsächlich gerade an meinem Zweiten, das hat erst mal nichts mit meinem Blog zu tun, darüber schreibe ich in einem anderen Artikel genauer. Ich möchte nur soviel noch zum Starterkit sagen: es ist nur das erste Workbook einer Trilogie. Ich mag Trilogien. Es wird noch ein Buch für Musikschüler*innen geben, die vor einer Aufnahmeprüfung stehen und ein Buch für Studierende, die am Ende ihres Studiums kurz vor der Abschlussprüfung stehen. Beide werden im selben Stil und selben Layout erscheinen. Wann? Gebe ich euch dann rechtzeitig Bescheid!

Der andere größere Grund für meine Stille hier auf dem Blog, war der übliche Wahnsinn der aktuellen Zeit, über den ich hier jetzt nicht ausführlich schreiben möchte. Es wird jetzt aber auch wieder mehr Artikel geben, vor allem parallel zu Podcastfolgen, die regelmäßig Montags um acht Uhr morgens online gehen.

Einige spannende Themen habe ich in Planung und recherchiere noch dafür, seid gespannt. Eine wundervolle Woche wünsche ich euch, trotz der aktuellen Umstände!

Was war vor genau einem Jahr?

Nimm mal dein Smartphone in die Hand und gehe in einen beliebigen Chat, mit einem Freund oder einer Freundin, deiner Familie oder einer bestimmten Gruppe und scrolle mal genau ein Jahr zurück …

Was war in deinem Leben vor genau einem Jahr wichtig? Welche Themen haben dich beschäftigt? Welche Menschen hattest du um dich herum? Welche Herausforderung stand dir bevor oder welche hast du gerade erst gemeistert?

Diese Fragen kann man sich zu jedem Zeitpunkt (wann auch immer du diesen Artikel liest) stellen und wirs zu 99,9% ein ganz bestimmtes Learning haben: In einem Jahr kann sich so unglaublich viel verändern! 

Ich möchte mit diesem Artikel an deine Selbstreflexion appellieren und daran, dass du dich für deine Erfolge feiern darfst, sowie, aus deinen „Misserfolgen“ lernen darfst. Wichtig ist, dass du überhaupt reflektierst. Viele Menschen denken: „In einem Jahr kann man ja so viel auch nicht schaffen!“ – In einigen Situationen mit sehr großen Projekten mag das ja stimmen, aber in den allermeisten Fällen, ist dem nicht so. In einem Jahr kann sich sehr viel verändern. Auch du kannst dich in einem Jahr sehr verändern, ins Positive, aber auch ins Negative.

Neben der Taktik mit dem Chatverlauf, gibt es natürlich auch die Möglichkeit dir Bilder aus dieser Zeit, vielleicht sogar genau von diesem Tag (vor genau einem Jahr), anzuschauen. Videos, wie du gespielt oder gesungen hast. Die moderne Technik kann man in dieser Hinsicht natürlich sehr gut gebrauchen! 

In meinem Fall habe ich vor genau einem Jahr meinen Podcast gestartet. Der Blog war da bereits fünf Monate alt, aber einen eigenen Podcast zu starten, hat mich mit einigen meiner tiefsten Ängste konfrontiert – und das war gut so. Ich bin daran gewachsen und besser geworden. 

Natürlich kann man in unserem aktuellen Fall auch Corona nicht völlig außen vorlassen. Vor genau einem Jahr im Februar 2020 war das Virus zwar bereits ein Thema in Deutschland, aber einschränkende Maßnahmen gab es noch keine. Die meisten Menschen in meinem Umfeld hatten große Pläne für 2020, die größtenteils verpufften. Vielleicht hast du dich, genauso wie ich, im Februar 2020 mit ganz anderen Themen beschäftigt als heute. Selbstverständlich macht das alles etwas mit einem und dadurch gab es bei einigen Menschen im letzten Jahr auch einen krassen persönlichen Wachstumsschub, andere fühlen sich gelähmt und können kaum etwas Produktives machen. 

Egal wie es dir damit geht, beim Reflektieren geht es nicht darum, das zu bewerten, sondern es geht darum es anzuerkennen und für sich eine Erkenntnis zu formen. Diese Erkenntnis kann dir im Idealfall bei anderen ähnlichen Situationen helfen. 

Du wirst sicherlich überrascht sein, wie sehr sich dein Leben in einem Jahr verändert hat.

Hier habe ich ein paar Fragen zur Inspiration, die du dir stellen kannst:

  • Was hast du an dem Tag, vor genau einem Jahr gemacht?
  • Wo warst du?
  • Welche Menschen waren bei dir?
  • Wie hat sich das angefühlt?
  • Was für ein Mensch warst du?
  • Was war dir wichtig? 
  • Was war dir nicht wichtig? 
  • Welche Themen haben dich beschäftigt?
  • Worauf hast du dich gefreut?
  • Wovor hattest du Angst?

Das sind nur mögliche Fragen, du musst nicht alle beantworten! 

Wenn du dir ein Bild von dem Tag, vor genau einem Jahr gemacht hast, dann kommen die Fragen für den Status Quo:

  • Was hast du für heute geplant?
  • Wo bist du gerade?
  • Welche Menschen hast du um dich?
  • Wie fühlst du dich gerade?
  • Was für ein Mensch bist du heute?
  • Was ist dir heute wichtig?
  • Was ist dir heute nicht wichtig?
  • Welche Themen beschäftigen dich aktuell?
  • Worauf freust du dich?
  • Wovor hast du Angst?

Du kannst dir, wenn du das möchtest, die Fragen-Paare zusammensetzen oder einfach darauf antworten, was sich gerade richtig für dich anfühlt.

Nachdem du beide Bereiche für dich erörtert hast, wirst du eine gewisse Diskrepanz feststellen. Bei der einen Frage eine größere, bei der anderen eine kleinere, aber da wir ständig in Bewegung und Veränderung sind, wird sicherlich wenig so sein, wie vor einem Jahr! 

Ob du das nun gut oder schlecht findest, steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt. Darum sollte es aber erst mal nicht gehen, sondern darum, es wahrzunehmen und anzuerkennen, Erfolge zu feiern, sich selbst mal auf die Schulter zu klopfen oder sich selbst zu trösten, weil diese eine Sache vielleicht nicht so gelaufen ist, wie du das gerne gehabt hättest. Der Moment, indem du diesen Artikel liest, verändert schon wieder alles. Du bist vermutlich nach dem Lesen des Artikels ein anderer Mensch als davor. Nicht etwa, weil ich so eine krass geile Bloggerin bin, sondern weil das einfach so ist! 

Veränderung passiert stetig. Du veränderst dich jeden Moment. Nutze diese Erkenntnis und verändere dich, wenn du das möchtest, in die Person, die du sein willst – das ist möglich! 

Davor braucht es allerdings Reflexion, also:

Frohes Reflektieren …

Konzentration beim Üben

Yes, heute geht es mal um ein sehr musikspezifisches Thema, aber für alle Muggles (Nicht-Musiker) unter euch ist gesorgt, denn Üben ist eine kognitiv und motorisch herausfordernde Tätigkeit. Davon gibt es ja noch mehr, außer auf einem Musikinstrument oder mit seiner Stimme zu arbeiten. Wer also kein Instrument spielt, darf jetzt an seine Schreibtischarbeit oder an eine andere kognitiv anstrengende Tätigkeit aus seinem oder ihrem Alltag denken. 

Konzentration. Was soll ich sagen, es ist natürlich mega nervig, wenn du dich hinsetzt und konzentriert üben möchtest und dann fliegen dir tausend Gedanken durch den Kopf, der Fokus ist nicht da, du wirst ständig abgelenkt und so wirklich Bock hast du grade auch nicht. 

Welcome to my life!

Wenn ich über irgendwas wirklich ausführlich aus Erfahrung sprechen kann, besonders nach dem letzten Jahr, dann ist es Konzentration beim Üben. 

Fehlende Konzentration kann natürlich unterschiedliche Gründe haben. Müdigkeit, Unwohlsein und fehlende Energie sind da nur ein paar Möglichkeiten. Selbstverständlich haben wir Musiker*innen auch manchmal einfach keinen Bock zu üben! Freundet euch mit dem Gedanken an, auch alle jungen Musiker*innen und frisch Studierende. Es wird der Tag kommen, an dem ihr einen Tiefpunkt beim Üben habt und dann ist die Motivation so richtig im Keller! Konzentration und Motivation kann man diesbezüglich auch nicht unbedingt voneinander trennen. 

Über Motivation möchte ich heute nicht viel sprechen, das ist ein eigenes Thema und wird dieses Jahr von mir mit Sicherheit noch mehr behandelt. Wenn es also der Zustand ist „einfach gerade keinen Bock aufs Üben“ zu haben, dann hast du zwei Möglichkeiten: Du ziehst es durch, weil etwas Wichtiges ansteht oder du lässt es einfach! 

Wenn du allerdings ständig unkonzentriert bist, habe ich hier ein paar Tipps bzw. Empfehlungen für dich:

Ich habe mich seit Jahren mit dem Thema Hirnforschung beschäftigt, gehirngerechtes Lernen und Üben, sowie grundsätzlich über Neurowissenschaft Bücher gelesen. Ich bin selbstverständlich kein Arzt oder Neurobiologe, aber kann dir trotzdem einige Tipps aus dieser Sparte geben! 

Unser Gehirn besteht aus zwei Hälften, die in der Mitte verbunden sind. Das wirst du sicher wissen. Es gibt eine kreativ denkende und eine logisch denkende Hälfte. Zwischen diesen zwei Hälften gibt es einen sogenannten „Balken“, der übrigens bei uns Musizierenden stärker ausgebildet ist als bei nicht Musizierenden. Ein Ungleichgewicht beider Hälften kann auch zu Konzentrationsproblemen führen. Eine einfache Atemübung kann dieses Gleichgewicht wiederherstellen: die Wechselatmung.

Du hältst ein Nasenloch mit einem Finger zu, atmest ein und atmest auf dem gegenüberliegenden Nasenloch wieder aus, während du das zuhältst, auf dem du eingeatmet hast. Auf dem Nasenloch, wo du ausgeatmet hast, atmest du direkt wieder ein und auf dem anderen aus. Diesen Vorgang kannst du beliebig oft wiederholen. Ich selbst mache das immer acht bis zehn Mal und verspüre nach bereits fünf oder sechs eine deutliche Verbesserung meines Sauerstoffgehalts im Gehirn. Natürlich kann fehlende Konzentration auch durch fehlenden Sauerstoff entstehen. Mit dieser Übung gleichst du deine Gehirnhälften wieder aus und bekommst ausreichend Sauerstoff ins Gehirn! 

Diese Übung machst du selbstverständlich in einer Pause und am besten an der frischen Luft oder bei geöffnetem Fenster. Da kommen wir auch gleich zum nächsten Tipp: Pausen.

Pausen sind so unglaublich wichtig beim Üben und auch generell. Unser Gehirn lernt und verarbeitet Informationen in den Pausen und nicht beim aktiven Übe- oder Arbeitsvorgang. Natürlich generell am meisten im Schlaf! Während du also nach einer Übesession auf der Couch sitzt und was isst, einen Spaziergang machst, oder einen Film schaust, arbeitet dein Gehirn unterbewusst weiter an dem Neugelernten. Unglaublich, oder? Wie das möglich ist? 

Unsere Gehirnaktivität besteht zu fünfundneunzig Prozent aus Unterbewusstsein und nur aus fünf Prozent Bewusstsein. Du benutzt also im wachen Zustand gerade mal fünf Prozent deiner Gehirnaktivität für deine sechzigtausend bis achtzigtausend Gedanken, die du täglich denkst, Entscheidungen, die du triffst und Handlungen, die du ausübst. 

Fürs Üben habe ich da den Tipp für dich, mit der Pomodoro Technik zu üben. Die kommt aus dem Zeitmanagement und sagt: Fünfundzwanzig Minuten Aktion und fünf Minuten Pause. Diesen Zyklus kannst du viermal wiederholen und dann braucht das Gehirn eine längere Pause von zwanzig bis dreißig Minuten. Einfach mal ausprobieren, dazu kommt noch mal ein gesonderter Artikel. 

Ablenkungen beim Üben solltest du grundsätzlich minimieren und die mit Abstand größte Ablenkung unseres Jahrhunderts ist unser Smartphone! Es hat so viel Nützliches und Hilfreiches in unser Leben gebracht, aber auch so viel Negatives und eine chronische Ablenkung ist es auch. Es gibt eine wunderbare Funktion auf dem Smartphone, vielleicht kennst du sie schon: den Flugmodus! 

Benutze ihn während deiner Übesession und in den Pausen, tu dir den Gefallen: Lass ihn eingeschaltet. Du wirst sehr schnell merken, wie sich dein Üben verändert. Solltest du dein Metronom und Stimmgerät nicht auf einem anderen Gerät haben, kannst du durch den Flugmodus auch dein Smartphone auf deinem Notenständer liegen lassen, ohne Störung und Ablenkung. 

Letzter Tipp, vor allem für das Gedankenkarussell: Mach ein Brain Dump.

Lege dir einen Zettel bereit oder nimm deine Notizapp und schreibe diese Gedanken runter bevor du übst, dann nerven sie dich nicht beim Üben. Wie ein Brain Dump funktioniert, habe ich in diesem Artikel bereits ausführlich erklärt: Link. 

Ich hoffe diese Tipps helfen dir, dein Üben fokussierter und konzentrierter zu gestalten. 

Sollte es dennoch Tage geben, an denen es einfach nicht geht: Lass es! 

Ein Pausentag die Woche kann nicht schaden, sondern bewirkt eher Wunder bei einigen Problemen und kann verhindern, dass du dir noch mehr Fehler und Probleme einübst. 

Habe eine wundervolle Woche und viel Spaß beim Üben. 

Monatsplanung

Der erste Artikel im Jahr 2021 – Ich wünsche dir ein frohes Neues Jahr! Ich hoffe du hattest eine erholsame Zeit zwischen den Jahren und bist gut ins neue Jahr gestartet.

„Mach nur einmal das, von dem andere sagen, dass du es nicht schaffst, und du wirst nie wieder auf deren Grenzen achten müssen.“

James Cook (1728-1779) britischer Seefahrer und Entdecker

Heute möchte ich direkt die frisch gewonnene Motivation nutzen, die so ein Jahresneustart mitbringt, für ein klassisches Planungsthema. In größeren Einheiten zu planen ist grundsätzlich immer sehr empfehlenswert, wie z.B. Jahresplanung, Semesterplanung oder sogar einen Fünf-Jahres-Plan. Aber was ich noch viel wichtiger finde, ist zu wissen, was in den nächsten vier Wochen passiert. Einen Überblick über jeden Monat zu haben, entspannt mich persönlich, zu Beginn des Monats, immer enorm.

Ich plane wie immer gemütlich mit Kaffee und schöner Musik, ein paar Kerzen und meinem Bullet Journal und Kalender. Die Methode funktioniert aber natürlich auch mit einem digitalen Medium oder einfach mit einem Schmierzettel.

Solltest du in deinem Kalender oder deiner App keine Monatsübersicht haben, dann druck dir eine aus. Es gibt Monatsübersichten wie Sand am Meer im Internet. Solltest du einen Jahreskalender an deiner Wand haben, kannst du selbstverständlich auch den benutzen.

Ich gehe in fünf Schritten vor:

  1. Ich schreibe mir alle wichtigen Termine in die Monatsübersicht. Keine wiederkehrenden Ereignisse, sondern einmalige Termine, wie z.B. Konzerte, Prüfungen, Blockseminare, Geburtstage, Deadlines und Arzttermine. Wenn ich auf Reisen bin, markiere ich mir das meistens auch in einer bestimmten Farbe. Ich blocke mir zu Beginn des Monats immer freie Tage aus, das müssen selbstverständlich nicht die Sonntage sein, aber einen freien Tag pro Woche gibt es bei mir immer!
  2. Ich arbeite mit meiner Jahresplanung und meinen Zielen, schaue was diesen Monat wichtiges ansteht und formuliere mir Ziele für den Monat. Ich versuche es auf maximal vier bis fünf Ziele zu beschränken, aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Mehr schaffe ich aus Erfahrung sowieso nicht. Diese Ziele kommen ebenfalls auf meine Monatsübersicht. Du kannst dir das aber natürlich auch an die Pinnwand hängen oder im Bullet Journal eine eigene Seite gestalten.
  3. Ich plane für den Monat meinen Gesundheits- und Sportbereich. Da ich ein sehr sportaffiger Mensch bin und gleichzeitig ein Planungsfreak, gibt es natürlich auch diesbezüglich einen Plan. Ich plane meine Joggingrunden, vor allem wenn ich ein größeres Laufziel habe, ich überlege, wann ich Zeit habe für Krafttraining oder kurze intensive Sporteinheiten, wann ich Fahrrad fahren könnte oder schwimmen gehen kann und wann ich längere Yoga Sessions einplanen möchte. Ich trenne ganz klar meine Sportziele von meinen anderen Lebensbereichen, weil ich es als Musikerin für einen sehr wichtigen Lebensbereich halte, damit wir unseren Job gesund ausführen können.
  4. Ich plane meine Projekte und Jobs, wie in meinem Fall: Podcasts, Blogartikel, Social Media im Allgemeinen, meine Unterrichts- und Workshoptätigkeit, Konzert- und Probenplanung und Studienangelegenheiten. Dazu arbeite ich vor allem im Bullet Journal und schreibe mir für die jeweiligen Bereiche Pläne und kleine To-Do-Listen.
  5. Ich fertige eine To-Do-Liste für den Monat an, da stehen nicht die kleinen Schritte, sondern eher dir größeren Überthemen drauf. Alles was in dem Monat wichtig ist und unbedingt erledigt werden muss, bekommt die Priorität eins. Alles was in dem Monat wichtig wäre, aber nicht so dringend, bekommt die Priorität zwei und die sogenannten „Nice-to-Have-To-Do’s“ bekommen die Priorität drei – wenn dafür dann noch Zeit ist.

Beim Planen bezüglich der To-Do-Liste und den einzelnen Plänen für die unterschiedlichen Bereiche in deinem Leben, habe ich noch den Tipp neben dem Priorisieren: Tu dir den Gefallen und überlege dir bereits beim Planen, wie viel Zeit diese Tätigkeit in etwa in Anspruch nehmen wird und wie viel Energie sie dich kosten wird. Eine Arbeit am Schreibtisch ist etwas anderes, als eine Aufnahme, die mit Fahrtzeit und körperlicher, sowie kognitiver Arbeit verbunden ist. Aktives Üben ist eine anstrengendere Tätigkeit, als seine Noten einzurichten. Ich denke du verstehst, was ich meine.

Beim Priorisieren gibt es ebenfalls einen Fehler, der sehr oft gemacht wird. Bei manchen stehen dann von zehn To-Do’s, acht mit der Priorität eins da. Das könnte entweder daran liegen, dass du im Monat davor zu wenig von den wichtigen Dingen erledigt hast oder du überschätzt bestimmte To-Do’s in ihrer Wichtigkeit. Bedenke bei dieser To-Do-Liste immer: Je kürzer, desto besser! Lange To-Do-Listen führen zu Frustration und Demotivation, weil du im Laufe des Monats feststellst, dass der Monat auch nur 28-31 Tage hat. Das klingt zu Beginn immer so viel, ist aber in der Realität oft erschreckend wenig. Denn zwischen all den To-Do’s hast du sowas wie einen Alltag, dein Studium, deinen Job, deine Hobby’s, deine Freunde und Schlafen solltest du selbstverständlich auch noch irgendwann.

Aus meiner Erfahrung, hast du effektiv am Tag nicht mehr als drei bis vier Stunden für die To-Do’s auf deiner Liste. Das solltest du bei der Planung bereits im Hinterkopf behalten, sonst hast du am Ende des Monats noch die Hälfte der To-Do-Liste, die dann in den nächsten Monat rutscht und das wird dann im Dezember sehr ungemütlich …

Die Monatsplanung ist grundsätzlich dafür gedacht, dass du den Überblick über den Monat behälst, aber sie ist auch dafür gedacht, dass du dich nicht überlädst mit Arbeit. Das erfordert etwas Übung und ich möchte mich auch in diesem Jahr dahingehend wiederholen: Du musst einen Scheiß!

Niemand muss seinen Monat planen, wenn er das für sinnfrei und Zeitverschwendung hält. Dann beschwere dich aber bitte nicht, und am Besten schon gar nicht bei mir, dass du immer alles vergisst, dir wichtige Deadlines durchrutschen, du Termine verpennst oder du irgendwie in deinem Leben nicht voran kommst!

Abschließend möchte ich dir den Rat geben: Du kannst To-Do’s oder Termine auch streichen, wenn du das Gefühl hast es wird zu voll! Wir erlauben uns das selbst oft nicht, weil das ja Schwäche bedeuten würde oder Inkompetenz sich und seine Zeit und Energie einzuschätzen. Alles Bullshit! Es kommen einfach manchmal auch Dinge im Jahr, die nicht vorhersehbar sind (ich denke das Jahr 2020 ist uns da sehr lehrreich in Erinnerung), die man nicht planen kann und somit zerschießen sie einem auch mal den Monatsplan. Das ist ok, akzeptiere das und plane ggf. neu.

Niemand ist unersetzlich und wie wir im letzten Jahr festgestellt haben: Man kann wirklich alles verschieben!

Einen guten Start ins neue Jahr 2021!

Jahresreflexion und Jahresplanung

Das Jahr 2020 war … sagen wir … durchwachsen. Aber mal abgesehen davon, mache ich jedes Jahr eine Jahresreflexion „zwischen den Jahren“ und plane mein nächstes Jahr. Vor zwei Tagen hatte ich ein wundervolles Webinar zu diesem Thema und heute geht auch zeitgleich eine Podcastfolge dazu online. Ich möchte dir die Möglichkeit geben, meine Tools für die Jahresreflexion und Jahresplanung zu nutzen, damit auch du von diesen kraftvollen Übungen profitieren kannst.

Los geht’s.

Vor der Planung ist das Hirn einzuschalten und nicht nur der Rechner.

Werner L. Hetterich (*1945) dt. Architekt

Jedes Jahr nach Weihnachten in der Zeit zwischen dem 27.12. und dem 01.01. des folgenden Jahres, mache ich mir es ein paar Stunden gemütlich mit meinem Bullet Journal und meinem Kalender. Ich mache mir einen Kaffee (oder seien wir ehrlich – es sind meistens eher zwei bis drei) und mache schöne Musik an.

Das erste Tool, welches ich euch gerne vorstellen möchte, ist sich Fragen zu stellen.

Fragen sind etwas unglaublich Wertvolles, vor allem, wenn wir sie uns selbst stellen. Alle Antworten, die du benötigst sind bereits in dir. Du darfst dich wieder mit diesem weisen Anteil in dir verbinden, der weiß genau was du brauchst oder was dich bedrückt. Es folgen einige Fragen aus meinem Arsenal für die Jahresreflexion:

  • Welche Ziele habe ich dieses Jahr erreicht?
  • Welche Erkenntnisse hatte ich in diesem Jahr? 
  • Was habe ich Neues gelernt?
  • Welche besonderen Menschen habe ich im vergangenen Jahr kennengelernt?
  • Mit wem oder was habe ich viel Zeit verbracht?
  • Wie viel Zeit habe ich gefühlt vor dem Smartphone/Tablet/Laptop verbracht? Ist das okay für mich oder möchte ich das ändern?

Das zweite Tool, was ich seit Jahren schon mache ist, mein „Erfolgsboard“.

Schreibe dir in der Mitte eines Blattes das Jahr 2020 auf und drum herum die zwölf Monate. Für jeden Monat lässt du etwas Platz und schreibst dir für jeden Monat auf, welche Erfolge du hattest. Hier geht es absolut nicht nur um berufliche oder schul/studientechnische Erfolge. Ein Erfolg kann es auch sein, dass du den Lockdown gut überstanden hast oder du einen schönen Waldspaziergang gemacht hast, an einer Yogachallenge teilgenommen hast oder wieder angefangen hast zu malen. Schreib dir für jeden Monat mindestens eine Sache auf. Ein erreichtes Ziel, ein Erfolg, ein schöner Moment oder eine schöne Begegnung.

Ziel der Übungen ist, dass du am Ende drei Dinge für dich klar benennen und aufschreiben kannst.

  1. Deine Erkenntnisse des Jahres 2020
  2. Dein größtes Erfolgserlebnis im Jahr 2020
  3. Dein schönster Moment im Jahr 2020

Solltest du nicht nur eine Sache haben, die du dort hinschreiben kannst, ist auch Platz für zwei oder drei Sätze, aber mindestens einer!

Das nenne ich dann positive Jahresreflexion! Natürlich kann man sich auch daran aufgeilen, wie beschissen und nervtötend das Jahr war, was alles nicht geklappt hat und wie viel ausgefallen ist. Zielführend und erheiternd ist das aber leider nicht.

Wenn ich mein Jahr reflektiert habe, gehe ich über zur Planung des nächsten Jahres. Ich versuche dabei immer die Erkenntnisse und das Gelernte aus dem letzten Jahr zu berücksichtigen, damit Fehler oder bestimmte Dinge nicht noch mal passieren. Dazu schreibe ich mir immer eine Not-To-Do-Liste, das ist übrigens Tool Nummer drei. Kann man jederzeit im Jahr machen, aber zu Beginn finde ich es immer sehr hilfreich, um bestimmte Gewohnheiten, die sich eingeschlichen haben, wieder rauszubekommen.

Da steht dann z.B. drauf: nicht nach 12 Uhr ins Bett gehen oder max. eine Stunde Social Media Konsum am Tag oder kein Kaffee nach 16 Uhr. Was auch immer dich in den letzten Wochen und Monaten gestört hat in deinem Alltag: schreib es auf, häng es dir an den Kühlschrank oder an deine Pinnwand oder den Spiegel im Bad, dort wo du es jeden Tag siehst.

Nun habe ich auch bestimmte Fragen, die ich mir im Bereich Jahresplanung jedes Jahr stelle:

  • Mit was möchte ich im Jahr 2021 meine Zeit verbringen?
  • Mit wem möchte ich im Jahr 2021 meine Zeit verbringen?
  • Mit was wollte ich schon lange anfangen oder weitermachen, aber es war keine Zeit dafür da?
  • Was tue ich im Alltag für mich?
  • Welche Ziele habe ich?

Bei den Zielen wird es jetzt spannend. Ich halte nichts, aber auch gar nichts, von Vorsätzen für das neue Jahr. Jedes Jahr die gleiche Leier am 31.12.: „Ich möchte weniger Alkohol trinken“, „Ich will mehr Sport machen“, „Ich muss mich gesünder ernähren“ oder mein Highlight „Ich muss mit dem Rauchen aufhören“. Das sind so die gängigsten „Vorsätze“ der Nation und ich sage dir, wie lange die sich halten: im Normalfall maximal drei bis vier Wochen. Dann ist es vorbei mit den „gesunden und guten Vorsätzen“. Das liegt an einem ganz einfachen Phänomen. Unsere Gehirnaktivität steuern wir nur zu 5% bewusst, die restlichen 95% laufen Unterbewusst ab. Wenn wir also etwas an unseren Gewohnheiten verändern wollen, müssen wir mehr machen als uns nur gut zuzureden und dann versuchen innerhalb von drei Tagen alle Vorsätze gleichzeitig umzusetzen!

Ein tolles Tool hierfür ist, sich Ziele zu setzen.

Wenn du dir Ziele setzt, kannst du auch besser den Erfolg messen. Nehmen wir mal das Beispiel: „Ich will mehr Sport machen“. Was ist „mehr“ und welchen „Sport“? Noch vager, kann man den Satz eigentlich gar nicht formulieren. Hast du vorher irgendeinen Sport gemacht? Hat der dir Spaß gemacht? Nein? Dann könnte das zum Beispiel auch der Grund sein, warum du ihn nicht mehr machst.

Ein Ziel definiere ich immer mit einer fiktiven Deadline und einer konkreten Formulierung: „Am 01.03.21 laufe ich einen 5 km-Lauf in 30 Minuten“. So, da habe ich ein Datum, bis wann ich das erreicht haben möchte, ich habe eine Zielstrecke bei einem konkreten Sport und eine Zielzeit. Wenn du jetzt nicht so der Lauf-Typ bist, ist das gar nicht schlimm. „Ich mache drei Mal wöchentlich 20 Minuten Yoga“. „Ich gehe jeden Tag mindestens 30 Minuten spazieren“. „In einem Jahr habe ich zehn neue Sportarten ausprobiert.“ Alles besser als: „Ich will mehr Sport machen“.

Schon hast du dir ein Ziel gesetzt. Wichtig, schreib es dir auf, egal wohin! Allerdings reden wir jetzt nur von Sport, also dem Gesundheitsbereich in unserem Leben. Wir können uns aber in allen Lebensbereichen Ziele stecken. Dazu stelle ich dir mein letztes Tool für heute vor: Level 10 Life Strategie. Die ist natürlich nicht von mir, ich persönlich habe sie von verschiedenen Coaches schon als Übung gesehen und muss sagen, sie ist wirklich eine sehr wertvolle Übung.

Du malst auf ein Blatt Papier einen großen Kreis, unterteilst den Kreis in zehn Felder und schreibst dir deine zehn Lebensbereiche jeweils außen an jedes „Kuchenstück“ dran. Die zehn Lebensbereiche könnten so aussehen:

  • Berufliche Erfüllung
  • Familie & Freundschaft
  • Gesundheit & Fitness
  • Geld & Finanzen
  • Spiritualität
  • Partnerschaft & Liebe
  • Räumliche Umgebung
  • Abenteuer, Spaß & Freizeit
  • Gesellschaftliches Engagement
  • Kreativität

Du kannst natürlich auch welche austauschen, je nachdem wie es bei dir im Leben aktuell aussieht. Jetzt überlegst du dir in jedem Lebensbereich, wie erfüllt und zufrieden du gerade bist. Oft verlagern wir unsere Aufmerksamkeit auf zwei bis drei Lebensbereiche und vernachlässigen die anderen. Leider sind das unter anderem auch Gründe dafür, warum es uns schlecht geht, warum wir gestresst sind, warum wir nicht glücklich sind. Wir brauchen alle Lebensbereiche um ausgeglichen zu sein, nicht jeder gleich stark, aber jeder sollte über die Zeit Aufmerksamkeit bekommen. Die zweite Frage, die du dir dann stellen darfst, ist wie wichtig ist mir der jeweilige Lebensbereich? Also ist die geringere Erfüllung in dem Lebensbereich vielleicht okay, weil ich ihn gar nicht so wichtig erachte.

Wenn all das auf deinem Zettel steht, schreibst du dir Ziele für jeden Lebensbereich auf. Wichtig hierbei: Nicht jedes Ziel muss sofort oder gar dieses Jahr umgesetzt werden. Du kannst dir auch Ziele hinschreiben, die vielleicht erst in drei bis fünf Jahren umgesetzt werden können. Ich finde es unfassbar, wie sich mein Leben verändert hat, seit ich das jedes Jahr (mehrfach) mache. Das ist wie ein Software-Update beim Laptop.

Nachdem die Ziele klar sind, beginne ich damit, mir zu überlegen, wann ich diese umsetzen kann. Wann im Jahr habe ich Zeit, mich auf die jeweiligen Dinge zu konzentrieren. Ich breche größere Ziele runter zu Teilzielen und stecke sie mir über das Jahr ab. Bei einigen Zielen ist auch dein Warum sehr entscheidend! Wenn du Laufen willst, weil du abnehmen möchtest, ist das ein anderes Warum, als wenn du das tust, um fitter und gesünder zu werden. Das eine ist negativer geprägt in den meisten Fällen, das andere positiv. Schreibe dir ggf. dein Warum zu dem Ziel dazu!

Neben diesen Übungen, trage ich natürlich auch schon wichtige große Termine in meinen Kalender, sowie Geburtstage und Ferien bzw. freie Zeit.

Das ist es auch schon. Wie du vielleicht bemerkt hast, ist das einiges an Übungen und ich mache das für gewöhnlich nicht an einem Tag! Meistens nehme ich mir dafür drei bis vier Tage und gönne mir Pausen zwischendrin. Das ist unglaublich motivierend, wenn das Jahr startet und du hast einen genauen Plan, wie du privat oder beruflich weitermachen möchtest. Und Ziele sind immer besser als Vorsätze! Konkret, effektiv und erfolgsverdächtig.

Viel Spaß beim Reflektieren und Planen. Ich wünsche dir nun ein wundervolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021! Und vergiss nicht, wir haben dieses Jahr gemeistert und können darauf sehr stolz sein.

Eure Saskia

Tageskalender vs. Wochenkalender

Heute kommt mal wieder ein Thema für die Planungsfreaks unter euch, die besonders gerne mit Papierkalender planen. Und vor allem kommt ein Thema, was mich gerade selbst beschäftigt.

Ich plane seit ca. 6 Jahren mit einem Tageskalender und es hat bisher immer sehr gut funktioniert. Das dieses Jahr das Planen quasi hinfällig war und ich in meinem Leben noch nie so viel streichen musste, lassen wir mal aussen vor. So ging es ja nicht nur mir. Ich habe bereits seit Juli mit dem Gedanken gespielt, mal wieder einen Wochenkalender zu verwenden. Da es da mehrere Varianten gibt, habe ich mich erst mal damit beschäftig, welcher für mich in Frage kommt.

Übrigens, wer in das Thema Planung mit Papierkalender noch mal grundlegend einsteigen will, hier gehts zum Blogartikel dazu: https://managemusik.com/2019/11/16/planung-mit-papierkalender/

Bei Tageskalendern gibt es eigentlich nur in einer Form: Ein Tag pro Seite – Fertig.

Was mir die letzten Jahre immer gefehlt hat, war eine Wochenübersicht. Ich hatte keinen guten Überblick über die Woche. Das ist auch das Grundproblem bei der Entscheidung, welchen Kalendertyp man kauft. Über diese Problematik möchte ich heute schreiben und ein paar Lösungsvorschläge, bzw. Inspirationen dafür bereitstellen.

Beim Tageskalender gibt es, für die Hardcore-Planer unter uns, natürlich sehr viel Platz, um Notizen, To-Do’s und Termine genau aufzuschreiben. Ideen und Tracking finden ebenfalls ein Ort auf der Seite. Es gibt Menschen, die müssen Dinge aufschreiben, damit sie besser denken können. Jeden Tag kann man individuell gestalten, was vor allem für die Flexiblen sehr gut geeignet ist. Aber…

In den meisten Tageskalendern gibt es zwar eine Monats- und Jahresübersicht, aber leider keine Wochenübersicht. Der Kalender, der sowieso schon ca. 300 Seiten umfasst, würde ja noch mal dicker werden! Da kommt auch schon direkt der nächste Minuspunkt: für viele ist er zu schwer und zu dick, um ihn mit sich rumzutragen. Ein paar haben bei meinem immer gefragt, ob das eine Bibel oder ein Kalender sei. Da es sich bei meinem Kalender, um mein ausgelagertes Gehirn handelt, würde ich es jetzt nicht als Bibel bezeichnen, aber auf jeden Fall als eines der wichtigsten Tools beim Planen.

Die Wochenkalender haben den großen Vorteil, dass man direkt eine Übersicht über die Woche hat, das ist nämlich schlicht der Sinn eines „Wochenkalenders“. Es gibt ihn in Spaltenform (wie ein Stundenplan), 1 Seite mit allen 7 Tage und auf der anderen Seite Platz für Notizen, oder die Woche schlicht im Querformat über die zwei Seiten verteilt. Egal für welches Design oder Layout man sich entscheidet, eines ist ganz sicher: der Platz ist, im Vergleich mit dem Tageskalender, wirklich mickrig. Da man aber viel weniger Seiten hat, ist er handlich, lässt sich gut überall mit hinnehmen und bietet Raum für Kreative Wochengestaltung, denn wenn jemand wie ich nach wie vor viel schreiben möchte, braucht es ein paar Lösungen für die Problematik.

Du weißt von mir von früheren Artikeln schon, dass ich immer wieder predige: alles an einem Ort, nicht 3 verschiedene Kalender, nicht zusätzlich ein Block und 2 Notizhefte. Aber, was ich schon seit langem mache, ist ein Bullet Journal neben meinem Kalender zu führen. Es gibt da sehr viele Möglichkeiten den Wochenkalender zu kombinieren, um sein Planen nach wie vor schön gestalten zu können, ohne sich eingeschränkt zu fühlen.

Hier ein paar mögliche Tools, um den Platz des Kalenders voll auszuschöpfen, sowie andere Hilfsmittel die du nutzen kannst:

  1. Klebezettel
  2. Pinnwand/Whiteboard
  3. Stundenplan
  4. Dashboards
  5. Farbsystem
  6. Bullet Journal/Notizbuch

Klebezettel kennt jede*r, und bestimmt hast du noch irgendwo in irgendeiner Schublade welche rumfliegen. Wenn du keine hast, musst du gar nicht unbedingt welche kaufen. Die nachhaltigste Variante ist Schmierpapier zu nehmen, klein zu schneiden und mit Tesa oder Washitape einzukleben. Du kannst Listen oder Notizen, auf deiner jeweiligen Wochenseite, auf extra Zettel schreiben und einkleben. Du schaffst so Platz auf dem du mehr schreiben kannst und wenn sich das erledigt hat, kannst du den Zettel wegschmeißen. Du kannst sogar auf kleinen Klebezetteln Termine schreiben, die noch nicht fix sind und in der Woche hin und herschieben.

Pinnwände oder Whiteboards sind gerade für die Menschen hilfreich, die einen guten Überblick über ihre Aufgaben und Ziele brauchen. Du kannst dort deine Listen aufhängen, Ziele und Motivationen anpinnen und ggf. die Listen dann auch mal in den Kalender legen, wenn du sie mitnehmen möchtest. So schaffst du ebenfalls Platz für deine zusätzlichen Aufschriebe.

Stundenpläne kennst du noch aus der Schule. Ich kenne auch viele Studierende, die sich sowieso im Semester einen Stundenplan machen. Der Tipp dir einen schön zu gestalten und vorne in deinen Kalender zu kleben, ist vielleicht jetzt nicht der Tipp des Jahres, aber evtl. hast du daran noch nicht gedacht. Du kannst alle wiederkehrenden Termine dort hineinschreiben, nicht nur die Seminare, auch deine Übeblöcke, auch dein Job, deine Hobby’s, eben alles was jede Woche ansteht. Somit, hast du schon mal für jede Woche einen guten Überblick und kannst dann, wenn der Stundenplan sich verändert, einen neuen machen.

Dashboards muss ich vielleicht kurz erklären. Damit ist gemeint, dass du auf Seiten im Kalender die du nicht brauchst, dir mit schönem Papier einen Hintergrund bastelst und dir damit Platz für Listen, Projektplanung, Ziele etc. schaffst. Wenn du diese einlaminierst, kannst du mit Tesa und Klebezetteln besser arbeiten. Diese Taktik habe ich persönlich von Ella thebee, daher verlinke ich jetzt hier einfach mal ein paar Videos dazu (Werbung, von Herzen, aber unbezahlt): https://www.youtube.com/watch?v=lyV761GEcZQ https://www.youtube.com/watch?v=Fm6PyWg9Dzg&list=PLEClfJ6CCN1Rb27n6ps5aYJG3zOWYGkhP&index=7 https://www.youtube.com/watch?v=C-l375X7lNI&list=PLEClfJ6CCN1Rb27n6ps5aYJG3zOWYGkhP&index=8

Mit Farbsystemen arbeite ich schon immer, aber besonders in einer Wochenübersicht sind sie gold wert. Wenn jeder Bereich deines Alltags eine eigene Farbe hat und du nicht nur die Termine, sondern auch dazugehörige Notizen und Aufgaben in der Farbe aufschreibst, bekommst du einen super Überblick.

Was ein Bullet Journal ist, verrate ich dir hier genauer: https://managemusik.com/2019/12/11/planung-fur-kreative-bullet-journal-und-filofax/

Nebenbei bemerkt, ist das der beliebteste Artikel auf meinem Blog, ich vermute, ich sollte mehr Content in die Richtung produzieren…

Ein Bullet Journal oder Notizbuch extra zu benutzen, gibt natürlich die Möglichkeit, immer alles festzuhalten. Brain Dumps zu machen, Listen zu schreiben, Ziele aufzuspalten und zu planen. Zum Planen braucht man Platz, hat man den nicht mehr im Kalender, muss man sich einen anderen Ort suchen und beides koppeln. Du kannst auch einfach, erst mal nur ein College Block Din A5 benutzen, der noch bei dir im Regal verstaubt oder ein anderes Notizheft, wo du nie wusstest, was du damit anfangen sollst.

Ob du nun mit einem Tageskalender oder einem Wochenkalender planst, wichtig ist, dass du dich wohlfühlst damit und nach kreativen Lösungen für Probleme suchst, die auf dich zukommen. Für jeden gibt es das optimale Planungssystem und manchmal, verändert sich das auch. Das habe ich dieses Jahr akzeptiert und werde selbst mal den Versuch starten, mich da umzuorientieren. Ich halte dich auf dem Laufenden…

Ich hoffe ich konnte dir ein paar Inspirationen mitgeben, wie du dich optimal mit deinem Kalender auf 2021 vorbereiten kannst. Wenn du noch mehr Inspiration dafür suchst, kann ich dir sehr die YouTube Kanäle von Ella Thebee (https://www.youtube.com/user/ellathebeex) und für Bullet Journal den Kanal von Jasminar (https://www.youtube.com/user/jasminar) empfehlen!

Eine wunderschöne Adventszeit wünsche ich euch!

Du darfst Fehler machen

Wir Menschen sind oft sehr gut darin, uns ständig zu sagen was wir alles nicht können, was wir falsch gemacht oder wem wir Schaden zugefügt haben. Wir sind gut darin, uns zu erzählen, welche fünf Noten wir von geschätzten 1200 in einem Konzert verkackt haben. Wir sind sehr gut darin, beim Üben penibel darauf zu achten, Fehler im Keim zu ersticken. Wir sind besonders gut darin, uns selbst Vorwürfe zu machen und auf Kleinigkeiten rumzureiten oder „aus einer Mücke einen Elefanten zu machen“. 

Worin wir leider richtig schlecht sind, ist das Positive zu sehen in unseren Fehlern, die wir machen oder Fehler gar zuzulassen, ohne sich selbst zu sagen: „Habe ich ja gesagt, dass du das nicht kannst“. 

Faszinierend, oder? Tief im Inneren wissen wir alle, dass wir durch Fehler lernen und uns dadurch weiterentwickeln. Wir wissen auch, dass Fehler ganz normal sind, dass jede/r Fehler macht. Trotzdem geben wir uns regelmäßig einen inneren Kampfdialog, indem wir uns selbst Vorwürfe machen, indem wir uns darüber auslassen, wie dumm wir doch sind, dass man das ja hätte besser wissen können oder, im Falle eines Konzerts, dass man sich hätte mehr vorbereiten können oder man einfach nicht konzentriert genug war. 

An der Umsetzung dieses Wissens im Alltag und im Berufsleben scheitern wir jedoch fast täglich!

Dieses ‚keine-Fehler-machen-wollen‘-Ding hängt natürlich eng mit einem völlig ungesunden und unerreichbaren Perfektionismus zusammen. Gleichzeitig haben wir irgendwann in unserer Vergangenheit mal gelernt, oft sehr früh, dass Fehler etwas Schlechtes sind, dass man sie vermeiden muss oder man nichts wert ist, wenn wir Fehler machen. 

Ich habe auf Instagram mal einen sehr wichtigen Satz geteilt: „Der Wert eines Menschen darf niemals an seiner Leistung gemessen werden!“

Das gilt demnach auch, wenn jemand Fehler macht. Ich bin nicht wertlos, nur weil ich Fehler mache. Ich bin auch kein schlechter Mensch, nur weil ich Fehler mache. Ich bin keine schlechte Musikerin, nur weil ich Fehler mache. 

Fehler sind unumgänglich. Wir Menschen lernen entweder aus Spaß oder Interesse, anders gesagt durch intrinsische Motivation, oder durch Schmerz. Dieser Schmerz entsteht meistens dann, wenn jemand anderes oder man selbst Fehler macht. Das kann mehr oder weniger weh tun, aber manchmal geht es nicht anders. 

Wir dürfen wieder anfangen Fehler zuzulassen, in jeder Lebenslage, und sie nicht direkt zu verteufeln. Natürlich gibt es Situationen, da ist es sehr ärgerlich, aber oft sieht die Sache ganz anders aus, wenn man sie von einem anderen Blickwinkel oder aus der Vogelperspektive betrachtet. Jede negative Erfahrung hat auch eine positive Seite, es kommt ganz alleine darauf an, von welcher du schaust. Nach jedem Fehler folgt ein Lerneffekt, zumindest wenn man ihn sich anschaut, ihn wahrnimmt und es reflektiert. Da kommen wir zu einer anderen sehr wichtigen Fähigkeit im Bereich Selbstmanagement. Als Musiker*innen und Pädagog*innen übrigens auch nicht schlecht zu verbessern: Selbstreflexion. 

Wenn wir Fehler als etwas Positives und nicht als etwas Negatives in unserem Leben integrieren wollen, dürfen wir selbstreflektiert sein und uns Situationen, in denen wir etwas vermeintlich falsch gemacht haben, genauer anschauen. Nicht nur mit dem Baseball Schläger draufhauen: „Das hast du ja wieder toll hinbekommen“ – „Was hast du denn da schon wieder verzapft“ – „War ja klar, wie immer völlig hirnlos gehandelt“ – „Erst denken, dann sprechen“ – „Was kannst du eigentlich?“ usw…

Ja unser innerer Kritiker und unser Ego sind unfassbar charmant in diesen Situationen. Fehler sind dafür da, dass man etwas aus ihnen lernt und nicht, dass sie uns zur Weißglut bringen. Das mögen jetzt der ein oder die andere verstörend finden, wenn ich das so direkt sage, aber jeder Fehler, den ich in meinem Leben gemacht habe, war gut so, dass er passiert ist. Wirklich jeder! Die Erkenntnis, dass ich Fehler machen darf, dass ich mir erlauben darf aus ihnen zu lernen, dass ich gut so bin wie ich bin, auch wenn ich ab und an Scheiße baue, ist unglaublich befreiend und sorgt für einen Entwicklungsschub, den man kaum in Worte fassen kann.

Bezüglich unserer Branche ist das natürlich in manchen Bereichen unfassbar schwer umzusetzen. Da sind die Denk- und Handlungsmuster schon so drin, dass man da nur schwer rauskommt. Auf der Bühne alles zu geben, 150% und den Laden so richtig zu rocken, bewahrt mich nicht vor Fehlern. Im Gegenteil – dadurch, dass ich so leidenschaftlich und voller Energie dabei bin, gehen mir viel schneller Fehler durch, sei es ein paar falsche Töne oder ganze Aussetzer. Die passieren – so what! Das hat mich ehrlich gesagt noch nie gekümmert, wenn ich auf der Bühne war. Ich bin da in meinem Element und brenne dafür. Aber beim Üben … oh je, ich kann euch sagen! Ich war ein richtiger Drache zu mir selbst. Die Art, wie ich mit mir selbst gesprochen habe bei einer Übesession, war mehr als asozial und ich würde nie mit Schüler*innen so sprechen wie ich mit mir selbst. Wir wissen ja, man ist selbst sein/e härteste/r Lehrer/in. Aber schön war das nicht, was ich da veranstaltet habe. 

Ich könnte mir jetzt deswegen Vorwürfe machen. Ich kann aber auch akzeptieren, dass es eine Zeit in meinem Leben gab, wo ich so mit mir umgegangen bin. Ich kann daraus lernen, was ich natürlich auch gemacht habe, und für mich festlegen, nie wieder mit irgendwem so zu sprechen – schon gar nicht mit mir. Ich kann mir zugestehen, dass ich heute nicht so gut wäre bzw. nicht so wäre, wie ich eben bin, menschlich wie künstlerisch, ohne diesen leichten Drill in meinem Kopf. Ich darf aber auch anerkennen, dass wir Menschen uns stetig verändern und entwickeln, dass das aber immer unsere Entscheidung ist und nicht die von jemand anderem. 

Wenn du das nächste Mal nach einem Auftritt runterkommst, dann stell dir doch mal die Frage:

Was habe ich heute gut gemacht? Oder: Welche meiner Stärken konnte ich heute zeigen?

Dafür setze ich selbstverständlich voraus, dass du dir darüber im Klaren bist, welche Stärken du hast! Und dann, wenn du dir das Positive angeschaut hast, lässt du deinen inneren Kritiker behutsam los und überlegst dir, was hätte besser sein können. Ganz neutral und liebevoll mit dir selbst. Denn noch mal zum Verdeutlichen:

Wir machen alle Fehler, auf der Bühne oder im sozialen Umgang, beruflich oder privat, es ist okay, und der erste Schritt in die richtige Richtung ist, genau das anzuerkennen. 

Selbstreflektiert zu leben hat natürlich viele Vorteile, aber einer davon ist auf jeden Fall, Positives an Fehlern zu finden und den Lerneffekt heraus zu kristallisieren. 

Es gibt natürlich auch Menschen, die machen bestimmte Fehler immer wieder, das kennst du bestimmt auch – das ist dann das Gegenteil von Selbstreflexion: Verdrängung. Bei den Menschen sind immer die anderen schuld…

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, habe ich in dem Artikel besonders oft in der Wir-Form gesprochen. Das hat gute Gründe und ich bin selbst noch lange nicht an dem Punkt, dass ich alle Fehler, die ich mache, sofort selbstreflektiert aufarbeite. Ich sitze manchmal auch wie ein kleines Rumpelstilzchen zu Hause und ärgere mich grün und blau, weil ich dies und jenes vergurkt habe. Aber ich bin auf einem sehr guten Weg, es immer öfter selbst zu realisieren, ohne Hilfe von außen. 

Setz dich damit bitte nicht unter Druck, aber sieh diesen Artikel als Spiegel, den ich dir vorhalte und geh mal in dich, wie du das die nächsten Jahre oder Jahrzehnte für dich handhaben möchtest. Wie du mit dir sprichst, wenn du etwas falsch machst. Welche Emotionen da so hochkommen. 

Ich wünsche dir dabei viel Kraft und Geduld, denn es ist kein Sprint, sondern ein Marathon!